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Hanabi



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 20 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)



Verlag

Abacus Spiele
Abacus Spiele


Autor

Antoine Bauza


Bild



Sonstiges:

Hanabi ist der Name eines der ungewöhnlichsten Kartespiele der letzten Jahre. Er kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie Feuerblume oder Feuerwerk und so ist es nicht überraschend, dass die Aufgabe der bis zu fünf Mitspieler darin besteht, ein möglichst pompöses, also farbenfrohes und von Minute zu Minute fulminanteres Feuerwerk zu veranstalten. Je zufriedener die imaginären Zuschauer sind, desto mehr Punkte bringt das den Mitspielern am Ende wobei hier kein einzelner Sieger ermittelt wird, sondern alle Beteiligten kooperativ das Feuerwerk zu einem Spektakel oder einem Desaster werden lassen.

Das Feuerwerk entsteht, in dem die reihum zum Zug kommenden Spieler Karten in fünf Farben mit aufsteigenden Werten von eins bis fünf in der richtigen Reihenfolge aufsteigend auszuspielen. Also zunächst muss die 1er-Karte einer Farbe gespielt werden, bevor die 2er-Karte derselben Farbe angelegt werden kann usw.
Fehler werden mit dem Aufdecken eines Gewitterplättchens bestraft, von denen man sich maximal zwei erlauben darf. Ein drittes Gewitterplättchen sorgt dafür, dass das Feuerwerk quasi ins Wasser fällt, also die Spieler keine Punkte erhalten und sich an einem neuen Feuerwerk versuchen müssen.

Die Sache wäre wenig schwierig, wenn jeder, wie von anderen Kartenspielen gewohnt, seine Kartenhand sehen könnte, doch dem ist nicht so. Jeder Spieler kennt alle Karten seiner Mitspieler, nicht aber seine eigenen, die je nach Mitspielerzahl vier oder fünf Karten umfassen. Damit nun aber die Karten nicht auf gut Glück ausgespielt werden müssen, hat ein Spieler am Zug neben der Möglichkeit eine Karte auszuspielen, auch die Option einem seiner Mitspieler einen Tipp bezüglich seiner Kartenhand zu geben.
Dabei sind entweder Farb- oder Zahlenhinweise erlaubt, also beispielsweise "Du hast zwei rote Karten an Position drei und vier" oder "Du hast keine gelben Karten" oder "Die Karte an Position zwei ist eine fünf". Dabei müssen immer alle den Tipp betreffenden Karten angegeben werden, also beispielsweise alle Vierer oder alle blaue Karten. Für jeden gegebenen Hinweis muss einer der Hinweismarker von der weißen auf die schwarze Seite gedreht werden und sobald keine Marker mehr mit der weißen Seite nach oben zu sehen sind, kann kein weiterer Tipp gegeben werden. Eine mitunter unangenehme Situation für den Spieler am Zug, die man am besten vermeidet.

Da nun aber acht Hinweise für eine ganze Partie Hanabi etwas wenig wären, kann ein Spieler statt eine Karte auszuspielen oder einen Tipp zu geben auch eine seiner Handkarten abwerfen und dafür einen Hinweismarker von seiner schwarzen zurück auf die weiße Seite drehen. Auf diese Weise werden weitere Tipps ermöglicht, allerdings besteht dabei natürlich auch die Gefahr, eine dringend benötigte Karte abzuwerfen. Wenn man bedenkt, dass jede 1er-Karte in jeder Farbe genau dreimal, jede 2er-, 3er- und 4er-Karte je zweimal und jede 5er-Karte je nur einmal pro Farbe vorhanden ist, dann wird jedem deutlich, dass eine versehentlich abgeworfenen 5er-Karte dazu führt, dass die Höchstpunktzahl schon nicht mehr erreicht werden kann.

Sobald entweder je fünf Karten pro Farbe korrekt in aufsteigender Folge ausgelegt wurden, das dritte Gewitterplättchen aufgedeckt werden musste oder jeder Spieler noch ein letztes Mal am Zug war, nachdem der Nachziehstapel aufgebraucht wurde, endet das Spiel. Die jeweils höchste ausgespielte Karte einer Farbe trägt ihren Wert zu den Punkten bei und an Hand der Spielanleitung lässt sich der erreichte Punktwert bewerten. Von "Oje! Die Zuschauer buhen" über "Gut! Die Zuschauer sind erfreut" reicht die Skala über mehrere Stufen bis zur Bestbewertung "Legendär! Die Zuschauer werden diese Show nie vergessen".

