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Die verbotene Insel



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 20 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Schmidt Spiele
Schmidt Spiele


Autor

Matt Leacock


Bild



Sonstiges:

Verbote sind immer so eine Sache. Manchmal sinnvoll, manchmal fragt man sich, was das soll und sehr oft reizen sie dazu, sie zu missachten. Doch das ist nicht immer ohne Risiko bzw. mit Gefahren verbunden und so ist das auch im Spiel Die verbotene Insel von Schmidt Spiele. Warum diese Insel die "verbotene" Insel genannt wird ist schnell klar. Sie versinkt langsam aber sicher im Meer und es gilt sie zu retten um nicht zusammen mit ihr in den Fluten zu versinken. Klar, dass eine solche Aufgabe nicht von einem alleine bewältigt werden kann und so arbeiten die bis zu vier Mitspieler zusammen und versuchen dabei ihre Fähigkeiten möglichst effektiv einzubringen.

Wer nach diesen einleitenden Worten ein Déjà-vu hat, der werfe einen Blick auf den Namen des Autors (Matt Leacock) und schnell wird klar, dass es wohl gewisse Ähnlichkeiten zwischen Pandemie und Die verbotene Insel geben könnte. Und so ist das auch. Verschiede Charaktere mit verschiedenen Fähigkeiten arbeiten an einem gemeinsamen Ziel. Zwar geht es nicht darum, alles Leben auf der Erde bedrohende Krankheiten einzudämmen, sondern um eine kleine Insel auf der magische Artefakte versteckt sind. Diese müssen gefunden werden um die Fluten aufzuhalten, welche die Insel zu verschlingen drohen, und so ziehen die Abenteurer von Ort zu Ort, sammeln dabei Artefaktkarten und kämpfen hoffentlich solange erfolgreich gegen das ansteigende Wasser bis alle vier Artefakte gefunden sind. Dann gilt es noch den Hubschrauberlandeplatz zu erreichen und zumindest einen dabei zu haben, der diesen Hubschrauber auch fliegen kann.

Jeder Spieler erhält einen der verfügbaren Charaktere den er auf das entsprechend gekennzeichnete Inselfeld stellt, sowie zwei Artefaktkarten. In den meisten Fällen ist auf diesen Karten eines der vier Artefakte abgebildet und diese gilt es zu sammeln. Vier Karten eines Artefaktes werden nämlich benötigt, um auf einem der beiden Inselfelder mit dem entsprechenden Artefaktsymbol dieses zu entdecken. Sollte sich bereits jetzt unter den verteilten Artefakt Karten eine "Die Flut steigt" Karte befinden, darf diese gegen eine andere ausgetauscht werden. Zum Glück, denn diese Flutkarten sind sehr unangenehm und machen es den Abenteurern immer schwieriger ihr Ziel zu erreichen weil mit jeder "Flutkarte" das Wasser schneller steigt.

Jedes Mal wenn ein Spieler am Zug ist, darf er bis zu drei Aktionen durchführen, also sich auf ein horizontal oder vertikal benachbartes Inselfeld bewegen, eines dieser Inselfelder (oder das auf dem sich seine Spielfigur gerade befindet) ggf. trocken legen, eine Artefaktkarte an einen Mitspieler am selben Ort übergeben oder ein Artefakt entdecken. Bei diesen Aktionen lassen sich auch wunderbar die Spezialfähigkeiten der Charaktere nutzen. So kann beispielsweise der Forscher auch diagonal von einem zum anderen Inselfeld ziehen oder der Pilot einmal pro Zug für einen Aktionspunkt auf ein beliebiges Inselfeld fliegen.
Die Spezialfähigkeiten sind letztlich der Schlüssel zum Erfolg und jeder Spieler sollte seine Fähigkeit so oft es geht nutzen.

