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Der Pate



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 70 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Michael Rieneck


Bild



Sonstiges:

Bereits seit 1969 kennt man den Paten als Oberhaupt einer sizilianischen Familie, einer Mafiafamilie, aus einem erfolgreichen Roman. Seinen Erfolg verdankte dieser Roman in erster Linie auch der Verfilmung von 1972 und seinen Fortsetzungen aus den Jahren 1974 und 1990. Und nun, im Jahre 2010 kehrt der Pate in Form eines Brettspiels aus dem Hause Kosmos zurück. Bis zu vier sizilianische Mafiafamilien konkurrieren hier im New York der Nachkriegszeit um die Vormachtstellung und betätigen sich dabei hauptsächlich im Bereich der illegalen Geschäfte wie zum Beispiel Glücksspiel, Schmuggel, Schutzgelder usw.
Dabei ist letztlich der finanzielle Erfolg natürlich entscheidend aber auch das gesellschaftliche Ansehen bzw. der Einfluss auf städtische Ämter darf nicht vernachlässigt werden, denn sonst nützt all das schöne Geld am Ende doch nichts.

Der Spielplan zeigt das in vier Bereiche aufgeteilte südliche Manhattan. In diesen Bereichen sind "Geschäfte" zu finden und jede Mafiafamilie kontrolliert zunächst die drei Geschäfte eines dieser Bereiche. Auf einer durch und um das gesamte südliche Manhattan führenden Straße ist ein Gangsterauto unterwegs, das in einem Stadtbereich angekommen dahingehend für Ruhe und Ordnung sorgt, dass es grundsätzlich keine der lästigen FBI-Razzien, feindlichen Übernahmen durch konkurrierende Mafiafamilien oder sonstige Besitzwechsel von Geschäften gibt. Doch das Gangsterauto bringt nicht nur Vorteile. Der Pate fährt mit und das Geschäft, das er besucht kann auch mal ganz schnell den Besitzer wechseln.

Illegale Geschäfte sind zwar lukrativ, aber ihr Einkommen keineswegs gesichert oder regelmäßig. Aus diesem Grund hat jede Mafiafamilie auch die Möglichkeit in gewissem Umfang legalen Geschäften nachzugehen. Diese werfen zwar nur einen geringen Gewinn ab, das aber dafür zuverlässig und regelmäßig zu Beginn jeder Runde.

Allerdings kann man sein Leben so gut planen wie man will, der Zufall bringt manchmal alles durcheinander. Im Spiel werden diese Unwägbarkeiten durch Ereignisse in Form von Karten umgesetzt. Eine dieser Karten wird in jeder Runde nach dem Verteilen der legalen Einnahmen gezogen und umgesetzt. Neben dem bereits erwähnten Ereignis wird auch immer einer der beiden Spielsteine (grau und rot) auf den Ereignisleisten vorangezogen. Nur einer der beiden Spielsteine kann das oberste Feld der Leiste erreichen und gibt damit vor, ob eine Mafiafamilie über ein gewisses gesellschaftliches Ansehen (grauer Spielstein) verfügen muss um überhaupt im Rennen um den erfolgreichsten Mafiaboss dabei sein zu können oder über ausreichend Einfluss auf öffentliche Ämter (roter Spielstein) verfügen muss. Erst und nur wenn eine Mafiafamilie am Ende die geforderte Bedingung erfüllt, wird ihr angehäuftes Vermögen bei der Ermittlung des Gewinners berücksichtigt.
Schließlich legt die Ereigniskarte auch noch die Zugweite des Gangsterautos fest.

An das Ereignis schließt sich nun die Aktionsphase an, das Herzstück des Spiels. Reihum haben die Mafiafamilien die Möglichkeit durch vier Würfel in den Farben grau, rot, schwarz und weiß Aktionen auszuführen, die auf den Würfeltableaus der Spieler abgebildet sind und deren Nutzung dort festgehalten werden.
Hier kann durch Aktionen die Presse beeinflusst oder Einkommen aus illegalen Geschäften erzielt werden. Man kann den Paten zu Besuch schicken (was zum Verlust des Geschäftes führen kann), Wetten manipulieren, eine FBI-Razzia auslösen und vieles mehr. Wichtig ist, dass, bis auf wenige Ausnahmen, nur ein Würfel mit der passenden Farbe die Aktion auslösen kann. Je höher dabei die Würfelzahl, desto effektiver ist in der Regel die Aktion. Beispielsweise kann man mit einer roten 5 in Zeile zwei des Würfeltableaus seinen Einfluss um fünf Stufen verbessern.
Wichtig ist, dass die Zeilen der Würfeltableaus zeilenweise von oben nach unten mit je einem Aktionswürfel bestückt werden müssen, d.h. erst muss ein Würfel für eine Aktion in Zeile 1, dann in Zeile 2 usw. verwendet werden. Hat man sich für einen Würfel entschieden und diesen in die entsprechende Zeile des Würfeltableaus auf eine Aktion gelegt, werden die verbliebenen Würfel erneut geworfen und der nächste Würfel für die nächste Zeile/Aktion ausgewählt. Nur der letzte Würfel wird nicht erneut geworfen sondern gleich auf die gewünschte Aktion der vierten Zeile gelegt, denn in dieser letzten Zeile spielt die Würfelzahl keine Rolle und nur die Würfelfarbe muss beachtet werden.

