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Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel



Anzahl Spieler

Für 3 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 20 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

5 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Michael Rieneck


Bild



Sonstiges:

Für viele dürfte es nicht überraschend kommen. Das Erscheinen von Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Doch im Gegensatz zu beispielsweise das Siedlerkartenspiel oder das Kartenspiel zu Anno 1701 ist das Kartenspiel zu Säulen der Erde etwas einfacher gestrickt und ein unkompliziertes Stichspiel für zwischendurch.

Wie das bei Stichspielen so üblich ist, man will in erster Linie "gute" Stiche machen, die einem viele Punkte einbringen. So ist das auch hier, doch ist das Ganze recht stimmig in Ken Follets Welt rund um Die Säulen der Erde eingebunden. Jeder Spieler versucht durch seine Stiche eigene Handwerker (Spielerfarbe) und passende Rohstoffe zu bekommen, denn so werden die spielentscheidenden Siegpunkte generiert. Zwar gibt es für alle Spieler einen gleichen Satz Handwerker, doch die eigenen Handwerker hat man nicht unbedingt selbst auf der Hand. Alle Charakterkarten und Rohstoffe werden gemischt und zufällig an alle Mitspieler gleichmäßig verteilt und man bekommt daher auch Handwerker der Mitspieler auf die Hand.

Je nach Mitspielerzahl bekommt jeder zu Beginn 9 bzw. 10 Karten auf die Hand und spielt in jeder Runde eine Karte aus. Zunächst beginnt der Spieler, der die Karte "Lady Aliena" bekommen hat, später immer derjenige, der den letzten Stich erhalten hat.
Grundsätzlich macht die Karte mit dem höchsten Wert den Stich. Ist diese höchste Karte eine Handwerkerkarte in einer Spielerfarbe, so erhält der entsprechende Spieler den Stich, ansonsten derjenige, der die höchste Karte ausgespielt hat. Wer also eine hohe Handwerkerkarte eines Mitspielers hat, der versucht beispielsweise diesem einen Stich mit vielen Minuspunkten (ja, die gibt es auch im Spiel) unterzujubeln.
Eine Ausnahme stellt der König dar, welcher immer den Stich macht, der jedoch zunächst beiseitegelegt und ggf. am Ende eines Durchgangs an denjenigen verteilt wird, der in diesem Durchgang keinen einzigen Stich machen konnte. Ausgleichende Gerechtigkeit durch den König.

Haben alle ihre Karten ausgespielt und alle Stiche sind verteilt kommt es zu einer Wertung. Handwerker in der eigenen Farbe bringen dabei einen Siegpunkt. Diese Handwerker können dann noch vorhandene Rohstoffe in Siegpunkte umwandeln und schließlich müssen Minuspunkte neutraler Karten noch in Abzug gebracht werden. Der Punktestand aller Spieler wird notiert und der nächste der insgesamt mindestens fünf Durchgänge beginnt.

Bereits zu Beginn verfügen alle Spieler über einen Rohstoffvorrat, der auf sog. Baustoffkarten festgehalten wird. Für jeden der vier Rohstoffe gibt es eine Karte deren obere Hälfte die Zahl 1 und deren untere Hälfte die Zahl 0 zeigt. Je nachdem ob man etwas von einer Rohstoffart besitzt, wird die Zahl 0 oder 1 der entsprechenden Karte nach oben gedreht. Drei Rohstoffe hat jeder zu Beginn und max. drei (verschiedene) Rohstoffe können mit in den nächsten Durchgang genommen werden falls keine passenden Handwerker diese in Siegpunkte verwandeln konnten.

Doch gibt es noch andere Aspekte, die einen Stich interessant machen können. Vor jedem Durchgang wird eine Vorteilskarte in den zu verteilenden Kartenstapel gemischt, die permanente Vorteile bringt. Wer eine Vorteilskarte durch einen Stich erhalten hat, behält diese nach der Wertung offen vor sich ausliegend und kann ihren Vorteil, z.B. "1 Siegpunkt bei jeder Wertung", künftig nutzen. Nach fünf Durchgängen (mehr werden es, wenn Vorteilskarten im Stich des Königs landen und dieser nicht verteilt wird, denn dann wird die Vorteilskarte im nächsten Durchgang nochmals verwendet) werden für alle Spieler die Siegpunkte addiert und wer die meisten hat, gewinnt das Spiel.

Ich habe ja schon öfter mal mit Vorurteilen aufräumen und vorgefertigte Meinungen überdenken müssen. Jüngstes Beispiel ist Battlestar Galactica, ein Spiel, dem ich sehr skeptisch gegenüber stand und das inzwischen eines meiner Lieblingsspiele ist. Einst galt es auch als fast unumstößliche Regel, dass Kartenspiele nichts für mich sind. Dann kam Bohnanza. Gut dachte ich mir, eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Spätestens seit Race for the Galaxy, Dominion, Verräter und in Kürze möglicherweise Thunderstone sowie einige andere, die mehr Karten- als Brettspiele sind, kann eigentlich nicht mehr von Ausnahmen die Rede sein.
Ok, Kartenspiele können mir auch Spaß machen, allerdings müssen sie schon etwas komplexer sein. Einfache Stichspiele, das ist nun wirklich nichts für mich. Und kaum ist diese meine "Regel" dahin gehend modifiziert, läuft mir Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel über den Weg. Eigentlich ein klassisches Stichspiel und trotzdem hat es Spaß gemacht. Sehr wahrscheinlich liegt es an der gelungenen thematischen Umsetzung, denn abstrakte Spiele, das ist nun wirklich nichts für mich (hm...mal gespannt, welches abstrakte Spiel mir demnächst so gut gefällt, dass auch dieser letzte Halbsatz nicht mehr gilt!). Wobei noch immer gilt, dass Stichspiele nicht meine Favoriten sind, ich kann sie nur nicht (mehr) pauschal ablehnen.

Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel gefällt mit Sicherheit Liebhabern von Stichspielen aber wie man an meinem Beispiel sieht, ist das nicht zwingend auf diese Spielergruppe beschränkt. Wer die Kombination eines an sich abstrakten Stichmechanismus mit einem ansprechenden Thema schätzt, der dürfte an Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel Gefallen finden. Trotzdem ist und bleibt das Spiel ein Stichspiel und das ist in meinen Augen "nur" ein Aufwärmer oder eher noch ein Absacker, wenn auch ein ganz ordentlicher.
Die Säulen der Erde - Das Kartenspiel ist für ein Stichspiel sehr gut, verglichen mit anderen Kartenspielen (Die Fürsten von Catan, Dominion usw.) fällt es trotzdem deutlich zurück.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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