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My Village



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Inka Brand,
Markus Brand


Bild



Sonstiges:

Das Spiel Village aus dem Hause Eggert war seiner Zeit (2011) ein echtes Highlight, dass in der Folge durch zwei Erweiterungen (Village Port und Village Inn) ausgebaut wurde. 2015 hat nun das Spiel My Village die Spieletische erreicht, ein eigenständiges Spiel, das jedoch sehr an Village erinnert und bei dem jeder Spieler sein eigenes Dorf zu Ruhm und Ehre führen will.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, My Village ist eine Art simple Würfelspielumsetzung von Village, doch das würde dem Spiel nicht gerecht werden. Obwohl im Grunde tatsächlich alles relativ einfach ist - die Grundregeln sind sicherlich schnell verstanden - ist der eine oder andere in den ersten Partien durch die Vielfalt an Möglichkeiten trotzdem schnell an seine Grenzen geführt.

Zu Beginn jeder Spielrunde würfelt der Startspieler eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl an schwarzen und weißen Würfeln. Durch die Würfelzahl wird festgelegt, dass pro Runde jeder Spieler einmal, im Spiel zu zweit zweimal, am Zug ist, da bei jedem Spielzug immer genau zwei dieser Würfel ausgewähl werden.

Die Würfelfarbe ist dabei für die Aktion, die man mit ihnen ausführen möchte nicht relevant, allerdings bringen die schwarzen Würfel einen Nachteil mit sich, der nicht zu unterschätzen ist. Für die schwarzen Würfel sind nämlich zwei Zeit - Zeit ist quasi eine Art Währung im Spiel - zu zahlen. Zeit ist bei My Village zwar nicht im wahrsten Sinne des Wortes Geld, aber der Zeitmarker zeigt das Verinnen von Lebenszeit an, und zwar die eines unserer Dorfbewohner.
Die Summe dieser beiden gewählten Würfel legt dann fest, welche Aktion bzw. Aktionen ein Spieler mit ihnen durchführen kann bzw. welche neuen Karten, die dann zukünftig neue Aktionen ermöglichen, erworben werden können.

Das Dorf eines Spielers und damit auch die Möglichkeiten, die es bietet, sind anfangs noch recht überschaubar und so ist der Erwerb neuer Karten unabdingbar. Diese Karten stellen Handwerksgebäude, Kornfelder, Kunden usw. dar und zeigen jeweils ein Banner mit einer oder mehreren Zahlen über die diese dann mittels passender Werte der gewählten Würfel aktiviert werden können. Manchmal fallen neben dem vorgegebenen Werten, den sog. Bannerwerten, auch weitere "Kosten", beispielsweise Zeit oder/und Münzen an.

Aktiviert man eine Karte mit schwarzem Banner, darf nur diese eine Karte aktiviert, d.h. in der Regel umgedreht und mit dem weißen Banner oben dem eigenen Dorf einverleibt werden. Karten mit weißen Bannern im eigenen Dorf dürfen alle aktiviert werden, sofern der Bannerwert passt.

Erworbene Karten werden an den eigenen Dorfspielplan angelegt und das stellt zumindest beim Spiel in voller Besetzung schon recht hohe Anforderungen an den Spieltisch, was seine Größe angeht.
Einige dieser Karten bzw. Aktionen dienen der Produktion, beispielsweise von Fässern, Pflügen usw., die dann zum Kauf weiterer Karten verwendet oder beim Händler in Sieg- bzw. Ruhmespunkte umgemünzt werden können. Andere Karten sorgen für Einkommen, bieten Ruhmespunkte oder bringen wertvolle Sonderfähigkeiten mit sich, die einem das Leben deutlich leichter machen können.

