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Jäger + Späher



Anzahl Spieler

Für 2 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Gerhard Hecht


Bild



Sonstiges:

Früher war alles noch ganz anders. Und je länger das Früher her ist, desto gravierender sind die Unterschiede zum hier und jetzt. Aber einiges ändert sich wohl nie, und zwar die tägliche Sorge ums Überleben, oder, um es weniger drastisch auszudrücken, die Sorge um den Lebensunterhalt. Heute geht man in der Regel zur Arbeit um mit dem verdienten Geld seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, in der Steinzeit hingegen beschaffte man sich alles Notwendige unmittelbar. In Jagdgebieten versorgte man sich mit Fleisch und Fellen und in der umgebenden Wildnis waren letztlich alle Rohstoffe zu finden, um sich mit nützlichen Gegenständen das Leben leichter zu machen.

In genau diese weit zurückliegende Steinzeit versetzt uns die "Zwei-Personen-Neuheit" namens Jäger + Späher von Kosmos. Jeder der Spieler führt seinen eigenen Stamm, anfangs noch recht überschaubar aus je zwei Stammesmitgliedern bestehend, durch die beschwerliche Steinzeit und versucht diesen nicht nur am Leben zu erhalten sondern nach Möglichkeit auch zu vergrößern. Damit die Stammesmitglieder auch sinnvoll tätig werden können, verfügt jeder Spieler anfangs über fünf Charakterkarten, nämlich einem Jäger, einem Späher, einem Häuptling, einer Sammlerin und einmal Nachwuchs.

Auch zwei Gegenstände in Form von Karten erhält jeder Spieler auf die Hand, die er im weiteren Spielerverlauf "erschaffen" und damit nutzen kann. Und was war für Steinzeitmenschen wohl die größte Antriebsfeder? Der Hunger! Dieser wird in Form von (Hunger-)Plättchen dargestellt, von denen jeder zwei zu Spielbeginn erhält. Hunger ist schlecht und daher schmälern diese Plättchen, sofern man sie zum Zeitpunkt einer Wertung noch besitzt, den Ertrag an Siegpunkten, der in erster Linie durch die Anzahl an Stammesmitgliedern bestimmt wird.
Und wie das mit dem Hunger üblicherweise so ist, man kann ihn stillen, er kommt aber immer wieder, und so auch hier. Kaum hat man bei einer Wertung Siegpunkte bekommen (oder bei zu viel Hunger im Spiel schlimmsten Falls sogar verloren) erhält man so viele "neue" Hungerplättchen wie man Stammesmitglieder hat. Schließlich will jeder etwas essen.

Auf dem kleinen aber ausreichenden Spielplan sind neben einer Höhle, in der bei Spielbeginn bereits pro Spieler ein weiteres Stammesmitglied auf seinen Einsatz wartet, auch die Siegpunktleiste und die Kosten für das Einsetzen eines weiteren Stammesmitgliedes in der Höhle zu sehen. Wird das Ende der Siegpunktleiste erreicht, endet auch das Spiel und es steht fest, wer mit den Widrigkeiten der Steinzeit am besten zu Recht gekommen ist.

An den Spielplan angrenzend liegen je ein verdeckter Stapel mit Wildnis- und mit Jagdgebietkarten, wobei zwei Wildniskarten offen daneben ausliegen und so die ersten Gebiete und deren Rohstoffe zeigen, um welche die beiden Stämme konkurrieren werden.
Wer an die Reihe kommt, spielt entweder eine seiner Charakterkarten aus und befolgt deren Anweisungen, oder er nimmt beliebig viele seiner Stammesmitgliedern aus Wildnis und Jagdgebieten zurück auf seine Stammeskarte, sammelt dabei Rohstoffe und/oder Nahrung aus den entsprechenden Gebieten ein und darf dafür Hungerplättchen abgeben bzw. Gegenstände erschaffen. Von Ortskarten eingesammelte Ressourcen werden abgedeckt und stehen nicht mehr zur Verfügung, vollständig ausgebeutete Gebiete werden abgelegt und durch entsprechende neue Gebiete von den Nachziehstapeln ersetzt.

Gegenstände können sehr hilfreich sein und immer dann ausgespielt werden, wenn man durch die Zurücknahme von Stammesmitgliedern die benötigten Rohstoffe erhält, die nicht aufbewahrt werden können sondern sofort verwertet werden müssen. Rohstoffkosten sowie Auswirkungen eines Gegenstandes sind auf der entsprechenden Karte zu sehen und in vielen Fällen bedeuten Gegenstände auch Siegpunkte, die man sofort erhält und auf der Siegpunktleiste festhalten darf.

