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Die Legenden von Andor



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 75 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Michael Menzel


Bild



Sonstiges:

Im Gegensatz zu Märchen beinhalten Legenden ähnlich wie Sagen einen wahren Kern, erzählen in der Regel die Lebensgeschichten oder Geschehnisse von Heiligen und sind meist mit einem bestimmten Ort verknüpft. Die Legenden von Andor beschäftigen sich nun zwar nicht gerade mit der Lebensgeschichte eines Heiligen und über den wahren Kern dieser Legenden kann ich auch nichts Verbindliches sagen, aber zumindest sind die Geschehnisse in dieser Neuheit aus dem Hause Kosmos alle mit dem Ort Andor verknüpft.
Der König von Andor hat mächtige Feinde, die aus den Wäldern und dem Gebirge auf die Burg zu marschieren. Die Lage ist prekär! Nur einige wenige Helden, die Spieler, stellen sich den aufmarschierenden Truppen entgegen und versuchen gemeinsam das Schlimmste zu verhindern. Das erfordert gute Zusammenarbeit, alles muss Hand in Hand gehen.

Das erste was bei einem Blick in das Regelheft auffällt ist, dass Die Legenden von Andor kein Regelheft im klassischen Sinne beinhaltet. Eine vierseitige "Losspiel-Anleitung" führt die bis zu vier Mitspieler Schritt für Schritt in die erste Partie. Für den Fall, dass nach einer längeren Spielpause wieder neu ins Spiel eingestiegen werden soll, sorgt ein "Begleitheft" für ein schnelles Nachschlagen wichtiger Regeln und Besonderheiten und hilft beim Wiedereinstieg.
Das hört sich ungewohnt an und ist das auch aber wer sich darauf einlässt, der kann bereits nach dem Studium der ersten beiden Seiten der "Losspiel-Anleitung" und den ersten Karten der ersten Legende mit dem ersten Teil des Einführungsspiels "Die Ankunft der Helden" loslegen. Während dieses ersten Teils kommt nur eine der beiden Aktionsmöglichkeiten eines Helden zum Einsatz, nämlich die Aktion "Laufen"

Vier einfache Aufgaben sind dabei innerhalb von sieben Stunden zu erledigen und man macht sich bestens mit der ersten Heldenaktion vertraut. Der Spielplan zeigt das in über 70 verschiedene und durchnummerierte Gebiete unterteilte Andor und für jedes Gebiet, um das ein Held sich fortbewegen will, muss dieser seinen Spielstein auf einer Tagesleiste um ein Feld weitersetzen. Endet ein Heldenzug auf einem Feld mit Plättchen, wird dieses aktiviert und ausgeführt. Auch das Passen kann manchmal eine Option sein, "kostet" den Helden jedoch trotzdem eine Stunde seines Tages.
Grundsätzlich umfasst so ein Heldenarbeitstag sieben Stunden, doch manchmal ist so viel zu tun, dass ein Held auch mal acht, neun oder gar zehn Stunden am Tag ackert. Doch das geht an die Substanz und jeder Held muss für die Stunden acht, neun und zehn eines Tages je zwei Willenspunkte abgeben, wenn er sie denn nutzen möchte. Am ersten "Arbeitstag" sind allerdings genau sieben Stunden vorgeschrieben und "Überstunden" nicht erlaubt.
Die Willenspunkte, von denen jeder Held anfangs grundsätzlich sieben hat, werden auf einer Heldentafel festgehalten, auf der auch die Ausrüstung, das Gepäck, die Goldvorräte und die Stärke festgehalten bzw. abgelegt werden. Sie sollten nie auf null sinken, denn dann ist ein Held besiegt, verliert einen Stärkepunkt und erhält lediglich drei Willenspunkte für den "Neustart". Das macht die Aufgabe der Helden nicht gerade leichter.

