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Keyflower



Anzahl Spieler

Für 2 bis 6 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

R&D Games


Autor

Richard Breese


Bild



Sonstiges:

Alles begann im Jahre 1995. Mit einer Auflage von 200 Exemplaren war Keywood von Richard Breese das erste Spiel der sog. Key-Reihe. Seit damals gab es immer mal wieder ein neues Key-Spiel mit immer größerer Auflagenzahl und dem derzeit jüngsten "Familienmitglied" Keyflower (2012). Dieses Mal gilt es innerhalb eines Jahres ein Dorf auszubauen, benötigte Waren zu produzieren und am Ende damit die meisten Siegpunkte zu erreichen.

Ausgangspunkt für jeden Mitspieler sind ein Dorfplättchen und acht zufällig aus einem Beutel gezogene Arbeiter in verschiedenen Farben, die hinter einem Sichtschirm verborgen werden. Je nach Mitspielerzahl liegen zu jeder der vier Jahreszeiten (Spielrunden) eine bestimmte Anzahl an Dorf-, Schiffs- und Rundenplättchen in der Tischmitte. Die Dorfplättchen kann man entweder mit eigenen Arbeitern nutzen oder/und in sein Dorf integrieren, um sie auch in den noch kommenden Jahreszeiten nutzen zu können bzw. am Ende des Spiels Punkte dafür zu erhalten.

Will man die Funktion eines solchen Plättchens nutzen, setzt man einfach einen seiner Arbeiter darauf. Auf diese Weise lassen sich sowohl die Plättchen in der Auslage, als auch die Plättchen im eignen und den Dörfern der Mitspieler nutzen. Will ein Spieler ein bereits genutztes Plättchen ein zweites oder drittes Mal nutzen, muss er einen Arbeiter mehr in der Farbe des/der bereits zuvor eingesetzten Arbeiters auf dem Plättchen platzieren. Hat also beispielsweise ein Spieler ein Plättchen mit einem blauen Arbeiter genutzt, so muss der nächste Spieler, der das Plättchen in derselben Runde nutzen will, zwei blaue Arbeiter einsetzen. Da maximal sechs Arbeiter auf einem Plättchen eingesetzt werden dürfen, kann also ein Plättchen pro Runde maximal drei Mal genutzt werden.

Durch die Nutzung von Plättchen gelangt man an Rohstoffe, neue Arbeiter oder erhält die Möglichkeit Rohstoffe zu transportieren und Plättchen auszubauen. Es gibt auch Plättchen, die keine Funktion im Spiel haben und lediglich Siegpunkte bei Spielende bringen. Einige gewähren die Punkte einfach so durch die Integration ins Dorf, andere je nachdem wie viele beispielsweise Arbeiter man hat und wieder andere bringen Siegpunkte in Abhängigkeit der dorthin transportierten und gelagerten Rohstoffe. Die meisten Plättchen können durch Rohstoffe oder Fähigkeitsplättchen auch aufgewertet werden. Sie werden dann umgedreht und bringen bessere Erträge, Siegpunkte usw.

Möchte man ein Plättchen am Ende der aktuellen Jahreszeit gerne in sein Dorf integrieren, so stellt man beliebig viele Arbeiter einer Farbe neben das Plättchen, und zwar an der Kante, die einem zugewandt ist. Die Mitspieler können ein solches Gebot überbieten, indem sie mehr Arbeiter derselben Farbe bieten und neben dem Plättchen, an "ihrer" Kante, platzieren. Arbeiter aus evtl. überbotenen Einsätzen können sofort zusammen und ggf. um weitere Arbeiter ergänzt an ein anderes Plättchen verlegt werden. Egal ob als Gebot oder für die Nutzung eines Plättchens, der erste eingesetzte Arbeiter gibt grundsätzlich die Farbe für alle weiteren Arbeiter vor, die dort eingesetzt werden sollen.

Am Ende der Jahreszeit erhält dann der Spieler mit dem höchsten Gebot das Plättchen und integriert es passend, d.h. Wege müssen fortgesetzt werden, Wasser muss an Wasser grenzen usw., in sein Dorf. Die als Gebot eingesetzten Arbeiter kommen zurück in den Nachziehbeutel, auf dem Plättchen eingesetzte Arbeiter werden hinter den Sichtschirm des neuen Besitzers des Plättchens gelegt und stehen diesem in der kommenden Runde zur Verfügung. Genauso verhält es sich mit allen in einem Dorf eingesetzten Arbeiter, die am Ende der Runde hinter den Sichtschirm es entsprechenden Spielers wandern.
Im eigenen Dorf produzierte Güter werden auf den entsprechenden Plättchen deponiert und müssen zur weiteren Verwendung erst auf das eigene Startplättchen transportiert werden. Auswärts produzierte Güter wandern direkt dorthin.

