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Russian Railroads



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Helmut Ohley ,
Leonhard Orgler


Bild



Sonstiges:

Eisenbahn trifft Workerplacement, so lässt sich die jüngste Neuheit Russian Railroads von Hans im Glück am besten in einem Satz zusammenfassen. Weder die Eisenbahnthematik noch der Workerplacement-Mechanismus sind sonderlich innovativ aber wenn eine neue Mischung von Altbekanntem zu einem ansprechenden Ergebnis führt, soll mir das recht sein.

Die bis zu vier Mitspieler stehen also vor den Aufgaben mit ihren anfangs fünf Arbeitern in Russland drei Eisenbahnstrecken zu bauen, diese später auszubauen, ausreichend leistungsfähige Lokomotiven zu beschaffen um diese Bahnstrecken dann auch befahren zu können und schließlich auch noch die Industrialisierung voranzureiben. All das bringt Runde für Runde Siegpunkte und entscheidet darüber, wer am Ende der erfolgreichste Eisenbahnmogul Russlands ist.

Ein Hauptspielplan zeigt, ordentlich nach ihrer Funktion gegliedert, die möglichen Aktionen und die jeweils dafür benötigte Anzahl an Arbeitern, die ein Spieler dort einsetzen muss, um die entsprechende Aktion ausführen zu können. Links sind die Aktionen für den Schienenbau zu finden, in der Mitte besteht die Möglichkeit auf die Spielerreihenfolge für die kommende Runde Einfluss zu nehmen und auf der rechten Spielplanseite befinden sich die Aktionen für den Eisenbahnerwerb, die Industrialisierung und einige sonstige Aktionen (z.B. anheuern von Leiharbeitern, Geld kassieren usw.), sowie ein Bereich für Ingenieure, die ihre verschiedensten Dienste anbieten.

Zusätzlich erhält jeder Mitspieler ein Spielertableau, auf dem die drei Eisenbahnlinien zu sehen sind und an das im unteren Bereich Fabriken für die Industrialisierung, rechts angeheuerte Ingenieure und links gekaufte Lokomotiven für die Bahnstrecken angelegt werden können. Auf jeder der Bahnstrecken liegt auf dem jeweils ersten Feld je ein schwarzes Schienenstück, die bei weiterem Ausbau der Bahnstrecken um die entsprechende Anzahl an Feldern weitergezogen werden.
Einige Streckenbaufortschritte bringen den Spielern Vergünstigungen, beispielsweise verbesserte Schienenteile in den Farben grau, braun, beige und weiß, mit denen sich jede Bahnstrecke verbessern lässt, so dass sie mehr oder überhaupt erst Punkte bei den Wertungen einbringen. Erreicht man beispielsweise mit dem schwarzen Schienenteil das zweite Feld der Transsibirien-Strecke, erhält man drei graue Schienenteile, mit denen man seine drei Bahnlinien anschließend mit der entsprechenden Aktion (Bau grauer Schienenteile) verbessern kann. Dazu setzt man einfach eine graue Schiene mit der ersten Bauaktion auf der gewünschten Strecke ein und zieht diese dann Feld für Feld voran, genauso wie zuvor das schwarze Schienenteil, das allerdings dabei nicht "überholt" werden darf.
Mit den braunen, beigen und weißen Schienenteilen verhält es sich genauso, wobei die Reihenfolge der Schienenfarben auf einer Strecke nie verändert werden darf. Jede Bahnstrecke beginnt mit schwarzen Schienen, gefolgt von grauen, dann braunen, anschließend beigen und schließlich ggf. noch weißen Schienenteilen.

Neben verbesserten Schienenteilen kann man durch Schienenbaufortschritte auch zusätzliche Arbeiter, Bonuspunkte oder -plättchen bekommen und dabei ist zu beachten, welche Vergünstigungen man auf welcher Bahnstrecke bekommt, sofern man nicht den Komplettausbau aller drei Strecken zum Ziel hat. Neben dem Bahnstreckenbau ist nämlich auch die Industrialisierung sehr punkteträchtig. Die ersten vier Schritte auf der Industrialisierung sind auch bereits möglich ohne sich um eine Fabrik zu bemühen, ab dem fünften Schritt wird alle zwei zusätzliche Schritte auf der Leiste eine Fabrik benötigt. Trotz dieses Aufwandes kann sich das lohnen, denn die Punkte steigen nicht linear sondern der Punktezuwachs wird alle zwei Fortschritte erheblich gesteigert.

Damit eine Bahnstrecke letztlich auch Punkte einbringt, muss sie genutzt, also von einer Lokomotive befahren werden. Eine Lok mit dem Wert 1 hat jeder Spieler schon zu Beginn des Spiels an seiner Transsibirien-Strecke ausliegen und das bedeutet, dass die Bahnstrecke bereits 1 Feld weit in Benutzung ist. Baut man später eine höherwertige Lok an eine Strecke, wird diese entsprechend viele Felder weit genutzt was insoweit wichtig ist, da nur der tatsächlich genutzte Streckenabschnitt am Ende einer Spielrunde Punkte einbringt. An jeder Bahnstrecke kann eine Lokomotive eingesetzt werden, an der deutlich längeren Transsibirien-Strecke sind zwei Lokomotiven erlaubt, deren Werte zusammengezählt werden dürfen.
Auch einige Vergünstigungen setzen voraus, dass man die Strecke nicht nur bis zu einem bestimmten Punkt ausgebaut hat, sondern auch mit einer Lokomotive erreicht. Kommt es dann am Rundenende zur Wertung, sieht man auf der Übersicht rechts oben auf den Spielertableaus, wie viele Punkte es für welche gebauten Schienenteile gibt.