Sind die vier zwar einfachen aber doch auch schon etwas Kooperation erfordernden "Einführungs-Aufgaben" geschafft, wird weiteres Spielmaterial entsprechend der folgenden Seiten der "Losspiel-Anleitung" aufgebaut und der zweite Teil des Einführungsspiels kann beginnen. Dieser zweite Teil und jeder weiter neue Tag beginnt mit einigen Ereignissen. Eine Ereigniskarte sorgt für unvorhersehbare Geschehnisse und anschließend finden die Feindbewegungen statt. Alle feindlichen Einheiten bewegen sich von ihrer Position aus in das mit einem Pfeil gekennzeichnete Nachbargebiet. Sollte sich dort schon eine Einheit befinden, wird in Pfeilrichtung weitergezogen, bis ein freies Gebiet erreicht wird.
Damit es kein Gerangel gibt, beginnen immer die Gors, dann die Skrale, anschließend die Wardraks, dann die Trolle und schließlich nochmals die Wardraks. Zuerst bewegt sich jeweils die Einheit in dem Gebiet mit der niedrigsten Ziffer.

Nach diesen Truppenbewegungen werden ggf. Brunnen aufgefrischt, bei denen Helden ihre Willenspunkte um drei erhöhen können und zu guter Letzt bewegt sich die Figur des Erzählers auf der Legendenleiste um ein Feld weiter. Diese Legendenleiste bringt die Geschichte und damit das Spiel voran. Jede Legendenkarte trägt einen Buchstaben und damit ist festgelegt, wann diese Legendenkarte zum Tragen kommt, nämlich dann, wenn die Erzählerfigur die entsprechende Position auf der Legendenleiste erreicht hat. Mehrere Legendenkarten mit demselben Buchstaben haben zusätzlich eine Ziffer um ihre Reihenfolge festzulegen.
Das Feld N dieser Leiste ist gleichbedeutend mit dem Spielende. Erreicht der Erzzähler dieses Feld, müssen die Helden alle ihre Aufgaben erfüllt haben um zu gewinnen. Manchmal muss jeder Held eine ganz persönliche Schicksalskarte erfüllen, manchmal muss eine Festung eingenommen und immer muss die eigene Burg gehalten werden. Die Ziele der fünf im Spiel vorhandenen Legenden sind sehr vielseitig und mit Schwierigkeitsgrad steigend.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne und wo in Andor eine Burg zu halten ist, da wird gekämpft. Der Kampf ist ab dem zweiten Teil der ersten Legende fester Bestandteil des Spiels und neben der Fortbewegung die zweite Aktionsmöglichkeit eines Helden. Befindet sich ein Held zusammen mit einem Feind auf einem Feld, kann der Held eine Stunde seines Tages dafür verwenden, diesen Gegner anzugreifen. Der Kampf wird mit Würfeln ausgetragen, wobei die Willenskraft eines Helden darüber entscheidet, wie viele Würfel er im Kampf einsetzen kann, und die Stärke zu dem höchsten Würfelergebnis gezählt wird um den Kampfwert des Helden für eine Kampfrunde zu erhalten.
Auch die Gegner verfügen über unterschiedliche Stärkewerte und Willenskraft und ein Mitspieler ermittelt ihren Kampfwert in gleicher Weise wie der Held, wobei gleiche Würfelergebnisse addiert werden, wenn sich dadurch ein höherer Kampfwert ergibt. In späteren Legenden können noch Runen, Prinz Thorald, Schildzwerge oder Hexentränke den Kampf beeinflussen, doch wie in bei Die Legenden von Andor üblich, werden diese Dinge zur rechten Zeit auf Legendenkarten erklärt. Am Ende verliert derjenige mit dem niedrigeren Kampfwert die Differenz an Willenskraft.

