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Suburbia



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Lookout Games
Lookout Games


Autor

Ted Alspach


Bild



Sonstiges:

Städteplaner müssen die unterschiedlichsten Faktoren berücksichtigen, abwägen und in eine Art Gleichgewicht bringen. Einnahmen sind zwingend nötig für eine Expansion doch was nützt das größte Stadtgebiet, wenn der Ruf der Stadt so schlecht ist, dass die Bevölkerung ausbleibt oder gar abwandert. Die Bevölkerung ist es schließlich, die eine Stadt zu einer Stadt macht. Im Spiel Suburbia schlüpfen die bis zu vier Mitspieler in die Rollen solcher Stadtplaner und kümmern sich um die Belange eines Vorortes einer künftigen Metropole, weisen Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete aus und versuchen am Ende die größte Bevölkerung in ihrem Vorort anzusiedeln.

Jede Vorstadt der Mitspieler beginnt mit drei Stadtplättchen, einer Vorortsiedlung, einem Volkspark und einer Schwerindustrie. Diese Plättchen werden in einer Reihe an die jeweilige Spielertafel angelegt, auf der Einkommen und Ruf des Vororts festgehalten werden. Anfangs liegen das Einkommen bei 0 und der Ruf bei 1, doch das soll sich möglichst schnell ändern. Mit einem Startkapital von 15 Dollar können weitere Stadtplättchen gekauft werden. Sieben davon sind am Immobilienmarkt verfügbar und liegen dort in einer Reihe aus. Diese Reihenformation ist wichtig, da der Preis für ein Plättchen aus dem Grundpreis, der auf dem Plättchen angegeben ist, und einem Aufschlag besteht, der bei 0 beginnt und immer weiter ansteigt, je weiter links in der Reihe ein Plättchen liegt.

Das erworbene Plättchen muss anschließend sofort an ein bereits ausliegendes Plättchen angrenzend in den eigenen Vorort gelegt werden. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf Einkommen und Ruf werden umgehend auf die Einkommens- und Rufleiste übertragen. Wie das oft so ist, Stadtgebiete, die das Einkommen erhöhen, wirken sich negativ auf den Ruf aus und umgekehrt. Und wer bei der Auslage der Plättchen nicht auf bestimmte Konstellationen achtet, der macht sich selbst das Leben schwer. Schwerindustrie beispielsweise ist insbesondere zu Spielbeginn eine feine Sache was das Einkommen angeht und erhöht dieses. Neben einem Wohngebiet platziert ist die Schwerindustrie allerdings rufschädigend und wenn der Ruf in den negativen Bereich absinkt hat das einen Bevölkerungsrückgang zur Folge.

Neben den sieben Plättchen am Immobilienmarkt besteht auch die Möglichkeit eines der Grundplättchen zu kaufen, von denen man bereits zu Beginn je eines ausliegen hat. Je vier weitere dieser Art liegen oberhalb des Immobilienmarktes für den Erwerb bereit und wer sich für solch ein Plättchen entscheidet muss anschließend noch eines der Plättchen aus der regulären Auslage entfernen und ungenutzt ablegen. Wählt man dabei ein weiter links liegendes Plättchen, muss ggf. ein Aufpreis gezahlt werden, der aber manchmal gerne in Kauf genommen wird, wenn man dafür einem Mitspieler dringend benötigtes Gebäude wegschnappen kann.

Wird das Geld gar zu knapp kann es auch eine Option sein einen See in sein Stadtgebiet zu integrieren. Dazu wählt man eines der sieben ausliegenden Plättchen und legt es umgedreht, mit der blauen Rückseite nach oben, in seine Vorstadt. Ein See hat keine Grundkosten, es sind lediglich ggf. anfallende Aufpreise zu zahlen, falls das gewählte Plättchen zu weit links in der Auslage war. Ein See ist also nicht nur meist kostenlos oder zumindest sehr kostengünstig, er spült auch Geld in die Stadtkasse. Für jedes an einen See angrenzendes Stadtplättchen erhält man sofort zwei Münzen und auch für jedes später angelegte Plättchen. So kann man kurzfristig seine Zahlungsfähigkeit erhöhen, muss aber bedenken, dass es sich hier um einmalige Zahlungen handelt und man eher früher als später wieder auf seine regelmäßigen Einnahmen angewiesen ist.

Drei Mal im Spiel hat man die Möglichkeit an Stelle eines Plättchenkaufs eine sog. Investitionsmarke auf ein bereits ausliegendes Plättchen zu legen. Dafür ist der Grundpreis des entsprechenden Plättchens erneut zu zahlen, allerdings zählen dann seine Effekte dafür ab sofort doppelt. D.h. hat das Plättchen das Einkommen um zwei erhöht, steigt das Einkommen durch das Investitionsplättchen erneut um zwei. Der Nachteil an der Sache ist, dass auch alle negativen Effekte verdoppelt werden, so dass beispielsweise eine Schwerindustrie mit Investitionsplättchen den Ruf dann um zwei Punkte senken würde.
Nach dem Einsatz eines Investitionsplättchens muss auch wieder ein Plättchen aus der Auslage ungenutzt abgelegt und ggf. der Preisaufschlag bezahlt werden.