Hanabi ist gewöhnungsbedürftig und daher ist man anfangs auch mit bescheideneren Wertungen zufrieden und versucht sich immer weiter zu steigern. Ist ein Team dann irgendwann so richtig gut eingespielt wird jeder Punktwert unter 20 nicht mehr als Erfolg betrachtet. Doch der Weg dahin kann weit sein, insbesondere wenn immer mal wieder Neulinge dabei sind, die sich mit Hanabi und seiner Spielweise erst vertraut machen müssen. Vieles kann und sollte beachtet werden, wenn man richtig erfolgreich sein will. Beispielsweise verraten einem nicht nur die Tipps der Mitspieler etwas über die eigene Kartenhand, sondern auch die nicht gegebenen Tipps.

Eine Karte, die man schon relativ lange auf der Hand hält ohne einen Hinweis bekommen zu haben, dürfte mit höherer Wahrscheinlichkeit ein "Wegwerfkandidat" sein, als die übrigen Karten. Also kein Hinweis ist irgendwann auch ein Hinweis und das sollte man als Mitspieler berücksichtigen und eher früher als später Tipps zu den "wichtigen" Karten geben. Um aber hier den Überblick zu behalten könnte es hilfreich sein, seine Kartenhand nach dem "Alter" zu sortieren, also beispielsweise die Karte, die am längsten auf der Hand ist, am weitesten links usw.

Karten über die man Informationen erhalten hat kann man sich leichter merken, in dem man sie verkehrt herum auf der Hand hält oder etwas nach oben versetzt, was die Spielregel ausdrücklich erlaubt. Auch sollten Tipps nach Möglichkeit Informationen über mehr als eine Karte beinhalten, so dass eine Kombination aus mehreren Tipps seinem Besitzer möglichst viele konkrete Informationen zur Verfügung stellt. Zunehmende Spielerfahrung und ein eingespieltes Team sind dann früher oder später der Schlüssel zum Erfolg und damit das Spiel auch dann noch nicht langweilig wird, gibt es Varianten um den Schwierigkeitsgrad zu verändern.

Bei wem sich absolut kein Erfolgserlebnis einstellen will, der erhöht die Zahl der Hinweisplättchen und wer es schwieriger mag, der spielt mit weniger Gewitterplättchen oder zusätzlich mit den 10 bunten Feuerwerkskarten als sechste Farbe. Oder man verwendet die bunten Karten nicht als eigenständige sechste Farbe sondern die entsprechenden Karten gehören jeder Farbe an und müssen damit bei jedem Farbtipp mit angegeben werden. Wer dann also beispielsweise einen Tipp über gelbe Karten geben will, der muss dabei auch die bunten Karten mit angeben, so dass ein Spieler bei einem solchen Tipp nicht genau weiß, ob eine Karte tatsächlich die angegebene Farbe hat oder vielleicht eine bunte Karte ist. Damit erhöht sich zum einen der Schwierigkeitsgrad aber auch die maximal erreichbare Punktzahl, in jedem Fall bleibt das Spiel so auch über einen längeren Zeitraum spannend und fordernd.

Hanabi ist für mich ein absoluter Überraschungshit, der völlig zu Recht auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres steht. Sehr überschaubare Regeln erlauben einen sehr schnellen Einstieg ins Spiel, jedoch ist der Weg zum Erfolg von Runde zu Runde oft unterschiedlich lang. Das Preis-Leistungsverhältnis ist jedenfalls phänomenal und selten habe ich ein Spiel erlebt, das auf so breiter Basis so gut angekommen ist. Ob Gelegenheits- oder Vielspieler, bei allen ist dieses Spiel gleichermaßen beliebt, wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen. Ich für meinen Teil bin von Hanabi sehr angetan und könnte derzeit eine Partie nach der anderen spielen.

Vielen Dank an Abacus Spiele für das Rezensionsexemplar!


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