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Photosynthesis



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

Blue Orange Games
Blue Orange Games


Autor

Hjalmar Hach


Bild



Sonstiges:

Ist es spannend Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen? In der Regel wohl eher nicht, aber im Spiel Photosynthesis von Blue Orange Games beschäftigen sich die bis zu vier Spieler genau mit diesem Thema. Sie sehen ihren Bäumen aber nicht nur beim Wachsen zu sondern sie versuchen für ihre Bäume auch die besten Plätze auf der Lichtung zu sichern. Was aber den einen Platz besser als den anderen macht ist nicht immer gleich zu erkennen bzw. verändert sich im Laufe des Spiels auch.
Zum einen - und das ist eine willkürliche aber sinnvolle Vorgabe des Spiels - sind die Plätze am Ende umso punkteträchtiger je weiter sie sich in der Mitte der Lichtung befinden. Zum anderen benötigen die Pflanzen für ihr Wachstum möglichst viel Licht und das ist umso spärlicher vorhanden, je weiter man vom sonnenbeschienen Rand in das im Laufe des Spiels zunehmend dichter bewachsene Zentrum der Lichtung vordringt. Klar, je dichter der Wald desto weniger Sonne, zumindest für die kleineren Bäume, die im Schatten ihr Dasein fristen.

Der Spielplan zeigt eine sechseckige Lichtung, auf der jeder Spieler zu Spielbeginn lediglich zwei kleine Bäumchen auf Randfeldern platzieren darf. Die Sonne wird durch einen Pappstreifen dargestellt, der an einer Ecke der sechseckigen Spielfläche angelegt wird und sich über die beiden an diese Ecke angrenzenden Seiten erstreckt. Pfeile auf dieser "Sonne" deuten an, in welche Richtung die Felder der Lichtung beschienen werden. Zu Beginn jeder Spielrunde wird die "Sonne" im Uhrzeigersinn zur nächsten Ecke bewegt und das kann die Versorgungsituation der Bäume mit Licht grundlegend verändern. Bäume, die nicht im Schatten gleichgroßer oder größerer Bäume stehen, also von der Sonne beschienen werden, erhalten in Abhängigkeit ihrer Größe sog. Lichtpunkte. Diese Lichtpunkte stellen quasi die Währung im Spiel dar, die ein Spieler anschließend ausgeben kann um neuen Samen auszubringen, Bäume wachsen zu lassen oder die dafür erforderlichen Samen und Bäume von seinem Spielertableau einsatzbereit in den Vorrat zu bekommen.
Ein kleiner Baum bringt einen Lichtpunkt, ein mittlerer Baum zwei und ein großer Baum drei Lichtpunkte, sofern er nicht im Schatten steht. Ein kleiner Baum beschattet ein Feld hinter sich, ein mittlerer Baum zwei und ein großer Baum drei Felder, d.h. hat ein Baum zwischen sich und der Sonne einen anderen Baum, so muss er entweder größer sein als der dazwischenliegende Baum oder entsprechend weit entfernt stehen, um von der Sonne mit Licht versorgt zu werden. Ja, der Kampf um Licht und punkteträchtige Plätze ist härter als es die Pflanzenthematik möglicherweise zunächst vermuten lässt.

Sobald sich die Sonne also weiterbewegt hat und die Spieler für ihre Bäume Lichtpunkte kassiert haben, dürfen diese Lichtpunkte beginnend mit dem in jeder Runde wechselnden Startspieler wieder "investiert" werden. Einige Bäume und Samen haben die Spieler von Anfang an in ihrem einsatzbereiten Vorrat, viele weitere Samen und Bäume, vor allem aber die ganz großen, befinden sich zunächst auf den Spielertableaus und müssen von dort gegen Abgabe von Lichtpunkten in den einsatzbereiten Vorrat "gekauft" werden, denn nur von dort aus können die Bäume und Samen auf das Spielfeld gelangen. Und die Bäume werden auch immer teurer, d.h. kauft ein Spieler beispielsweise den ersten der beiden seiner ganz großen Bäume kostet ihn das einen Lichtpunkt weniger als der zweite und ähnlich verhält es sich auch bei den anderen Baumgrößen und den Samen.