Möchte der Held einen Kampf fortsetzen, so kostet ihn das eine weitere Stunde auf der Tagesleiste. Erst wenn die Willenspunkte des Feindes aufgebraucht sind, ist dieser besiegt und es winkt eine Belohnung in Abhängigkeit der Stärke des Feindes. Grundsätzlich kann man dabei immer zwischen Willenspunkten und Gold wählen.
Gegen stärkere Gegner macht es insbesondere am Anfang oft Sinn gemeinsam zu kämpfen. Bei einem gemeinsamen Kampf kostet jede Kampfrunde jedem beteiligten Helden eine Stunde, dafür können sie unmittelbar nacheinander gegen den Feind kämpfen und dabei zu ihrem Kampfwert auch die Stärke der Mitstreiter addieren. Da steigen die Chancen auf einen Sieg ungemein, allerdings muss dann natürlich die Beute geteilt werden.
Jeder besiegte Feind kommt auf Feld 80 des Spielplans und bewirkt ein Voranschreiten des Erzählers um ein Feld. Gegner, die nicht besiegt werden konnten, bleiben in ihrem Gebiet und verfügen im nächsten Kampf wieder über ihre volle Anzahl an Willenspunkten.

Wie bereits erwähnt endet das Spiel, sobald der Erzähler das Feld "N" der Legendenleiste erreicht. Konnten die Helden die Burg verteidigen und sämtlichen sonstigen Aufgaben erfüllen, ist die Legende erfolgreich abgeschlossen.

Nach der ersten Legende scheint alles (noch) recht einfach. Das Konzept der "Losspiel-Anleitung" führt einen angenehm schnell ist Spiel und spätestens im zweiten Anlauf dürfte auch die erste Hürde/Legende gemeistert sein. Doch dann wird es schnell anspruchsvoller, insbesondere im Spiel zu Zweit. Das spricht eindeutig für das Spiel, bleibt doch so der Wiederspielreiz länger auf hohem Niveau. Und reizvoll sind Die Legenden von Andor in jedem Fall. Krieger, Zwerg, Bogenschütze oder Zauberer, jeder Charakter hat seine ganz eigene spezielle Fähigkeit und versucht diese gemeinnützig einzubringen. Da macht es sogar Spaß jede Legende mehrfach hintereinander zu spielen und in anderen Rollen nach Andor zurück zu kehren.

Sicherlich, Die Legenden von Andor sind im Grunde recht simpel und so mancher mag komplexere Spiele bevorzugen und hat evtl. mehr erwartet. Allerdings nimmt einen das Spiel durch die Stories der Legenden sehr schnell mit und schafft es damit tatsächlich Viel- und Gelegenheitsspieler an einem Tisch zu versammeln ohne dass einer überfordert und der andere gelangweilt ist. Kooperation ist in hohem Maße gefragt, denn alleine oder mit der Brachialtaktik einfach alles niederzumähen wird man nicht erfolgreich sein. Kämpfe zu gewinnen ist notwendig, einmal um die Burg zu verteidigen und zum anderen um an Willenspunkte und Gold für dringend nötige Stärkepunkte und Ausrüstung zu kommen, allerdings bringt jeder Kampf das Spiel seinem Ende entgegen und verkürzt die eh schon knapp bemessene Zeit um die Legendenziele zu erreichen.

Das einzig manchmal "lästige" und mit etwas Sucherei verbunde ist die Nummerierung der Gebiete, die teilweise recht kreuz und quer über den Spielplan geht. Beispielsweise ist das Gebiet 72 umgeben von 10er-, 20er- und 30er-Gebieten und weit entfernt von den übrigen 70er-Gebieten. Aber nach einigen Partien ist auch das kein Problem mehr und man findet sich schnell zu Recht bzw. die benötigten Gebiete. Mir haben Die Legenden von Andor bisher viel Spaß gemacht und ich denke, das wird auch noch ein Weilchen so bleiben. Wer sich durch Fantasy-Thematik und Kooperation angesprochen fühlt, der kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf seine Kosten und verbringt so manche Stunden in Andor und im Kampf mit Gors, Skralen, Trollen, Wardraks und Magiern.
Bleibt nur zu hoffen, dass bald neue Legenden erhältlich sind, denn die sechs momentan vorhandenen Legenden könnten in der einen oder anderen Spielerunde recht schnell erledigt sein.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!

Wer sich jetzt gerne noch die Komponenten in bewegten Bildern aunschauen möchte, kann sich bei unserem Partner - Cyrils Brettspiele - eine Partie anschauen. Nils spielt da für Euch eine komplettes Spiel durch: >>> Videovorstellung von Die Legenden von Andor <<<


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