Bei der Würfelauswahl für seinen Spielzug ist man glücklicherweise nicht vollständig von den Werten, die für diese Runde gewürfelt wurden, abhängig, sondern kann mittels Münzen oder Markern vom Versammlungsplatz seines Dorfes die Werte der gewählten Würfel um je 1 nach oben oder unten anpassen. Das erleichtert es, die gewünschten Karten zu aktivieren und ggf. auch die ungeliebten schwarzen Würfel zu vermeiden.

Zum Abschluss eines Spielzuges wird geprüft, ob die während des Spielzuges "verbrauchte" Zeit ihren Tribut fordert. Wurde der Zeitmarker während des Spielzuges über die Brücke gezogen und dadurch mit dem "Gevatter Tod Marker" belegt, stirbt ein Dorfbewohner, dessen Spielstein in einem der Gräber, auf einem Sargfeld des zentralen Spielplans, landet. Diese Gräber werden in Chronikfelder, die Geschichtenpunkteplättchen und damit (evtl.) Siegpunkte bringen können, und anonyme Gräber unterschieden.

Und als ob dieser Verlust nicht schon genug wäre, zusätzlich muss auch noch der Rattenwürfel geworfen und die Ratte auf ihrer Leiste entsprechend weit voran bewegt werden. Erreicht diese das Feld "Rattenplage" verlieren alle Spieler die Hälfte ihrer Geschichtenpunkte auf ihren Geschichtenbäumen. Geschichtenpunkte sind also zunächst "unsichere" Ruhmespunkte, die man unter Umständen (Rattenplage) wieder verlieren kann, und die damit erst bei Spielende ihre Wirkung entfalten.

Sobald eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Dorfbewohnern verstorben ist endet das Spiel und jeder Mitspieler ermittelt seine endgültige Zahl an Ruhmespunkten durch die Karten in den Dörfern, übrig behaltene Geschichtenpunkte usw.

My Village ist ein gutes Spiel, das seinen Mitspielern einiges abverlangt. Schon der Einstieg ins Spiel ist alleine durch die Materialfülle nicht ganz einfach doch nach einer ersten Probepartie hat man schnell alles Notwendige verinnerlicht. Danach gilt es aber sein Spiel zu optimieren. Die Aktionsmöglichkeiten, mit denen mein sein Dorf ausbaut, sollten gut aufeinander abgestimmt sein, so dass man seine Würfel möglichst effizient, also am besten mehrfach, nutzen kann. Wer hier gut plant, der kann in einem Spielzug mit den gewählten Würfel nicht nur produzieren, sondern auch Handeln und am besten gleich auch noch Siegpunkte einfahren.

Dabei gilt es den Überblick zu behalten und sich nicht zu verzetteln. Alle möglichen Bereiche sein Dorf auszubauen gleich gut abzudecken dürfte schwer werden und man fährt in der Regel besser, sich auf einige dieser Möglichkeiten zu beschränken, diese aber dafür konsequent zu verfolgen. Viele Wege können durch die Kombination der verschiedenen Möglichkeiten zum Erfolg führen und das sorgt natürlich für Wiederspielreiz und Langzeitspielspaß.

My Village ist mit jeder Spielerzahl gut spielbar, die Regeln werden nur in Details (z.B. Anzahl der Würfel usw.) angepasst und das vermittelt einem nicht das Gefühl, dass beispielsweise das Spiel zu zweit "nur" eine abgespeckte oder konstruierte Variante des eigentlichen Spiels ist.

Das alles hört sich sehr positiv an und ist es im Grunde ja auch, allerdings stellt sich mir die Frage, warum diese enge thematische Verwandtschaft zu Village angestrebt wurde, denn mit Village hat man ja bereits ein sehr, sehr gutes Spiel zu diesem Thema, das ich eigentlich nicht nochmals auf diese Art und Weise gebraucht hätte. Mir persönlich hätte eine andere thematische Einbettung besser gefallen, aber das mag jeder für sich beurteilen. In rein spielerischer Hinsicht ist My Village jedenfalls ein absolut empfehlenswertes Spiel.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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