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Zombicide



Anzahl Spieler

Für 1 bis 6 Spieler
ab 13 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Asmodee
Asmodee


Autor

Jean-Baptiste Lullien,
Nicolas Raoult


Bild



Sonstiges:

Sie kommen! Und es werden immer mehr. Sie breiten sich immer weiter aus, auch im Bereich der Brettspiele. Die Rede ist von Zombies, die sich stetig wachsender Beliebtheit erfreuen und die einen Verlag nach dem anderen "infizieren". Auch Verlage, bei denen überlicherweise eher Mainstreamspiele oder zumindest nicht ganz so düstere Themen zu finden sind, bleiben nicht verschont. Neben Kosmos und Queen Games hat sich in diesem Jahr auch Asmodee dieses Themas angenommen und mit Zombicide einen Kick-Starter-Erfolg des Vorjahres in das Verlagsprogramm aufgenommen und für den deutschsprachigen Raum aufbereitet.

Wie zu erwarten befinden sich die bis zu sechs Mitspieler in einer unangenehmen Situation. Sie sind Überlebende einer Zombie-Plage mit dem Ziel zu überleben. Insgesamt 11 Missionen, wobei eine lediglich eine Art Tutorial darstellt das die Spieler ganz locker in die Spielmechanismen einführt, gilt es zu bewältigen und diese stellen die Mitspieler vor unterschiedlich schwere Aufgaben mit ganz unterschiedlicher Spieldauer. Während Neulinge eher eine leichtere Mission mit kürzerer Spieldauer wählen, können sich Veteranen mit den schwierigen Aufgaben rumschlagen und auch mal einen längeren Abend mit Zombicide verbringen.

Regelumfang und Spielablauf sind erfreulich einfach, auch wenn eine 28 Seiten umfassende aber reich bebilderte Spielregel anderes vermuten lässt, und spätestens nach dem etwa 20 Minuten umfassenden Tutorial hat man alles verinnerlicht, um sich in den Missionen zurecht zu finden. Diese geben die zu verwendenden Spielplanteile, Türen, Autos, Missionsziele, die Startaufstellung von Zombies und Überlebenden, die Startausrüstungen usw. vor und es entsteht ein in seiner Optik zum Zombie-Thema passender Ausschnitt einer Stadt mit Straßenzügen und Gebäuden.

Die "Verwaltung" der Überlebenden, von denen schon bei Spielbeginn jeder eine andere "Startfähigkeit" hat, wird durch den jeweiligen Charakterbogen erledigt. Hier werden die Erfahrungsstufe, die mit jedem besiegten Zombie ansteigt, und die davon abhängigen Sonderfähigkeiten, die Ausrüstung und ggf. erlittene Verwundungen festgehalten. Die Charakterbögen benötigen zwar einiges an Platz, allerdings sind sie sehr hilfreich, insbesondere wenn man im Spiel mit weniger als vier Mitspielern unter Umständen für mehr als einen Überlebenden verantwortlich ist.
Etwas leichter tut man sich, wenn man die zum Spiel gehörige App nutzt, die einem diese Verwaltungsarbeit deutlich leichter macht.

Sobald der Spielaufbau erledigt ist kann die Mission mit der Spieler-Phase beginnen, in der alle Mitspieler beginnend mit dem Startspieler reihum mit jedem ihrer Überlebenden zum Zug kommen. Anfangs hat jeder Überlebende drei Aktionen, die für die Fortbewegung, die Suche nach Ausrüstung, das Öffnen von Türen, dem Kampf usw. verwendet werden können. Einige Missionen erlauben auch zusätzliche Aktionen wie beispielsweise das Einsteigen und Benutzen eines Fahrzeugs, mit dem man sich nicht nur fortbewegen sondern auch Untote platt machen kann, aber das ist dann bei der jeweiligen Missionsbeschreibung angegeben.

Im Kampf oder beim Öffnen von Türen sollte ein recht interessanter und unter Umständen folgenschwerer Aspekt berücksichtigt werden und zwar der Faktor Lärm. Lärm lässt sich nie so wirklich ganz vermeiden, aber Schusswaffen machen natürlich so richtig Krach, genauso wie das Aufbrechen einer Tür mit einer Feuerwehraxt oder einer Kettensäge. Und was bewirkt Lärm in Mitten von Zombies? Genau, er lockt sie an und das ist nicht immer wirklich hilfreich. Nur manchmal, zumindest dann, wenn man Lärm ganz gezielt einsetzt um die Zombies dahin zu dirigieren, wo man sie gerne haben möchte, doch dazu später mehr.
Dargestellt wird verursachter Lärm einmal durch die Spielerfiguren (jeder Überlebende verursacht immer Lärm und sei es nur durch sein ängstliches Atmen) und zum anderen durch Lärmmarker. Diese werden immer dann in einen Raum oder einen Straßenabschnitt gelegt, wenn dort ein lärmverursachender Ausrüstungsgegenstand verwendet wird.

