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Im Schatten des Throns



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 20 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

2Geeks


Autor

Oleksandr Nevskiy,
Oleg Sidorenko


Bild



Sonstiges:

Das alte Königreich zerfällt. Im entstehenden Machtvakuum versuchen geheime Organisationen die Macht an sich zu reißen und die Kontrolle zu übernehmen. Intrigen, Erpressungen und Drohungen sind dabei die Mittel, derer man sich bedient um insbesondere Adelige und Würdenträger zu kontrollieren, denn durch deren Einfluss und Möglichkeiten hat man die besten Chancen das gesteckte Ziel zu erreichen. Der Titel Im Schatten des Throns ist für die 2geek-Neuheit also recht passend gewählt.

Diese Adeligen und Würdenträger sind in Form von Karten im Spiel, die unterschiedliche Werte (von 1 bis 9) haben. Klar, ein Diener ist für das Erreichen eines so hoch gesteckten Ziels wie eine Machtübernahme natürlich schon hilfreich (Wert 1), aber natürlich weit weniger "wertvoll" als ein Mitglied der "High Society". Fünf verschiedene Charaktere gibt es im Spiel und sie stellen ihre Fähigkeiten immer nur einem zur Verfügung und zwar demjenigen, der sie kontrolliert in dem er mehr Karten des entsprechenden Charakters gesammelt und vor sich ausliegen hat, als die Konkurrenz.

Kommt ein Spieler an die Reihe deckt er zunächst bis zu maximal fünf Karten nacheinander eine nach der anderen auf. Nach jeder Karte gilt es abzuwägen, ob man das Aufdecken beendet oder weitermacht und damit das Risiko eingeht am Ende keine Karten nehmen zu können. Sobald nämlich eine aufgedeckte Karte einen höheren Wert als die vorangegangene Karte hat, ist der Spielzug sofort beendet und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Dies gilt es natürlich zu vermeiden und etliche Charaktere helfen einem dabei und gewähren die Möglichkeit den Wert einer gerade aufgedeckten Karte zu Modifizieren, also beispielsweise zu verringern damit der Kartenwert letztlich doch nicht zu hoch und der Zug beendet ist. Trotzdem ist und bleibt es natürlich immer riskant weitere Karten aufzudecken und vor dieser Risiko-Nutzen-Abwägung stehen die Spieler bei jedem Spielzug aufs Neue.

Die Modifikation von Kartenwerten durch Charakterfähigkeiten ist aber nicht nur interessant um den Wert einer Karte niedriger zu gestalten als den der Vorangegangenen, oft ist es auch sinnvoll den Wert auf den gleichen Wert zu senken oder zu heben, den die vorherige Karte hatte. Ist das nämlich der Fall, darf man eine beliebige Karte eines Mitspielers "zerstören", d.h. die Karte muss auf den Ablagestapel gelegt werden.
Auf diese Weise kann die Kontrolle über einen Charakter wechseln und das schränkt nicht nur die Möglichkeiten des betroffenen Mitspielers ein, sondern erweitert im besten Fall auch noch die eigenen. Dabei ist zu beachten, dass während eines Spielzuges von jedem Spieler höchstens eine Karte zerstört werden kann.

Es gibt allerdings auch Charakterfähigkeiten, mit denen man sich verteidigen kann. Wer beispielsweise die Königin kontrolliert, dem kann nur dann eine Karte zerstört werden, wenn in der Auslage der im Rahmen einen Spielzuges aufgedeckten Karten mehr Karten ausliegen, als man Königinnen vor sich liegen hat. Und auch der König hat eine mächtige Verteidigungsmöglichkeit, auf die ich aber erst etwas später noch eingehe.
Sobald ein Spieler eine Charakterfähigkeit genutzt hat, wird eine dieser Charakterkarten gedreht und damit deutlich gemacht, dass diese Fähigkeit in diesem Spielzug nicht mehr verwendet werden kann.

Wurden fünf Karten aufgedeckt oder die Entscheidung getroffen, dass keine weiteren Karten aufgedeckt werden sollen, müssen die aufgedeckten Karten entweder eingetauscht, d.h. komplett an einen Mitspieler abgegeben werden, dem man anschließend dafür eine Karte aus seiner Auslage wegschnappen kann, oder in die eigene Auslage integriert werden.
Ersteres funktioniert nur dann, wenn der Spieler, dem man die Karte wegnehmen möchte, weniger Könige in seiner Auslage hat, als man ihm Karten als "Tausch" anbieten kann. Der König kann also ein effektiver Schutz gegen "Diebstahl" sein.