Spätestens wenn ein Spieler keine Charakterkarten mehr besitzt und auch keine Stammesmitglieder mehr zurück auf seinen Stammeskarte nehmen kann oder will, endet einer der harten Arbeitstage in der Steinzeit und der entsprechende Spieler führt einen "Sonnenuntergang" für seinen Stamm durch. Dabei gibt es, wie bereits erwähnt, unter Umständen Siegpunkte und neue Hungerplättchen, aber auch sechs neue Charakterkarten. Diese zieht der entsprechende Spieler nacheinander aus der Auslage, die durch die ausgespielten Karten der Spieler immer wieder ergänzt wird, und zwar immer aus der Reihe mit den meisten Karten die am weitesten rechts liegende Karte.

Wer einen "Sonnenuntergang" durchführt und noch Charakterkarten auf der Hand hält hat zwar am nächsten Tag (in der kommenden Runde) mehr Karten auf der Hand, bekommt aber für jede dieser übrigbehaltenen Karten einen Minuspunkt. Trotzdem kann gibt es Situationen, in denen man diese Minuspunkte gern in Kauf nimmt. Von den nicht "erschaffenen" Gegenständen, die man ggf. noch auf der Hand hat, darf nur einer behalten werden, überzählige müssen ersatz- und nutzlos abgeworfen werden.

Auf der Siegpunktleiste sind auch einige sog. Bonusfelder, die es einem Spieler sobald sein Punktestein eines dieser Felder erreicht, zwei seiner erschaffenen Gegenstände abzugeben um dafür einen Bonuspunkt zu bekommen. Oftmals ist es das auch wert, denn wenn man das Ende der Siegpunktleiste, das Zielfeld, als erster erreicht, hat man die größten Chancen das Spiel zu gewinnen. Damit aber nun keiner "auf Kosten seiner Stammesmitglieder" voranprescht, gibt es die Regel, dass man das Zielfeld nur mit maximal drei Hungerplättchen betreten kann.
In jedem Fall haben am Ende beide Spieler gleich viele Spielzüge gemacht und wer mehr Punkte erreichen konnte, gewinnt das Steinzeitduell.

Jäger + Späher ist mal wieder ein absolut gelungenes Spiel aus der Kosmos 2er-Reihe. Mit einem relativ geringen Glücksanteil kann taktiert werden was das Zeug hält. Die offene Auslage der Karten, die aus den ausgespielten Karten der Spieler gebildet wird und aus der die neuen Karten nachgezogen werden können erlauben es so manches Mal sogar schon beim Kartenziehen die Pläne des Gegners zu durchkreuzen. Kein Nachwuchs ohne die passende Karte und kein Nachwuchs bedeutet wenige Stammesmitglieder, wenige Aktionen und weniger Siegpunkte. Da kann es sich beispielsweise schon mal lohnen diese Karte dem Gegner wegzuschnappen.

Doch nicht nur bei den Karten gilt es die Bedürfnisse des Gegners zu kennen, auch die Rohstoffe sind begrenzt und ein dringend benötigter Rohstoff dem man seinem Konkurrenten wegschnappen kann ist immer eine Überlegung wert.

Der Einstieg ins Spiel wird einem so leicht wie möglich gemacht. Die Regeln sind verständlich und vollständig und es wird sogar die Möglichkeit eines Einführungsspiels angeboten, bei dem man mit einem 10-Punkte-Polster beginnt, also auch mal die eine oder andere negative Wertung hinnehmen kann. Die "Heiligen Orte", eine echte taktische Bereicherung des Spiels, fehlen im Einführungsspiel noch, so dass man sich zunächst ganz auf die Grundmechanismen des Spiels konzentrieren kann und nicht durch diese zusätzlichen Möglichkeiten zu sehr vom Grundlegenden abgelenkt wird. Aber bereits nach ein oder zwei Partien kann und sollte man sich dem "normalen" Spiel zuwenden.

An der Ausstattung gibt es nichts auszusetzen. Optik und Thema bilden eine saubere, schöne Einheit, die neben den funktionierenden Mechanismen erheblich zum tollen Spielerlebnis beitragen. Die zahlreichen Gegenstände, Orts- und Charakterkarten sorgen für ausreichend Abwechslung und Langzeitmotivation und wer zur routiniert zu werden droht, der kann sich an der sog. "Überlebenskampf-Variante" versuchen, bei der beispielsweise deutlich weniger Fleisch und Fell ins Spiel kommen, der Konkurrenzkampf also noch härter wird.

Mir hat Jäger + Späher ganz hervorragend gefallen und ich kann dieses Zweipersonenspiel jedem nur ans Herz legen.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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