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Die Paläste von Carrara



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Wolfgang Kramer,
Michael Kiesling


Bild



Sonstiges:

Carrara ist eine kleine italienische Stadt deren Bekanntheitsgrad in seinen weißen Marmorvorkommen begründet liegt. Und wo Marmor zur Verfügung steht sind auch immer wieder Prestigebauten zu finden und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die letzte Neuheit aus dem Hause Hans im Glück Die Paläste von Carrara benannt wurde.

Als Oberhaupt einer italienischen Familie gilt es dem König zu gefallen und Städte durch prunkvolle Bauten aufzuwerten. Der König begutachtet hin und wieder auch die Baufortschritte und fördert je nachdem wie gut ihm das Gesehene gefallen hat die weiteren Bauvorhaben mit mehr oder weniger Münzen oder gewährt......ja was eigentlich? Siegpunkte klingt so pragmatisch und wenig thematisch. Möglicherweise könnten es Privilegien sein, dazu schweigt sich die Spielanleitung aus und das ist auch schon das erste Indiz dafür, dass die Thematik eher aufgesetzt und beliebig austauschbar ist. Wie auch immer, der König gewährt was auch immer für Sieg oder Niederlage letztendlich entscheidend ist, nennen wir es Siegpunkte.

Neben der Siegpunktleiste zeigt der Spielplan die fünf Städte in denen gebaut werden kann, eine Auslage von neun Gebäuden, die errichtet werden können, den Markt für die dazu benötigten Baumaterialien in Form einer Drehscheibe und ein Feld für Objekte (Wappen, Kelch, Krone usw.), von denen jedes Gebäude eines aufweist. Jeder Spieler erhält neben sechs Wertungssteinen seiner Farbe, 20 Geldmünzen als Startkapital und einem ersten Baustein - das alles zusammen hinter einem Sichtschirm verborgen werden sollte - auch ein Spielertableau auf dem ebenfalls die fünf Städte zu sehen sind, die im Spiel vorhandenen Gebäudetypen, die in den einzelnen Städten erlaubten Baumaterialien und Art und Umfang von Belohnungen (Geld und Siegpunkte), die sie bei Wertungen gewähren.

Baumaterialien gibt es in sechs verschiedenen Farben und während in der Stadt Lérici jede Art Baumaterial verwendet werden darf, sind in Massa schwarze Bausteine verpönt. Die Ansprüche steigen von Stadt zu Stadt immer weiter an, bis in Livorno letztlich nur noch weiße Bausteine verwendet werden können. Die "verwöhntesten" Städte gewähren allerdings auch die umfangreichsten Belohnungen. Aus diesem Grund gibt es auch unterschiedliche Preise für die einzelnen Baumaterialien und die begehrtesten weißen Bausteine, die in allen Städten verwendet werden können, sind natürlich in der Regel am teuersten.

Erhältlich sind sämtliche Baumaterialien am Markt. Die Drehscheibe, auf der die aus einem Stoffbeutel zufällig gezogenen Bausteine gelegt werden, ist in sechs Segmente unterteilt und jedem Segment ist eine Preisübersicht für die dort liegenden Bausteine zugeordnet. Bevor aber ein Spieler Bausteine einkauft, dreht er das Rad im Uhrzeigersinn eine Position weiter, was zur Folge hat, dass die Preise für die Baumaterialien in den einzelnen Segmenten fallen. Erst nach dem drehen darf sich der Käufer für ein Segment entscheiden, aus dem er so viele Bausteine kaufen kann, wie er mag und sich leisten kann. Zu Spielbeginn liegt nur im ersten, teuersten Segment von jeder Farbe ein Baustein. Nachdem ein Spieler die Scheibe gedreht und eingekauft hat, werden neue Bausteine aus dem Stoffbeutel gezogen und auf das nun teuerste Segment gelegt, bis insgesamt 11 Bausteine auf der Drehscheibe liegen.

Wer ein Gebäude errichten will, wählt eines der offen in der Auslage liegenden Gebäude, gibt die geforderte Anzahl an Bausteinen und platziert das Gebäudeplättchen schließlich oberhalb des Spielertableaus an die gewünschte Stadt, wobei natürlich, wie bereits erwähnt, die Farben der verwendeten Baumaterialien berücksichtigt werden müssen. Die Baumaterialien wandern zurück in den Beutel, die Gebäudeauslage wird ergänzt und weiter geht es.