Behält man die aufgedeckten Karten, müssen diese in die eigene Kartenauslage integriert werden. Tauscht man sie, muss dies der Mitspieler tun und man selbst fügt nur die ertauschte Karte seiner Auslage hinzu. Dabei ist zu beachten, dass man maximal fünf verschiedene Charaktere ausliegen haben darf. Hat man weniger als fünf Charaktere ausliegen, muss man neue weitere Charaktere die man bekommt ganz einfach vor sich auslegen. Erhält man bereits ausliegende Charaktere werden diese an den bzw. die bereits ausliegenden gleichen Charaktere angelegt, bis diese Reihe Charakterkarten maximal fünf Karten umfasst. Darüber hinausgehende Charaktere einer Art werden auf den Ablagestapel gelegt.

Wer fünf Reihen Charakterkarten vor sich ausliegen hat, aber einen neu bekommenen Charakter unbedingt behalten will, der muss eine seiner fünf ausliegenden Reihen an Charakterkarten abwerfen und kann anschließend den neuen Charakter auslegen.

So verläuft das Spiel reihum bis ein Spieler während seines Spielzuges die Spielende-Karte aufdeckt. Diese ist zu Beginn des Spiels noch nicht im Nachziehstapel sondern wird erst dann eingemischt, wenn der Nachziehstapel einmal aufgebraucht wurde. Das genaue Spielende steht also nicht fest, sicher ist nur, dass der Nachziehstapel auf jeden Fall einmal aufgebraucht wird, ab dann kann das Spielende jederzeit eintreten.

In der Wertung nach Spielende zählt jede Reihe an Charakterkarten die aus mehr als einer Karte besteht so viele Punkte, wie auf der Charakterkarte angegeben sind, wobei die genau Anzahl an Charakteren in einer Reihe nicht von Bedeutung ist. Zwei Königinnen bringen am Ende genauso acht Siegpunkte wie drei, vier oder fünf Königinnen. Tja, und wie das so ist, wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Im Schatten des Throns ist ein unkompliziertes aber nicht banales Kartenspiel, das in einer sehr schönen, aber etwas überdimensionierten Blechdose daherkommt. Die Hauptanforderung an die Spieler ist das Abwägen von Risiko und möglichem Nutzen beim Aufdecken weiterer Karten und dem Sammeln der "richtigen" Karten zur "richtigen" Zeit. Während die hochwertigen Karten am Ende die meisten Siegpunkte bringen und auch schon während des Spiels sehr nützlich sein können, wie z.B. der Schutz der Königin vor dem Zerstören von Karten, sind es die Karten mit den niedrigeren Werten, die es einem ermöglichen Kartenwerte zu beeinflussen und so das Risiko beim Aufdecken von Karten zu minimieren, so dass in der Regel im Schnitt einige Karten mehr aufgedeckt werden können.

Bewährt hat es sich zunächst (auch) einige Charaktere mit niedrigeren Werten zu kontrollieren um effektiv Karten zu sammeln, am besten zusammen mit einem "Richter" oder/und einem "Propheten", die ich beide bisher noch nicht erwähnt habe. Ein Richter ist beim Kartensammeln deshalb sehr hilfreich, da er es ermöglicht eine bereits genutzte Charakterfähigkeit, die ja normalerweise innerhalb eines Spielzuges kein zweites Mal eingesetzt werden kann, ein weiteres Mal zu nutzen und der Prophet erlaubt einem vor dem Kartenaufdecken einen Blick unter die nächste zu ziehende Karte zu werfen, wenn es mal brenzlig wird.
Im späteren Spielverlauf, allerspätestens nachdem die Spielendekarte in den neuen Nachziehstapel eingemischt wurde, muss man die Punkte im Auge behalten und auf höherwertige Charaktere "umsteigen". Wenn man diese dann noch vor Zerstörung oder Diebstahl schützen kann, durch König, Königin oder Alchemist, der sich opfert, wenn normalerweise eine andere hochwertige Charakterkarte zerstört werden würde, ist man gut auf der Straße zum Sieg unterwegs.

Im Schatten des Throns ist ein regeltechnisch sehr einfaches Spiel, das aber trotzdem zu gefallen weiß und mit seinem Aufdeck-, Kartensammelmechanismus, und den Charakterfunktionen ein bisschen an Dead Mans Draw erinnert. Es ist definitiv kein Schwergewicht. Es ist klein aber fein, denn wer weiß was er tut hat eindeutig die besseren Chancen auf den Sieg.

Vielen Dank an 2Geeks für das Rezensionsexemplar!


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