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Schwarzer Freitag



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

5 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Friedemann Friese


Bild



Sonstiges:

Das Spekulieren an der Börse ist nicht ohne Risiko und man muss sich schon intensiv mit dieser Materie auseinandersetzen, will man sein Geld an der Börse vermehren und nicht verlieren. Und selbst dann gibt es keine Garantien. Bester Beweis ist der sog. "Schwarze Freitag" am 25. Oktober 1929, an dem die Börse zusammenbrach und eine Weltwirtschaftskrise auslöste. Da ist es doch wesentlich entspannter am Spieltisch bei einer Partie Schwarzer Freitag von Kosmos mit Spielgeld zu spekulieren, denn ein Börsencrash kommt in diesem Spiel mit Sicherheit.

Fünf Unternehmen stehen im Spiel zur Verfügung, deren Kurswert auf einer großen Tabelle auf dem Spielplan zu sehen ist. Anfangs liegt dieser zwar in einem moderaten Bereich, doch beginnen die Spieler auch ohne Kapital. Glücklicherweise können die Spieler Subventionen in Anspruch nehmen, für die lediglich Zinsen anfallen, die Subventionen selbst müssen nicht zurück bezahlt werden.
Fünf zufällige Aktienpakete, dargestellt durch entsprechend farbige kleine Koffer, erhält jeder Spieler schon zu Beginn, 20 weitere zufällige Koffer bilden den sog. Markt.

Ist ein Spieler am Zug, kann er Aktien (Koffer) am Markt zum aktuellen Kurswert kaufen. Einen Koffer der entsprechenden Farbe legt er hinter seinen Sichtschirm, einen weiteren, sofern möglich von derselben Farbe, legt er auf die Kaufleiste.
Der Verkauf von Aktien ist eine weitere Option. Der Spieler gibt einen Koffer ab und erhält den entsprechenden Kurswert. Der Kurs der entsprechenden Aktie verschlechtert sich dabei und ein Koffer, wenn möglich der entsprechenden Farbe, muss von der obersten Verkaufsleiste entfernt werden.
Neben dem Passen ist der Verkauf von Silber die letzte Zugoption, denn Spielziel ist nicht möglichst viel Geld zu verdienen sondern Gold- und Silberbarren beiseite zu schaffen. Auch Silber hat einen Kurswert, der auf einer kleineren Skala zu sehen ist. Zum aktuellen Wert können Silberbarren erworben werden. Fünf Silberbarren werden sofort in einen Goldbarren getauscht und fast jeder Silberkauf erhöht den Kurswert des Silbers, das also immer teurer wird. Bei einem Silberkurs von 100 endet dann auch das Spiel. Gleichzeitig wird aber bei jedem Silberkauf auch immer der Aktienmarkt beeinflusst. Ein Koffer aus dem Markt muss auf die Silberkaufleiste platziert werden und steht nicht mehr zur Verfügung.

Doch was hat es nun mit all diesen Leisten auf sich? Sie zeigen an, wie nahe eine Kursänderung ist. Sobald fünf Koffer auf einer dieser Leisten liegen, kommt es zu einer Kursänderung aller Aktien. Die Kursänderungen werden durch Ziehen von Aktien (Koffern) aus einem Stoffbeutel ermittelt. Die Anzahl hängt vom Spielfortschritt ab und wird durch eine Stufenkarte festgelegt und die Zahl der gezogenen Koffer pro Farbe ergibt mit Hilfe einer kleinen Übersicht auf dem Spielplan die Kursänderung für die jeweiligen Aktien. Dabei steigen oder fallen die Kurse nicht Stufe für Stufe sondern da werden mitunter etliche Stufen übersprungen.

Bei einem gezogenen Koffer beispielsweise wird nicht eine Stufe weiter gezogen, also z.B. von 7 auf 8, sondern eine Zeile nach oben, also auf 12. Wird für ein Unternehmen kein Koffer gezogen sinkt zwar der Kurs, aber in einem überschaubaren Rahmen. Drastischer wird das Ganze, wenn zwei oder mehr schwarze Koffer unter den gezogenen sind, denn die Anzahl der schwarzen Koffer muss für jedes Unternehmen von der Anzahl der gezogenen entsprechend farbigen Koffer in Abzug gebracht werden. Im schlimmsten Fall werden beispielsweise für ein Unternehmen keine farbigen aber drei schwarze Koffer gezogen, was gemäß der Kursveränderungstabelle den Kurs um zwei Zeilen, also ziemlich stark, sinken lässt. Das sich die schwarzen Koffer auf die Aktien aller Unternehmen negativ auswirkt, kann es also zu einer Art "Schwarzer Freitag" kommen.
Im Laufe des Spiels nimmt die Anzahl der schwarzen Koffer im Spiel langsam aber sicher immer weiter zu, so dass die Wahrscheinlichkeit von Kurseinbrüchen immer mehr ansteigt.

Wer am besten spekuliert und seine Aktien rechtzeitig vor einem Crash gut verkauft, der kann von seinen Erlösen die meisten Silber- bzw. Goldbarren kaufen und gewinnt das Spiel sobald der Silberkurs die Marke 100 erreicht.

Für mich waren die Börse, Aktienkurse und -geschäfte schon immer eine eher trockene Angelegenheit und so gestaltet sich auch Schwarzer Freitag mit seinem Börsenthema. Sehr viel Verwaltungsaufwand muss betrieben werden, bei all den Aktiengeschäften Kursänderungen und den vielen Leisten und das über eine relativ lange Spieldauer (die Angabe auf der Schachtel ist sehr optimistisch) während der alle Spieler immer wieder die gleichen Aktionen durchführen. Zwar gibt es dabei genug zu bedenken und zu berücksichtigen, denn die gut aufeinander abgestimmten und ineinandergreifenden Mechanismen erfordern dies, und trotzdem wird das Ganze schnell Routine und das Spiel zieht sich.

Zu dem (Verwaltungs-)Aufwand beim Spiel kommt der nicht zu unterschätzende Regelaufwand, denn die Spielregel macht es einem nicht immer leicht. Dabei sind nicht die vielen Regeldetails das Problem sondern vielmehr der Umstand, dass diese nicht immer gerade ins Auge fallen und insbesondere beim Nachschlagen oft nur nach längerem Suchen gefunden werden können.

Auch die Optik, vor allem die Farbgebung, ist Geschmackssache. Mein Geschmack wurde eindeutig nicht getroffen, und das, obwohl ich ein regelmäßiger "Grünspieler" bin und ich mir diese Farbe so oft sichere, wie es geht. Das Spielmaterial ist allerdings gewohnt gut und funktional.

Schwarzer Freitag ist meiner Meinung nach ein Spiel das funktioniert, mir aber im Hinblick auf Spieldauer und Aufwand etwas zu wenig bietet. Ich werde Schwarzer Freitag sicherlich wieder mitspielen, allerdings nicht die treibende Kraft sein, die es immer mal wieder auf den Tisch bringt.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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