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Battlestar Galactica - Pegasus



Anzahl Spieler

Für 3 bis 7 Spieler
ab 13 Jahre


Spieldauer

Ca. 120 bis 240 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

10 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Heidelberger Spieleverlag
Heidelberger Spieleverlag


Autor

Corey Konieczka


Bild



Sonstiges:

Was will man am Brettspiel Battlestar Galactica eigentlich verbessern bzw. erweitern? Mal abgesehen von den Papp-Basisschiffen der Zylonen und den Papp-Frachtern der Menschenflotte ist das Spiel so wie es ist rundum gelungen, stimmig und man vermisst eigentlich nichts. Gut, große Teile der Story der gleichnamigen Serie sind im Spiel unberücksichtigt geblieben, aber das lässt sich nicht vermeiden und vermindert auch bei Fans der Serie den Spielspass in keinster Weise. Und wie will man die weitere Geschichte auch ins Spiel integrieren? Die "Pegasus-Erweiterung" liefert die Antwort auf diese Frage!

Um es vorneweg zu nehmen, das Spielgefühl ändert sich durch die Pegasus-Erweiterung in keiner Weise (außer dass die Spielzeit etwas länger werden kann) und das ist im Falle von Battlestar Galactica die beste Nachricht die es geben kann. Und trotzdem bietet die Pegasus-Erweiterung alles in allem für alte Hasen eine Fülle neuer Möglichkeiten ohne aber die Stärken des Basisspiels zu beeinträchtigen. Im Weiteren setze ich daher auch die Kenntnis des Basisspiels voraus und erläutere in erster Linie die Neuerungen durch die Pegasus-Erweiterung.

Die Charaktere sind vermutlich der am schnellsten zur Routine werdende Aspekt bei Battlestar Galactica und daher sind einige neue Crewmitglieder in der Pegasus-Erweiterung zu finden, die frischen Wind ins Spiel bringen. Hat sich bisher die Zugehörigkeit eines Charakters zu den Menschen oder Zylonen immer erst während des Spiels herauskristallisiert, so stehen unter den neuen Charakteren nun auch drei zur Auswahl, die sich Zylonen-Führer nennen und die das Spiel bereits als enttarnte Zylonen beginnen. Hört sich komisch an, ist aber so und es ändert sich auch nichts daran, dass man sich munter gegenseitig mehr oder weniger offen verdächtigt. Gut, Zylonenführer vielleicht ein bisschen mehr.

Die Rolle eines Zylonen-Führers, von denen immer nur ein einziger und auch erst ab vier Mitspielern dabei sein darf, ist schwieriger zu spielen als die eines "normalen" Charakters und daher am besten für einen erfahrenen Spieler geeignet. Dieser erhält natürlich keine Loyalitätskarte dafür aber eine sog. Absichtskarte, welche die genauen Siegbedingungen für diesen Spieler festlegen. Abhängig von der Mitspielerzahl zieht ein Zylonen-Führer vom Stapel der sympathisierenden oder feindlichen Absichtskarten, ist also der Menschheit mehr oder weniger zugetan, und so sind sich alle außer dem Zylonen-Führer selbst nie so ganz sicher, wie dieser Zylon einzuschätzen ist. Manch ein Zylon der die Menschenflotte infiltriert ist am Sieg der Menschen interessiert, denn nur so kann auch er gewinnen. Schwarz-Weiß-Malerei ist also Geschichte, nicht alle Zylonen sind böse Zylonen (auch wenn viele aus meiner Battlestar-Runde noch immer dieser Meinung sind) ;-)

Eine der gravierendsten Neuerungen ist auch Namensgeber der Erweiterung, die Pegasus. Die Pegasus ist ein Schiff der Menschen das ebenfalls den Angriff der Zylonen auf die Menschheit überlebt hat und nun wieder mit der Galactica zusammengetroffen ist. Um diesem zweiten Battlestar nun auch das nötige "Gewicht" im Spiel zu verleihen, kommt die Pegasus mit einem eigenen Spielplan daher. Dieser zeigt vier Stationen des Schiffs, die den Spielern neue Aktionsmöglichkeiten bieten. Genau wie die Colonial One kann jeder Charakter auch die Pegasus durch Abgabe einer Fertigkeitskarte betreten und dann die zur Auswahl stehenden Aktionen nutzen.
Die Pegasus verfügt über mächtige Waffen (die aber auch mal nach hinten losgehen können), eine Luftschleuse, derer man sich auch mal zweckfremd bedient um unangenehme Charaktere zu eliminieren (wobei der betroffene Spieler mit einem neuen Charakter weiter am Spiel teilnimmt) und bietet die Möglichkeit die Sprungvorbereitungen auch dann stattfinden zu lassen, wenn auf der in der aktuellen Runde gezogenen Krisenkarte kein Sprungsymbol vorhanden ist.

