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Caverna: Die Höhlenbauern



Anzahl Spieler

Für 1 bis 7 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 210 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)



Verlag

Lookout Games
Lookout Games


Autor

Uwe Rosenberg


Bild



Sonstiges:

Sehr oft werden die Spiele Agricola und Caverna: Die Höhlenbauern in einem Atemzug genannt und das kommt nicht von ungefähr. Vieles verbindet diese beiden Spiele, die Ähnlichkeiten sind sehr schnell zu erkennen. Nicht nur Verlag, Autor sowie opulente und gewichtige Ausstattung sind gleich, sondern auch spielerisch ähneln sich die beiden Spiele recht stark. Aus den Bauern wurden Zwerge die auch mal Streifzüge unternehmen können und das bewirtschaften der "Heimatspielpläne" durch die Spieler findet nun auch unterirdisch bzw. in Höhlen statt, aber im wesentlichen geht es noch immer darum, dem Gebiet auf seinem Spielplan möglichst effektiv die Ressourcen abzugewinnen um mit ihnen am Ende mehr Punkte als die Konkurrenten zu erzielen. Die Zwerge sind dabei der Schlüssel, denn sie werden eingesetzt um die notwendigen Aktionen ausführen zu können.

Wer also mit Agricola vertraut ist, der findet sich in Caverna: Die Höhlenbauern in kürzester Zeit zu Recht. Runde für Runde werden auf den Basisspielplänen, die je nach Mitspielerzahl gewendet und zusammengelegt werden, ergänzend zu den schon anfänglich verfügbaren Aktionsmöglichkeiten weitere Optionen aufgedeckt und ggf. mit Ressourcen bestückt. Durch Einsatz ihrer Zwerge auf diesen Aktionsmöglichkeiten gelangen die Spieler an Nahrung für die Zwerge, an Rohstoffe zum Bau von Ställen, unterirdischen Stollen und Einrichtungen für Höhlenräume, an Erze und Edelsteine oder an die Möglichkeit das Gelände zum Anbau von Getreide oder Gemüse bzw. zur Tierhaltung vorzubereiten.
Mit zwei Zwergen in einer Wohnhöhle beginnt man, hat aber nach Bereitstellung von ausreichend Wohnraum die Möglichkeit seine Zwerge für Nachwuchs sorgen zu lassen um in den nachfolgenden Runden mehr als nur zwei Aktionen durchführen zu können. Mehr Zwerge benötigen aber natürlich auch mehr Nahrung und das muss, wenn auch nicht mehr ganz so extrem wie bei Agricola, berücksichtigt werden. Am Ende bringen dann Nutztiere, landwirtschaftliche Erträge, Gold, Rubine, Zwerge, Höhleneinrichtungen, Stuben, Lager, Kammern, Minen und Weiden Siegpunkte. Nicht bebaute Gebiete oder fehlende Nutztierarten schlagen mit Minuspunkten zu Buche und nach maximal zwölf Spielrunden steht der Gewinner fest.

Neben dem Altbekannten gibt es aber auch einige recht interessante Neuerungen. Die bis zu fünf Zwerge, die jeder Mitspieler insgesamt ins Spiel bringen kann, haben neben Felderbewirtschaftung, Tierhaltung und der neuen Möglichkeit des Höhlenbaus auch die Option mehr oder weniger gut bewaffnet Streifzüge zu unternehmen. Je nach Bewaffnung, die anfangs maximal den Kampfwert 8 erreichen kann, besteht bei jedem unternommenen Streifzug eine mehr oder weniger große Auswahl an Ressourcen oder Aktionsmöglichkeiten, aus denen der entsprechende Spieler je nach Wertigkeit der Jagd ein oder mehrmals auswählen darf. Diese Ressourcen und Aktionsmöglichkeiten sind umso wertvoller bzw. effektiver, je höher der Kampfwert ist und der wird nach jedem durchgeführten Streifzug automatisch um 1 bis zum Maximalwert angehoben. Streifzüge bringen dringend benötigte Rohstoffe bzw. ermöglichen wichtige Aktionen ohne dafür einen Zwerg einsetzen zu müssen, sind also eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit dem Sieg einen deutlichen Schritt näher zu kommen.