So ergibt sich durch die Charakterverteilung meist auch eine Art Aufgabenverteilung. Der Ingenieur darf pro Aktion immer gleich zwei Inselfelder trocken legen und ist damit, wenn im Spiel, einer der Hauptverantwortlichen für die Erhaltung der Inselfelder, die unbedingt benötigt werden. Das sind vor allem die Felder, auf denen die Artefakte gefunden werden können, aber natürlich auch der Hubschrauberlandeplatz, die einzige Möglichkeit zum Verlassen der Insel. Er teilt sich diese Aufgabe aber auch gerne mit dem Forscher, der auch diagonal angrenzende Inselfelder trockenlegen kann, also recht effektiv ist.
Ein Navigator kann pro Aktionspunkt auch die Spielfigur eines Mitspielers bewegen, der Bote seine Artefaktkarten auch Mitspielern auf weit entfernten Inselfelder zukommen lassen und der Taucher auch überflutete oder versunkene Inselabschnitte durchqueren. Man sieht, jede Fähigkeit ist nützlich und wird schmerzlich vermisst, wenn sie nicht verfügbar ist, d.h. der entsprechende Charakter nicht im Spiel ist.

Hat der Spieler am Zug seine Aktionen durchgeführt, darf er zwei Artefaktkarten ziehen. Mit Sandsackkarten lassen sich jederzeit beliebige Inselfelder trockenlegen, mit einer Helikopterkarte lassen sich - ebenfalls jederzeit - beliebig viele Charaktere von einem Inselfeld auf ein anderes bewegen und die Karten mit Artefakten werden gesammelt um sie letztlich gegen die gesuchten Artefakte einzutauschen, diese also zu entdecken. Soweit so positiv, doch leider befinden sich unter den Artefaktkarten auch drei Flutkarten. Diese Karten bewirken ein Ansteigen des Wasserpegels und, dass alle bisher aufgedeckten Inselkarten des Ablagestapel gemischt und oben auf den Nachziehstapel gelegt werden. Das hat die unangenehme Folge, dass die bereits gezogenen und damit überfluteten Karten sehr bald erneut gezogen werden können und die entsprechenden Inselabschnitte dann komplett und unwiederbringlich versinken, wenn sie nicht rechtzeitig trockengelegt worden sind.
Desweiteren gibt es ein Handkartenlimit von fünf Karten, was das Sammeln gleicher Artefaktkarten nicht gerade erleichtert und auch mal zum Abwerfen an sich noch benötigter Artefaktkarten zwingt.

Nach dem Ziehen der Artefaktkarten werden noch so viele Inselkarten vom Nachziehstapel gezogen, wie der Wasserpegel vorgibt. Die entsprechenden Inselfelder werden überschwemmt und bereits überschwemmte Inselfelder versinken im Meer, d.h. sie werden aus dem Spiel genommen.

Während des Spiels müssen die Helden ganz besonders auf die Inselfelder achten, auf denen Artefakte gefunden werden, und auf den Landeplatz. Ist ein Artefakt oder der Landeplatz verloren, ist auch das Spiel verloren. Gleiches ist der Fall, wenn der Wasserpegel den Höchststand auf der Skala erreicht oder ein Inselfeld mit einem Abenteurer versinkt und kein Nachbarinselfeld in unmittelbarer Reichweite bzw. der Taucher der Versunkene ist, der auch längere Strecken im Wasser zurücklegen kann. Ganz prägnant kann man Die verbotene Insel als Pandemie-Light bezeichnen. Die Insel hat gegenüber dem großen Bruder Pandemie den Vorteil einen deutlich leichteren Einstieg zu bieten, sowie eine tolle Ausstattung und eine für Gelegenheitsspieler angenehmere Spieldauer. Und trotzdem ist auch Die verbotene Insel nicht einfach zu gewinnen, insbesondere durch den wählbaren Schwierigkeitsgrad. Form und Gestalt der Insel sorgen bereits für mehr oder weniger schwierige Aufgaben und insbesondere der zu Beginn wählbare Wasserpegel ermöglicht es den Schwierigkeitsgrad variabel der Spielerrunde anzupassen.

Erfahrene Spieler werden wohl eher zu Pandemie greifen, aber für Gelegenheitsspieler und auch Kinder ist Die verbotene Insel bestens geeignet. Die Altersangabe lautet zwar ab 10 Jahre, allerdings ist meine siebenjährige Tochter schon eifrig dabei, beim Inselretten. Man muss nur darauf achten, das Spiel nicht an sich zu reißen, auch wenn es mal in die Hose und ein Spiel verloren geht.

Trotz Pandemie ist Die verbotene Insel für mich eine absolute Empfehlung, denn in meinen Spielerunden sind Mitspieler für die Pandemie besser geeignet ist, aber auch Spieler für die Die verbotene Insel genau das Richtige ist.

Vielen Dank an Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!


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