Spätestens wenn die Geldmittel knapp werden, kommt man um eine Wertung nicht herum. Dabei muss man sich zwischen einer Gebäude- und einer Stadtwertung entscheiden. Jeder Spieler darf jedes Gebäude genau einmal werten, Städte hingegen dürfen nur von einem Spieler gewertet werden. In beiden Fällen kommt ein Wertungsstein des Spielers zum Einsatz und wird entweder auf die Stadt auf dem Spielplan gestellt oder auf dem entsprechenden Gebäude auf dem Spielertableau.
Bei der Gebäudewertung wird überprüft, in welchen Städten der Spieler das zu wertenden Gebäude errichtet hat. Dabei werden die Baukosten des/der Gebäudes zusammengezählt und mit der Vergünstigung der Stadt multipliziert. Die Stadt Pisa beispielsweise gewährt die Baukosten multipliziert mit drei als Geldmünzen, während die Livorno entsprechend viele Siegpunkte einbringt. Drei der sechs Städte bringen Geld in die Kasse, die drei anderen bringen Siegpunkte, wobei der Multiplikator für die Baukosten unterschiedlich hoch ist.
Die Stadtwertung verläuft ähnlich, nur dass nicht ein Gebäude in allen Städten sondern alle Gebäude in einer Stadt gewertet werden. Nach einer Wertung erhält der Spieler zusätzlich noch die Objekte, die auf seinen gewerteten Gebäuden abgebildet sind.

Ein Spieler am Zug kann also entweder Baumaterialien kaufen, Gebäude bauen oder Werten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines von Anfangs sechs auf dem Spielplan ausliegenden Objekten, die man auch bei Wertungen erhält, für 10 Münzen zu kaufen. Diese Objekte sind am Ende je drei Siegpunkte wert und stellen unter anderem auch eine Möglichkeit dar, das Spielende zu beeinflussen. Grundsätzlich endet das Spiel mit dem Ablauf der Runde, in der das letzte Gebäude errichtet wurde. Vorzeitig endet das Spiel dann, wenn ein Spieler drei Bedingungen erfüllt und das Spielende ansagt. Die laufende Runde wird dann noch zu Ende gespielt und es kommt zur vorzeitigen Schlusswertung.
Diese drei Bedingungen fordern, dass der Spieler der das Spielende ansagt mindestens vier Wertungen ausgelöst hat, eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Objekten besitzt und eine ebenfalls von der Spielerzahl abhängige Anzahl an Bausteinen verbaut hat.

Die Schlusswertung ist dann schnell erledigt. Das Ansagen des Spielendes bringt fünf Siegpunkte, jedes Objekt drei und die Summe aller Baukosten je einen Siegpunkt. Übrig behaltene Münzen schlagen mit einem Siegpunkt pro fünf Münzen zu Buche und die Familie mit dem größten Ansehen beim König steht fest.

Die Paläste von Carrara funktionieren einwandfrei, sind gut ausgestattet und der Regelumfang erlaubt einen schnellen Einstieg ins Spiel. Sogar erweiterte Regeln, die modifizierte Endbedingungen, die Möglichkeit bereits errichtete Gebäude auszubauen, ein zusätzliches taktisches Element beim Kauf von Baumaterialien usw. mitbringen und das Spiel dadurch auch für erfahrenere Spieler interessant machen, liegen dem Spiel bereits bei.

Meiner Meinung nach einziger "Kritikpunkt": Die Thematik wirkt, wie bereits eingangs erwähnt, sehr aufgesetzt. Der Mechanismus des Preisrades beim Kauf von Baumaterialien beispielsweise funktioniert prächtig, wirkt aber in meinen Augen irgendwie unpassend, genauso wie die "Objekte" für die offensichtlich keine thematisch passende Bezeichnung gefunden werden konnte. Ähnlich ist es mir schon beim Spiel Wikinger von Hans im Glück mit seinem Rondell ergangen, das aber dennoch bei vielen super ankommt.

Am besten wäre eine Proberunde, denn nicht immer und jeden stören eine aufgesetzte Thematik oder einzelne abstrakte Mechanismen die der Spielbarkeit geschuldet sind. Bei Ora et Labora hat mich das Ertragsrad beispielsweise auch kaum "gestört", obwohl es eine ähnliche Funktion hat. Möglicherweise liegt das aber daran, dass die Thematik ansonsten stimmig ist.

Abgesehen davon aber bieten die Die Paläste von Carrara Familien- wie Vielspielern gleichermaßen kurzweilige und leicht zugängliche Unterhaltung, die bestens funktioniert.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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