Je nach Mitspielerzahl gibt es eine bestimmte Anzahl an Plättchen, welche die Spielreihenfolge und die Reihenfolge, in der die Spieler Schiffe mit Nachschub an Arbeitern usw. wählen können, festlegen. Diese dürfen erst im Winter ins eigene Dorf integriert werden, sichern einem Spieler aber auch schon in den Jahreszeiten davor entweder eine frühe Position bei der Auswahl eines Schiffes mit neuen Arbeitern und/oder Fertigkeitsplättchen oder eine frühe Position in der Spielerreihenfolge für die kommende Runde. Beides ist wichtig, denn sowohl die Anzahl der Arbeiter als auch deren Farbe kann entscheidend sein, genauso wie der Umstand möglichst bald in der nächsten Runde zum Zug zukommen. Wer zuerst kommt, malt eben oft auch zuerst.

Nach der Winter-Runde endet das Spiel mit einer Schlusswertung, in der die Spieler ihre Siegpunkte zusammenzählen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Winterplättchen, denn in Abhängigkeit von der Mitspielerzahl erhält jeder Spieler bereits zu Spielbeginn eine bestimmte Anzahl dieser Plättchen. Diese können bei Spielende eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Siegpunkten bringen, wobei die Spieler zu Beginn der Winter-Runde entscheiden, welche Winterplättchen sie im Spiel haben wollen. Damit keiner weiß, welches Plättchen von welchem Spieler stammt, werden die Winterplättchen verdeckt in die Tischmitte gelegt, gemischt und erst dann aufgedeckt. Sie können in der anschließenden Runde wie gewohnt genutzt und erworben werden. Auf diese Weise hat man schon bei Spielbeginn eine gewisse Übersicht über die möglichen Punkte bei Spielende und kann gezielt daraufhin Spielen, wobei man dann die entsprechenden Plättchen auch noch ersteigern muss, um in den Genuss der Punkte zu kommen.

Keyflower ist ein würdiges Mitglied der Key-Familie. Während die Regeln und die Vielfalt der Gebäude es einem nicht gerade einfach machen ins Spiel zu finden, ist Keyflower regeltechnisch eigentlich ein relativ einfaches Spiel, das aber trotzdem nicht zu unterschätzende Anforderungen an seine Spieler stellt. Das macht die erste Partie zusätzlich schwer, denn beispielsweise lässt sich da noch nicht so wirklich abschätzen welche Winterplättchen man im Hinblick auf die Schlusswertung am besten wählen sollte.

Zwar ist der Hauptmechanismus, die Versteigerung der Plättchen, nicht wirklich neu aber durch einige Aspekte aufgepeppt, die es kniffliger machen den "Wert" eines Plättchens einzuschätzen. Beispielsweise kann ein Plättchen in seiner Funktion für einen selbst relativ uninteressant sein und trotzdem wertvoll für das eigene Dorf. Denn oft sind solche Plättchen dann für die Mitspieler recht interessant und diese haben, oder werden noch, etliche Arbeiter dort einsetzen um das Plättchen nutzen zu können. Diese durch Mitspieler eingesetzten Arbeiter erhält man dann am Ende der Runde und kann sie in der kommenden Runde selbst verwenden. Eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit an Arbeiternachschub zu kommen, der das Leben schon deutlich leichter macht, da man nicht zwingend auf die Arbeiter auf den Schiffen angewiesen ist.

Nicht immer einfach ist auch die Entscheidung, ob man im eigenen Dorf oder außerhalb produzieren soll. Außerhalb produzierte Güter stehen sofort auf dem eigenen Startfeld zur Verfügung, während im eigenen Dorf produzierte Güter erst dorthin transportiert werden müssen. Was nach einer eindeutigen Entscheidung für die externe Produktion aussieht, relativiert sich angesichts der Tatsache, dass die in anderen Dörfern eingesetzten Arbeiter ja dem jeweiligen Dorfbesitzer in der nächsten Runde zur Verfügung stehen.

Grüne Arbeiter sind von besonderem Interesse, genauso wie Gold. Letzteres kann jeden anderen Rohstoff ersetzen und die grünen Arbeiter sollten nur in absoluten Ausnahmefällen für die Produktion verwendet werden. Man kann sie nicht über den Beutel nachziehen, sondern nur durch Plättchen erhalten und dementsprechend wenige sind in der Regel im Umlauf. Das bedeutet, dass es meist sehr schwer ist ein Gebot mit grünen Arbeitern zu überbieten und man sollte sie in erster Linie dazu verwenden, sich "wichtige" Plättchen relativ "leicht" zu sichern. Das auch optisch eher unscheinbar daherkommende Keyflower hat also mehr Tiefgang, als man anfangs vermutet und wer Versteigerungsmechanismen positiv gegenübersteht, der dürfte mit Keyflower reichlich Spaß haben. Innovative neue Mechanismen sind allerdings nicht zu finden und wer genau das bei einem neuen Spiel sucht, der sollte bessere zu einem anderen Spiel greifen.

Vielen Dank an R&D Games für das Rezensionsexemplar!


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