So gerne man es vermeiden würde, früher oder später trifft man auf Zombies und sei es nur, weil man bei der Suche nach Ausrüstung einen dieser Untoten aufgeschreckt hat, und dann kommt es zum Kampf. Wer mit einer geeigneten Waffe ausgerüstet ist setzt diese ein um im Kampf die besseren Argumente zu haben und würfelt. Neben der Anzahl der Würfel und der Reichweite einer Waffe gibt die Waffenkarte auch die Schadenspunkte an, die bei einem Treffer verursacht werden. Während einige der Untoten, die sog. Schlurfer oder auch die schnellfüßigen Läufer, mit nur einem Schadenspunkt ausgeschaltet werden können, benötigt man für einen der "Fettbrocken" - ja, die werden wirklich so genannt - schon eine Waffe die zwei Schadenspunkte verursacht. Klar, dass man da mit einer einfachen Pfanne als Waffe nicht wirklich weiterkommt.

Ganz besonders hartnäckig und zäh ist das Monstrum, für das sogar eine 3 Schadenspunkte verursachende Waffe benötigt wird, oder am besten ein Molotow-Cocktail. Der Molotow-Cocktail ist die perfekte Waffe gegen die Untoten, denn er tötet alles in der Zielzone, leider im schlimmsten Fall auch die Mitstreiter. Die besonders schwer zu eliminierenden Monstren bringen deutlich mehr Erfahrungspunkte, als die "normalen" Zombies, doch Erfahrungspunkte sind nicht nur positiv zu sehen. Es stimmt zwar, dass die Überlebenden mit zunehmender Erfahrung früher oder später zusätzliche Aktionen und Fähigkeiten erhalten, allerdings steigt dabei auch das sog. Gefahrenlevel, d.h. es kommen Runde für Runde mehr Zombies auf den Spielplan und das relativiert die zusätzlichen Fähigkeiten doch erheblich.

Was den Kampf betrifft ist es natürlich erheblich sicherer die Zombies aus "sicherer" Entfernung zu bekämpfen, problematisch beim Fernkampf ist allerdings, dass die Überlebenden wohl recht ungeübt im Umgang mit Schusswaffen aller Art sind. Das Zielen fällt schwer und gelingt regelmäßig nicht, will heißen, dass die Treffer nach einer festen Reihenfolge auf die Ziele einer Zone verteilt werden und diese Reihenfolge ist nicht "überlebendenfreundlich". Zunächst werden nämlich immer Überlebende getroffen! Als nächstes erwischt es die Schlurfer, dann die Fettbrocken oder/und das Monstrum und erst zu Letzt die gefährlichen Läufer. Wohl dem, der beispielsweise sein Gewehr mit einer Zielvorrichtung ausgerüstet hat und dann ganz gezielt die gefährlichen Läufer aus einer Zombiegruppe raus ballern kann.

Waren alle Spieler mit allen Überlebenden am Zug, schließt sich an die Spieler- die Zombie-Phase an. Jeder auf dem Spielbrett vorhandene Zombie wird aktiviert und bewegt sich entweder, oder er greift einen Überlebenden an. Befindet sich ein Zombie auf demselben Feld wie ein oder mehrere Überlebende, greift er an, gleichzeitig und zusammen mit alle seinen "Artgenossen", die sich ebenfalls auf diesem Feld befinden. Für einen Zombieangriff muss nicht gewürfelt werden, jeder Zombie verursacht immer einen Schaden und der gesamte Zombieschaden eines Angriffs muss beliebig auf die angegriffenen Überlebenden verteilt werden.
Der erste Schaden, den ein Überlebender hinnehmen muss, wird in Form einer Wunde-Karte ins Inventar gelegt und blockiert dort einen freien Platz. Ist das schon unangenehm genug, kommt es mit einer zweiten Verwundung noch schlimmer, denn die bedeutet den Tod des Überlebenden.

Hat ein Zombie nicht die Möglichkeit zum Angriff, dann bewegt er sich um ein Feld auf die Überlebenden zu, die er sehen kann. Sieht er keine Überlebenden, bewegt er sich auf dem kürzesten Weg auf die Spielplanzone mit den meisten Lärmmarkern bzw. Überlebenden (=Lärmquelle) zu. Gibt es mehrere gleichlange Wege zum Ziel, dann teilt sich eine Zombiegruppe auf, ggf. kommt sogar ein Zombie hinzu, damit die durch die Aufteilung entstandenen Gruppen gleich groß sind. Ein wirklich unangenehmer Umstand, den man beim "Lärmen" berücksichtigen sollte. Ggf. lohnt sich sogar mal ein Schuss in die Luft, wenn man damit die Laufwege der Zombies günstiger gestalten kann. Lärm kann also auch ein Verbündeter sein.