Die aus Agricola bekannten Anschaffungen und Ausbildungen wurden durch die Möglichkeit Höhlenräume derart auszubauen, dass sie bestimmte Funktionen übernehmen und/oder zusätzliche Siegpunkte einbringen - oft in Abhängigkeit bestimmter Erträge (z.B. 1 Siegpunkt für je zwei Erze usw.) -, ersetzt. Diese Höhlenausbauten können es an Vielfalt zwar nicht mit den Anschaffungen und Ausbildungen aufnehmen, bieten jedoch aus meiner Sicht noch immer ausreichend vielfältige Möglichkeiten. "Hardcore-Agricolaspieler" mögen das anders sehen, doch ich für meinen Teil habe die Möglichkeiten durch die Anschaffungen und Ausbildungen in Agricola nie voll ausreizen können und sehe auch hier bei Caverna: Die Höhlenbauern nicht die Gefahr, dass so etwas wie Langeweile aufkommen könnte.

Neben den bekannten Nutztieren Schafe, Wildschweine und Rinder gibt es nun auch Esel, die in den Minen untergebracht werden können, und Hunde, für die keine Unterkunft eingeplant werden muss, die aber die Tierhaltung, zumindest der Schafe, deutlich erleichtern. Sind normalerweise Ställe und/oder Weiden erforderlich um die Tierhaltung im größeren Stil zu ermöglichen, können Hunde Schafherden auch auf offener Weide im Zaum halten. Dabei kann immer ein Schaf mehr kontrolliert werden, als Hunde auf der Weide vorhanden sind. Zusätzlich zu diesem recht angenehmen Effekt, bringen Hunde bei Spielende auch noch je einen Siegpunkt und sind damit immer gern gesehene Gäste bei allen Höhlenbauern.

Eine weitere allerdings nicht allzu gewichtige Neuerung gegenüber Agricola ist die Möglichkeit Caverna: Die Höhlenbauern auch mit sieben Mitspielern zu spielen. Für mich ist das nur eine theoretische Möglichkeit, denn so viele Caverna-Mitspieler würden bei mir den Tisch und wohl auch den zeitlichen Rahmen sprengen. Abgesehen davon funktioniert Caverna: Die Höhlenbauern auch bei kleinerer Mitspielerzahl wunderbar, sogar zu Zweit und solo.

Trotz aller Ähnlichkeiten, insbesondere bezüglich der Mechanismen, trifft die hier und dort zu lesende/hörende Bezeichnung "Agricola light" auf Caverna: Die Höhlenbauern aus meiner Sicht definitiv nicht zu. Der Wegfall der Anschaffungen und Ausbildungen, die "nur" durch die Höhleneinrichtungen ersetzt wurden, schränkt zwar die Möglichkeiten ein, jedoch nicht derart, dass kein ausreichender Raum für Strategien bleibt.

Auch die Entschärfung der Ernährungssituation führt zu keiner Unterforderung der Mitspieler sondern lediglich dazu, dass die Ernährung nicht mehr ganz so sehr im Zentrum aller Bemühungen steht. Ich empfinde das als angenehm. Caverna: Die Höhlenbauern spielt sich "runder" als Agricola und man hat (noch) mehr das Gefühl etwas Aufzubauen als hauptsächlich Mangelsituationen beheben zu müssen.

Ob man aber nun Caverna: Die Höhlenbauern braucht wenn man Agricola schon besitzt ist eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Ich für meinen Teil würde Caverna: Die Höhlenbauern den Vorzug geben, wenn ich keines der beiden Spiele besitzen würde, mir wohl aber nicht beide Spiele zulegen. Der Preis ist dann doch recht stattlich, wenn auch aufgrund der bombastischen Ausstattung mehr als gerechtfertigt. In jedem Fall ist Caverna: Die Höhlenbauern ein Highlight seines Jahrganges, wenn auch durch die Ähnlichkeit zu Agricola nicht unbedingt im Hinblick auf Innovation.

Vielen Dank an Lookout Games für das Rezensionsexemplar!

Wer sich jetzt gerne noch die Komponenten in bewegten Bildern aunschauen möchte, kann sich bei unserem Partner - Cyrils Brettspiele - eine Partie anschauen. Nils spielt da für Euch eine komplettes Spiel durch: >>> Videovorstellung von Caverna: Die Höhlenbauern <<<


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