Ingenieure bringen unter Umständen bei Spielende Siegpunkte, zumindest wenn man die meisten oder zumindest zweitmeisten bei sich ausliegen hat, sind aber auch während des Spiels schon sehr interessant. Zum einen bieten einige bereits auf dem Hauptspielplan ihre Aktionen an, wenn man die geforderte Anzahl Arbeiter dort einsetzt, zum anderen kann man jede Runde einen dieser Ingenieure "anheuern" und diesen dann ab sofort exklusiv für sich nutzen. Zwar müssen dann noch immer Arbeiter eingesetzt werden, aber die Konkurrenten können diesen Ingenieur nicht mehr nutzen.

Gespielt wird reihum und die Spieler führen immer abwechselnd eine Aktion aus, indem sie ihre Arbeiter bzw. ihr Geld, denn jeder Arbeiter kann auch durch eine Münze ersetzt werden, bei der gewünschten Aktion einsetzen. Dabei muss beachtet werden, dass grundsätzlich bis auf eine Ausnahme jede Aktion nur von einem Spieler gewählt werden kann. Ist eine Aktion besetzt, kann sie in dieser Runde kein zweites Mal gewählt werden und das sorgt für Konkurrenz. Manche Aktionen sind zwar mehrfach vorhanden, erfordern aber eine unterschiedliche Anzahl an Arbeitern, so dass die Sache in der Regel "teurer" ist, wenn man sich zu lange Zeit lässt. Sobald der letzte Spieler gepasst hat, endet eine laufende Runde mit einer Wertung der Bahnstrecken und der Industrialisierungsleiste eines jeden Spielers.

Nach der 7. Runde, nachdem die Punkte für die Ingenieure und/oder während des Spiels gesammelte sog. Spielendekarten vergeben wurden, endet das Spiel und der größte Eisenbahnmogul Russlands steht fest.

Russian Railroads ist regeltechnisch eigentlich gar nicht so komplex. Was das Spiel zu einem "Schwergewicht" werden lässt ist die Vielzahl an Möglichkeiten die den Spielern geboten werden und die sich daraus ergebenden Strategien. Auch das Regelwerk ist äußerst gelungen und erleichtert den Einstieg ins Spiel ungemein. Den 24-seitigen Regelumfang sollte man dabei nicht überbewerten oder sich dadurch abschrecken lassen, denn er ist zu einem großen Teil der Übersichtlichkeit geschuldet und durch die zahlreiche und auch hilfreiche Bebilderung begründet.

Das Spiel ist opulent ausgestattet und kommt trotzdem ohne überdimensionierte Schachtel aus, was jedem entgegenkommt der sich öfter mal das eine oder andere Spiel zulegt und dieses unterbringen muss. Der Spielplan ist beidseitig bedruckt und je nachdem ob man zu viert oder weniger spielt, kommt die eine oder andere Seite zum Einsatz. Für die anfangs möglicherweise etwas verwirrende Wertung der Bahnstrecken hat jeder Spieler eine kleine Übersichtstafel die aber spätestens nach der zweiten Wertung eigentlich nicht mehr benötigt wird.

Spielerisch bietet Russian Railroads wie bereits eingangs erwähnt nichts Neues, das aber in gekonnter Art und Weise. Workerplacement-Spiele gibt es inzwischen etliche und alle sind in der Regel recht gut, doch aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten sticht Russian Railroads meiner Ansicht nach etwas aus der Menge hervor, wobei die Aktionsvielfalt dem einen oder anderen möglicherweise auch zu viel ist. Für mich wird dadurch der Wiederspielreiz erhöht, denn viele Wege führen nach Rom oder in diesem Fall zum Sieg und man will ja schließlich alle mal ausprobieren.

Sich auf Fabriken zu spezialisieren scheint verlockend, denn ein stetig ansteigender Punktezuwachs stellt sich schon recht früh im Spiel ein, wohingegen der Bahnstreckenbau eher schleppend Punkte bringt und die Ingenieure diese sogar erst bei Spielende liefern. Sich aber auf den Streckenbau zu konzentrieren benötigt nur etwas mehr Geduld und ist bei konsequentem Vorgehen sicherlich mehr als nur eine schlechte Alternative.

Russian Railroads ist eindeutig kein Familienspiel. Sog. "Vielspieler" hingegen dürften auf jeden Fall ihren Spaß haben, solange kein Grübler mit am Tisch sitzt, der die Spieldauer zwecks Spielzugoptimierungsversuchen deutlich in die Länge ziehen kann, so dass dann tatsächlich so etwas wie Langeweile für die Wartenden auftreten kann, die ansonsten auch nach zwei Spielstunden nicht aufkommt. Meine Empfehlung lautet: Unbedingt ausprobieren, hier könnte sich für den einen oder anderen eine (Spiele-)Perle verbergen.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!

Wer sich jetzt gerne noch die Komponenten in bewegten Bildern aunschauen möchte, kann sich bei unserem Partner - Cyrils Brettspiele - eine Partie anschauen. Nils spielt da für Euch eine komplettes Spiel durch: >>> Videovorstellung von Russian Railroads <<<


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