Soweit so gut, wären da nicht die Läufer. Diese werden nicht umsonst Läufer genannt, sie sind extrem schnell und daher nicht zu unterschätzen. Sobald ein Läufer seine Aktion durchgeführt hat, wird er sofort ein zweites Mal aktiviert und kann nochmals Laufen oder Angreifen. Läufer sind richtig unangenehme Kerlchen! Kaum sieht man sie um die Ecke biegen und denkt sich man hat ja noch Zeit bis der hier ankommt, schon steht man in Mitten einer Gruppe Läufer, was meist gleichbedeutend mit dem Ende für diesen Charakter ist.

Waren alle Zombies an der Reihe, kommt Nachschub. In den durch das Missionsszenario vorgegebenen sog. "Brutzonen" erscheinen je nach Gefahrenlevel, das durch die Erfahrungsstufe des erfahrensten Überlebenden bestimmt wird, mehr oder weniger weitere Zombies. In dieser Phase sind die Fettbrocken am unangenehmsten, denn sie tauchen nie alleine sondern immer in Begleitung von zwei Schlurfern auf. Den Rundenabschluss bildet die End-Phase, in der alle Lärmmarker vom Spielplan entfernt werden und das Startspieler-Plättchen an den linken Nachbarn weitergegeben wird. Auf diese Weise wird Runde für Runde gespielt, bis entweder das Missionsziel erreicht bzw. das Missionsziel nicht mehr erreichbar ist oder der letzte Überlebende den Zombies zum Opfer gefallen.

Zombicide ist aus meiner Sicht bisher neben City of Horror eines der Highlights des Genres, wobei ich natürlich sicherlich bei Weitem nicht alle Spiele dieser Art kenne. Die Ausstattung dieses Zombie-Slayers ist mit über 70 Kunststoffminiaturen, neun beidseitig, stimmungsvoll bedruckten und stabilen Spielplanteilen und über 100 Spielkarten absolut vorbildlich zu nennen. Einzig die Optik der Charaktere ist für meinen Geschmack etwas zu "poppig" geraten, aber das mögen andere auch anders sehen.

Das Regelwerk ist absolut überschaubar und kann mit Hilfe der Tutorial-Mission in kürzester Zeit verinnerlicht werden und trotzdem stellen spätestens die schweren Missionen eine echte Herausforderung dar. Wichtig ist vor allem sich im Klaren darüber zu sein, dass die steigende Erfahrung durch den Kampf mit den Untoten nicht nur neue Möglichkeiten bringt, sondern eben auch ein Ansteigen des Gefahrenlevels bedeutet. Wie das bei Zombies eben so ist, sie mögen nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sein, aber allein ihre Masse erfordert geschicktes und vor allem untereinander abgestimmtes Vorgehen.

In der Anfangsphase einer Mission ist das Gefahrenlevel noch niedrig und damit die Zahl der Zombies noch recht überschaubar. Diese Zeit muss genutzt werden um sich mit besseren Waffen auszurüsten. Befinden sich keine Polizeifahrzeuge auf der Straße, in denen immer Waffen zu finden sind, muss man sich, auch auf die Gefahr hin einige Zombies aufzuschrecken, in die Gebäude wagen um dort nach Ausrüstung zu suchen. Es macht auf Dauer einfach keinen Spaß und ist auch viel zu risikoreich immer nur mit einer Pfanne auf die Untoten einzukloppen.
Sobald man sich dann aber ausreichend gerüstet fühlt, muss man unbedingt wieder das Missionsziel in den Fokus rücken und nicht etwa in ein sinnloses Gemetzel verfallen und das Gefahrenlevel in unnötige Höhen treiben. Sehr schnell kann man sich dann einer immer größer werdenden Zahl an Zombies gegenüber sehen, die es immer schwieriger machen das eigentliche Ziel noch zu erreichen.

Mag man kooperative Spiele, sollte man ruhig mal einen genaueren Blick auf Zombicide werfen und wer sich dazu noch durch die Thematik angesprochen fühlt, der kann bedenkenlos zugreifen. Bieten die 10 recht unterschiedlichen Missionen bereits reichlich Abwechslung, laden die doppelt bedruckten Spielplanteile mit ihren vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten regelrecht dazu sein, sich auch mal selbst eine Mission auszudenken. Und wem es dabei an Kreativität fehlt, der kann sich die kostenlosen Missionen auf der Verlagswebsite ansehen und dürfte da Material für etliche Stunden Zombicide finden.

Mir hat Zombicide jedenfalls viel Spaß gemacht, wesentlich mehr als beispielsweise The Walking Dead, das ich vor kurzem testen konnte und das trotz Serienvorlage mit relativ großem Bekanntheitsgrad nicht mal ansatzweise an Zombicide herankommt.

Vielen Dank an Asmodee für das Rezensionsexemplar!

Wer sich jetzt gerne noch die Komponenten in bewegten Bildern aunschauen möchte, kann sich bei unserem Partner - Cyrils Brettspiele - eine Partie anschauen. Nils spielt da für Euch eine komplettes Spiel durch: >>> Videovorstellung von Zombicide <<<


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