Ein neuer (einsatzbereiter) Samen kann für einen Lichtpunkt auf ein freies Feld des Spielplans eingesetzt werden, allerdings in der Nähe eines bereits auf der Lichtung stehenden eigenen Baumes. Man wählt sich also zunächst einen Baum aus, von dem der neue Samen ausgehen soll und legt den Samen dann auf ein Nachbarfeld, wenn es sich um einen kleinen Baum handelt. Bei einem mittleren Baum, darf der Samen bis zu zwei Felder entfernt platziert werden, bei einem großen Baum sogar bis zu drei Felder.

Die Kosten für das Wachsen der Bäume hängt von der Baumgröße ab. Ein Samen wird für einen Lichtpunkt zu einem kleinen Baum, ein kleiner Baum wird für zwei Lichtpunkte zu einem mittleren und ein mittlerer für drei Lichtpunkte zu einem großen Baum. Für vier Lichtpunkte kann man den Lebenszyklus eines großen Baumes beenden und diesen vom Spielfeld nehmen. Dieser bringt dann zwar in Zukunft natürlich keine Lichtpunkte mehr, aber dafür in Abhängigkeit seines Standortes auf der Lichtung Siegpunkte.
Jedes Feld der Lichtung zeigt ein bis vier Blätter, je weiter entfernt vom Rand der Lichtung, desto mehr Blätter. Beendet nun ein Baum seinen Lebenszyklus, darf der entsprechende Spieler einen Punktechip von dem Stapel nehmen, der die gleiche Anzahl an Blättern aufweist, wie der Standort des sterbenden Baumes. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Punktechips immer von oben genommen werden müssen und ihr Wert von oben nach unten eher früher als später abnimmt. Der frühe Vogel bekommt also in diesem Fall in der Regel höhere Punktechips.

Wichtig beim Investieren der Lichtpunkte ist, dass für kein Feld der Lichtung mehr als eine Aktion pro Spielzug verwendet werden darf. D.h. ein gerade ausgebrachter Samen kann nicht in derselben Runde zum kleinen Baum heranwachsen usw. Gerne vergisst man diese Regel bei Bäumen, die einen neuen Samen ins Spiel bringen, denn diese dürfen in derselben Runde nicht auch noch wachsen. Das Ausbringen von Samen ist also eine Aktion, die auf zwei Lichtungsfeldern stattfindet, auf dem Feld mit dem Baum und dem Feld mit dem neuen Samen.

So wird Runde für Runde gespielt, bis die Sonne drei Mal das Spielfeld umrundet hat. Jeder Spieler zählt dann die Werte seiner Punktechips zusammen, erhält noch den einen oder anderen Punkt für übrigbehaltene Lichtpunkte und der Gewinner steht fest.

Photosynthesis ist für mich schon jetzt eines der Highlights der Spiel 17! Ansprechendes Spielmaterial, relativ einfache Regeln, ein unverbrauchtes Thema und ein nicht zu unterschätzender Anspruch an das taktische und strategische Verständnis der Spieler sowie ein Gespür für das Richtige Timing. Viel mehr kann man von einem Spiel eigentlich gar nicht erwarten. Wann lässt man einen Baum seinen Lebenszyklus am besten beenden? Möglichst früh bedeutet in der Regel höherwertigere Punktechips aber möglicherweise auch deutlich weniger Lichtpunkte in der kommenden Runde und natürlich auch weniger Schatten für die Konkurrenz.

Wer sich trotzdem früher oder später unterfordert fühlt, dem kann ich nur wärmstens die gleich mitgelieferte Variante für Fortgeschrittene ans Herz legen, die nicht nur eine Runde mehr umfasst und damit die Spieldauer verlängert sowie eine Anpassung des Timinings erfordert, sondern auch das Wachstum der Bäume deutlich schwieriger gestaltet. Bäume im Schatten erhalten bei dieser Variante nämlich nicht nur keine Lichtpunkte, sie dürfen zusätzlich auch nicht wachsen und diese kleine Regelveränderung kann sich ganz drastisch auswirken! Der Spielspaß ist also ebenfalls nicht nur von kurzer Dauer und man kann eigentlich gar nicht anders als dieses Spiel uneingeschränkt empfehlen.

Vielen Dank an Blue Orange Games für das Rezensionsexemplar!


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