Trotz der Vielzahl an Aktionsmöglichkeiten - 14 Aktionsmöglichkeiten gibt es - geht es bei allem letztlich immer darum Ansehen und/oder Einfluss zu erhöhen, möglichst viele Einnahmen zu erzielen oder zumindest die Voraussetzungen für künftige Einnahmen zu schaffen und dabei am besten noch die Lage der Konkurrenten entsprechend zu verschlechtern.
Nach sieben Runden sind die sieben zufällig aus den 10 vorhandenen Ereigniskarten gezogenen Karten aufgebraucht und das Spiel beendet. Diejenigen, die entweder ihr Ansehen oder ihren Einfluss, je nachdem was auf der Ereignisleiste am Ende gefordert ist, maximiert haben kommen in die Endwertung in der das erwirtschaftete Geld verglichen wird welches letztlich über Sieg und Niederlage entscheidet.

Der Pate ist kein einfach zu beurteilendes Spiel. Optisch äußerst gelungen kommt während des Spiels durchaus so etwas wie "Mafia-Feeling" auf, so dass man das Spiel sehr gerne mögen will. Familien- und Gelegenheitsspieler werden das auch mit hoher Wahrscheinlichkeit tun, doch für sog. Vielspieler bietet Der Pate möglicherweise zu wenig und das Zufallselement ist doch relativ hoch.
Zwar bietet der Einsatz der Würfel Raum für taktische Überlegungen doch beschränken sich diese darauf, welche Aktion man unbedingt ausführen will und welche Würfelfarbe man zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung haben sollte. Wer beispielsweise eine FBI-Razzia auslösen möchte, der muss den roten Würfel für die dritte Zeile des Würfeltableaus aufheben. Dabei kann aber nur die Möglichkeit eine Aktion durchführen zu dürfen beeinflusst werden. Um beim Beispiel der Razzia zu bleiben: die Aktion Razzia kann gewählt werden in dem ich den roten Würfel entsprechend lange zurückhalte, allerdings kann nicht beeinflusst werden, in welchen illegalen Geschäften die Razzia durchgeführt wird. Das hängt von der Würfelzahl des roten Würfels nach dem dritten Würfelwurf ab und ist Glückssache. Wenn man Pech hat, sind (viele) eigene Geschäfte betroffen, und wer das vermeiden will, muss dann doch kurzfristig besser einen anderen Würfel wählen.
Einige Bonusplättchen, welche die Spieler mit dem Voranschreiten auf der Ansehens- bzw. Einflussleiste erhalten können, ermöglichen es einmalig die Farbe eines Würfels zu ignorieren, einen oder alle Würfel erneut zu werfen, so dass einem wirklich wichtige Aktionen mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit (gut) gelingen.

Die Ansehens- und Einflussleiste müssen zumindest anfangs gleichermaßen berücksichtigt werden, denn erst gegen Ende des Spiels, frühestens nach der vierten Runde, steht fest welches die Voraussetzung für die Endwertung ist. In erster Linie gilt es für die Mitspieler aus den Würfelergebnissen unter Berücksichtigung der Spielsituation das Beste heraus zu holen und dieser Reiz hält auch trotz hervorragender Optik und Ausstattung nicht auf Dauer.
Zielgruppe des Paten sind in erster Linie die Familien- und Gelegenheitsspieler und diese Zielgruppe hat sicherlich auch Spaß an diesem Spiel, wobei die Aktionsvielfalt sicherlich gerade für diese Zielgruppe möglicherweise auch eine Herausforderung darstellt. Ein DIN A4 Blatt fasst die Aktionsmöglichkeiten zusammen so dass es leichter wird, einen Überblick zu bekommen.

Wer an Der Pate interessiert ist, dem empfehle ich nach Möglichkeit eine Testpartie. Für einige ist das Spiel damit ausgereizt, für andere entspricht der Spielreiz der Optik.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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