Der letzte Sprung der Flotte führt nun nicht mehr nach Kobol sondern zunächst nach Neu-Caprica. Wer die Serie kennt weiß, dass die Menschen diesen Planeten besiedeln wollen aber von den Zylonen entdeckt werden und die Siedlungen besetzt wird. Galactica und Pegasus müssen zunächst fliehen und die Menschen sind erst mal auf sich gestellt. Neu Caprica ist daher ebenfalls als eigener Spielplan vorhanden, der während dieser Phase des Spiels von Zylonen und Menschen gleichermaßen genutzt wird. Die Orte der Raumschiffe stehen zunächst nicht zur Verfügung und es kommen spezielle Neu-Caprica-Krisenkarten zum Einsatz. Ziel der Menschen in dieser Phase des Spiels ist es sich zu behaupten und sich auf die Rückkehr der Galactica vorzubereiten. Das bedeutet in erster Linie die ebenfalls zurückgelassenen Zivilschiffe für die Evakuierung vorzubereiten, denn allzu viele von ihnen sollte man bei der Evakuierung nicht zurücklassen um nicht zu viele Ressourcen zu verlieren. Klar, dass Zylonen diesen Bemühungen entgegenwirken, enttarnte natürlich ganz offensichtlich, beispielsweise durch den Einsatz von Besatzungstruppen die Zivilschiffe zerstören können usw.
Taucht die Galactica im Orbit auf, was früher oder später passieren wird, können vorbereitete Zivilschiffe evakuiert werden. Der Admiral kann dann jederzeit den letzten Sprung auslösen muss aber dabei beachten, dass keine der Ressourcen auf null sinken darf, also nicht zu viele Zivilschiffe zurückgelassen werden (zumindest wenn der Admiral kein Zylon ist ;-) ). Ggf. muss man im Orbit durchhalten, bis ausreichend Zivilschiffe evakuiert wurden und das ist nicht immer einfach.

Die neuen Fertigkeitskarten, die sog. Verratskarten, sind insbesondere für Zylonen interessant. Sie machen die Fertigkeitschecks noch unsicherer (waghalsige Fertigkeits-Checks) und bieten den Zylonen neue, starke Optionen. Zwar ist es der Tarnung eines unentdeckten Zylonen nicht gerade dienlich diese Karten zu ziehen, denn da sie nicht vorteilhaft für die Menschen einsetzbar sind, macht man sich dadurch mehr als nur verdächtig.
Doch keine Angst, nicht nur die Zylonen werden durch die Pegasus-Erweiterung gestärkt, auch die Menschen profitieren von der einen oder anderen Neuerung. Beispielsweise wurden Sprungvorbereitungssymbole auf Krisenkarten während der Spielzüge von Zylonen bisher ignoriert. Nun nicht mehr und das ist für Menschenspieler so manches Mal eine sehr willkommende Änderung!

Die neuen Krisen-, Zielort-, Zwölferrats- und Super-Krisenkarten werden einfach in die entsprechenden Kartenstapel eingemischt und bringen Abwechslung ins Spiel. Weitere Änderungen haben geringe Auswirkungen bzw. sind durch Neuerungen bedingt, wie beispielsweise die neue Amtsfolge aufgrund der neuen Charaktere. Die Admiral- und Präsidentenkarte müssen ersetzt werden, sobald man nicht Kobol sondern Neu Caprica als Ziel hat.
Um die Karten der Erweiterung von denen des Basisspiels unterscheiden zu können, tragen erstere ein kleines Symbol auf ihrer Vorderseite und daher lassen sich die Karten bei Bedarf auch wieder trennen.

Die einzelnen Komponenten der Erweiterung müssen nicht unbedingt alle verwendet werden. Wer beispielsweise ohne Neu-Caprica aber mit der Pegasus spielen will, der kann das problemlos tun. Auch die Zylonen-Führer kann man ggf. weglassen, es sei denn man spielt zu siebt, dann muss einer der Spieler diese Rolle wählen. Die alternativen Zylonenorte und die Pegasus sollten immer verwendet werden, wenn man die neuen Krisen- und Fertigkeitskarten einsetzt, da diese ab und an Bezug darauf nehmen.

Wie bereits eingangs erwähnt, Battlestar Galactica ist eigentlich nicht zu verbessern. Die Erweiterung ist klasse für diejenigen, die gerne dichter an der Story der Serie spielen möchten, und diejenigen, die das Basisspiel so oft gespielt haben, dass tatsächlich Abwechslung, vor allem wohl in Form von neuen Charakteren benötigt wird. Sehr reizvoll sind hier die Zylonen-Führer. Diese sind natürlich immer verdächtig, nicht unbedingt und nur weil es Zylonen sind, es gibt ja schließlich auch sympathisierende Zylonen, sondern weil sie zur Erreichung ihres Spielziels oft mehr als verdächtige Aktionen durchführen (müssen). Ein Zylonen-Führer, der zwar grundsätzlich zusammen mit den Menschen gewinnt, aber beispielsweise nur dann, wenn die Bevölkerung auf ein bestimmtes Level abgesunken ist, der hat so manches Mal Probleme seinen "menschlichen" Mitspielern seine grundsätzliche Sympathie glaubhaft zu versichern.

Neu-Caprica stellt eine sehr gute Umsetzung dieses Teils der in der Serie erzählten Geschichte dar, zieht aber die Spieldauer unter Umständen weiter in die Länge. Dieser höhere Zeitaufwand ist zwar während des Spiels kaum fühlbar, die Zeit vergeht nach wie vor wie im Fluge, doch neue Mitspieler zu gewinnen, die (noch) nicht von Battlestar Galactica überzeugt sind, wird dadurch nicht unbedingt leichter. Aber auch wer sich nicht zu den "Battlestar-Vielspielern" zählt findet noch immer mindestens einen Kaufgrund. Die Plastikmodelle der Basisschiffe habe ich (und wahrscheinlich die meisten anderen) ja bereits im Basisspiel heftig vermisst und mit der Pegasus-Erweiterung werden sie nachgereicht. Allerdings fehlen noch immer Modelle für die Zivilschiffe, aber vielleicht sind die ja in der nächsten Erweiterung dabei ;-)

Battlestar Galactica bleibt was es war, ein super Spiel. Die Neuerungen bringen doch reichlich Abwechslung ins Spiel ohne das Grundprinzip und damit die Stärke des Basisspiels zu verändern. Liebhaber des Basisspiels kommen nicht an dieser Erweiterung vorbei und werden sie nach dem ersten Spiel auch nicht mehr missen wollen.

Vielen Dank an Heidelberger Spieleverlag für das Rezensionsexemplar!


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