Nach dem Einsatz eines Investitionsplättchens bzw. dem Anlegen eines Stadtplättchens und dem anschließenden Anpassen von Einkommen und Ruf erhält man sein Einkommen ausbezahlt, bzw. muss im schlimmsten Fall Geld abgeben. Wer zahlen muss und nicht flüssig ist, verliert für jede nicht bezahlte Münze einen Bevölkerungspunkt. Eine unangenehme Sache, denn die Bevölkerung entscheidet ja am Ende über Sieg oder Niederlage.
Anschließend entfaltet auch der Stand auf der Ruf-Leiste seine Wirkung. Ein positiver Ruf lockt weitere Bevölkerung in die Stadt während ein negativer Ruf die Bevölkerung abwandern lässt. Die Bevölkerung der Vorstädte der einzelnen Mitspieler wird auf einer Tafel mit Bevölkerungsleiste festgehalten. Auf dieser Leiste sind je weiter man nach oben kommt in immer kleiner werdenden Abständen rote Linien eingezeichnet. Wird eine solche Linie bei zunehmender Bevölkerung überschritten, so muss man Einkommen und Ruf seiner Vorstadt um 1 verringern. Umgekehrt erhöhen sich beide Werte wenn eine rote Linie bei Bevölkerungsabwanderungen überschritten wird. Überbevölkerung verringert die Stadteinnahmen und auch der (gute) Ruf wird abgeschwächt.

Am Ende eines Spielerzuges wird der Immobilienmarkt wieder aufgefüllt, wobei zunächst entstandene Lücken geschlossen werden, in dem Plättchen nach rechts verschoben und damit billiger werden. Anschließend wird ein neues Stadtplättchen auf die letzte (teuerste) Position gelegt. Sobald beim Auffüllen das Plättchen "Letzte Runde" gezogen wird, wird die laufende Runde beendet und anschließend noch eine Abschlussrunde gespielt, bevor der Stadtplaner der die größte Bevölkerung in seiner Vorstadt hat, der Gewinner ist.

Durch sog. Missionsplättchen kommt zusätzlich Spannung ist Spiel, da man nicht wirklich abschätzen kann, welcher Konkurrent wie viele Siegpunkte tatsächlich hat. Zwar liegen so viele Missionsplättchen wie Mitspieler offen oberhalb des Immobilienmarktes und jeder kann sehen, wer welche Mission erfüllt, aber bei Spielbeginn hat jeder auch zwei verdeckte Missionsplättchen erhalten, von denen er eines für das Spiels auswählen durfte. Dieses Missionsplättchen wird bis zum Spielende geheim gehalten und kann einen Spieler ganz zum Schluss noch einige Punkte voranbringen.

Suburbia ist nicht das, was ich als optischen Leckerbissen bezeichnen würde. Die Plättchen sind funktional und beinhalten alle notwendigen Informationen aber schön sieht die Vorstadt auch nachdem alle Plättchen einer Spielrunde ausgelegt sind nicht wirklich aus. Spielerisch hingegen hat Suburbia deutlich mehr zu bieten. Die Stadtplanung ist keine einfache Sache und die Tatsache, dass auch noch die Missionsplättchen berücksichtigt werden müssen, wenn man eine Chance auf den Sieg haben will, macht das Ganze nicht gerade einfacher.

Anfangs ist in jedem Fall ein regelmäßiges Einkommen wichtig, wichtiger als eine schnell ansteigende Bevölkerung, die die langfristige Entwicklung sogar verlangsamen kann. Gegen Ende verliert das Geld immer mehr an Wert und es gilt den richtigen Zeitpunkt abzuschätzen, um vom Einkommen vermehrt auf Ruf und damit Bevölkerungswachstum umzustellen. Zu früh ist hier genauso schlecht wie zu spät.
Was das Geld angeht, so kann man kurzfristig die Stadtkasse auch mit einen gut platzierten See, am besten verbunden mit einen "Seegrundstück", auffrischen, muss sich allerdings im klaren darüber sein, dass diese Einnahmen zwar üppig aber nicht regelmäßig sind.
Die zahlreichen verschiedenen Plättchen (um die 100) halten den Spielreiz hoch, denn bis alle vielversprechenden Kombinationen gefunden und ausprobiert sind, dürften einige Partien ins Land gehen, denn nicht alles erschließt sich einem bereits in der ersten Partie.

Um den Überblick zu behalten und alle Änderungen von Einkommen und Ruf der einzelnen Vorstädte richtig zu berücksichtigen ist es insbesondere in den ersten Partien unabdingbar sich diszipliniert an die in durch die Spielregel vorgegebene Reihenfolge der Effekte zu halten. Zu leicht übersieht man hier etwas. Einige Plättchen wirken sich nur auf Nachbarplättchen aus, einige auch auf nicht benachbarte Plättchen im selben Vorort und wieder einige sogar auf Plättchen in den Nachbarvororten.

Wie so oft bei "Lookout-Spielen" lässt sich Suburbia auch solitär spielen, sogar in zwei Varianten, einmal gegen einen imaginären Gegner einmal ganz alleine mit einer anschließenden Bewertung der erreichten Bevölkerung. Dafür gibt es Rangstufen die von "Praktikant" über "Projektleiter" bis hin zu "Kandidat für den Pritzker-Preis" reichen und das Erreichte ganz gut bewerten. Mir hat Suburbia abgesehen von der Optik richtig gut gefallen. Ich fühlte mich an meine guten alten Sim City Zeiten erinnert und werde sicher noch öfter, zur Not auch alleine Suburbia auf den Tisch bringen.

Vielen Dank an Lookout Games für das Rezensionsexemplar!


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