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Im Wandel der Zeiten - Das Würfelspiel



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Matt Leacock


Bild



Sonstiges:

Zeit empfindet ja jeder anders. Mal scheint sie wie im Fluge zu vergehen und mal glaubt man, sie zieht sich wie Kaugummi. Zwar ist das auch bei der mit Brettspielen verbrachten Zeit so, aber Spiele mit einem epischen Thema haben auch meist eine lange (tatsächliche) Spieldauer (auch wenn diese oft gar nicht so lange empfunden wird). Bei Im Wandel der Zeiten ist das nicht anders und bei Im Wandel der Zeiten - Das Würfelspiel erwartete ich das irgendwie auch. Trotz des Zusatzes "Das Würfelspiel", wegen des Namens "Im Wandel der Zeiten", des Zivilisationsthemas oder warum auch immer. 30 bis 45 Minuten, so lange dauert das Spiel in etwa, sind nun aber wirklich nicht lang, weder tatsächlich noch gefühlt und noch dazu für solch ein Thema. "Erschaffen sie eine blühende Zivilisation in weniger als einer Stunde" heißt es auf der Verlagswebseite und recht haben sie. Mit ein bisschen Vorstellungsvermögen und der angegebenen Zeit lässt sich das mit diesem Spiel tatsächlich machen.

Nach dem ersten Regelstudium glaubte ich das Spiel mit dem Satz "Civilisation goes Kniffel" zusammenfassen zu können und vielleicht ist das auch gar nicht so unpassend. Jeder Mitspieler erhält einen (Wertungs-)Zettel, auf dem die Auswirkungen seiner Würfelergebnisse festgehalten werden und es gilt in jedem Spielzug sein Würfelergebnis innerhalb von drei Würfen so zu optimieren, dass es den eigenen Zielen und Erfordernissen genügt. Doch die Kniffel-Elemente im Spiel sind thematisch so gut eingebunden, dass man nicht einen Moment während des Spiels an Kniffel denkt. Es fühlt sich tatsächlich wie der Aufbau einer Zivilisation an.

Die Anzahl Würfel, die einem Spieler während seines Spielzuges zur Verfügung stehen, werden durch die Zahl seiner Städte bestimmt. Drei Städte hat jeder zu Beginn, also auch drei Würfel, aber diese Zahl und damit die Möglichkeiten im Spiel lassen sich auf bis zu sieben Städte/Würfel erhöhen. Diese Würfel werden nun geworfen, gewünschte Ergebnisse beiseitegelegt, nicht benötigte oder gewollte Ergebnisse bis zu zwei weitere Male geworfen, dann ist Schluss und die Auswirkungen der Würfel werden auf dem Zivilisationszettel bzw. einer Holzstecktafel für Waren- und Nahrungsvorräte festgehalten.
Eine Ausnahme sind die Totenkopfsymbole. Diese sehen nicht nur bedrohlich aus, sie sind es auch meist. Ein Totenkopfsymbol ist zwar selten gewünscht, muss jedoch (außer im Solospiel) immer beiseitegelegt werden, hat aber nicht nur schlechte Auswirkungen. Mehr als eines dieser Symbole am Ende der drei Würfelwürfe bedeuten in jedem Fall eine "Katastrophe". Je mehr Totenköpfe, desto gravierender die negativen Auswirkungen, die in Form von Katastrophenpunkten (je ein Minuspunkt bei Spielende) auf dem Wertungsblatt festgehalten werden. Die Katastrophe "Seuche" (drei Totenköpfe) stellt eine kleine Ausnahme dar, sie betrifft nämlich nicht die eigene Zivilisation, sondern alle anderen.
Außerdem, und das ist der Vorteil dieser Symbole, bekommt man für jedes Totenkopfsymbol zwei Waren, die auf dem Holzsteckbrett festgehalten werden.

Die weiteren Würfelergebnisse bringen Nahrung, Arbeiter für die Gründung weiterer Städte oder zur Errichtung monumentaler Bauten, eine Ware oder Geld. Nahrungsvorräte werden zusammen mit den Waren auf der Holzstecktafel festgehalten und für die Ernährung der Bevölkerung in den Städten benötigt. Jede Stadt verbraucht eine Nahrung und im Falle einer Unterversorgung gibt es in Höhe der Unterversorgung Katastrophen- und damit Minuspunkte.
Für jedes Arbeitersymbol darf man auf dem Wertungsblatt entweder ein freies Kästchen einer noch nicht bestehenden Stadt ankreuzen oder ein freies Kästchen eines noch nicht vollendeten Monuments, dessen Fertigstellung man damit voran bringt. Der Bedarf an Arbeitern steigt von Stadt zu Stadt an. Während man für die vierte Stadt nur drei Arbeiter benötigt, sind für die siebte Stadt schon sechs Arbeiter erforderlich. Bei den Monumenten ist die Zahl der benötigten Arbeiter von der Größe des Monuments abhängig. Während eine einfache Stufenpyramide mit drei Arbeitern fertiggestellt werden kann, bedarf es beispielsweise für die "Grosse Mauer" schon 13 Arbeiter usw.
Monumente bringen zum einen Siegpunkte (besonders und in höherem Maße demjenigen, der es zuerst errichtet) und zum anderen das Spiel seinem Ende entgegen. Sobald alle Spieler zusammen jedes der verfügbaren Monumente errichtet haben, endet das Spiel mit einer Schlusswertung.

Geld wird benötigt um Entwicklungen "zu kaufen". Ein Geldsymbol ist zunächst sieben Münzen wert, durch die Entwicklung "Münzwesen" kann dieser Wert aber auf 12 Münzen gesteigert werden. Entwicklungen sind deshalb sehr wichtig und interessant, weil sie zum einen bei Spielende Siegpunkte bedeuten, zum zweiten das Spiel beenden sobald ein Spieler seine fünfte Entwicklung erhalten hat und zum dritten bereits während des Spiels Vorteile bedeuten. Mit dem bereits erwähnten "Münzwesen" lässt sich der Wert eines Geldsymbols erhöhen, aber es gibt noch weitere hilfreiche Entwicklungen. Einige bringen Bonuspunkte für Städte oder Monumente, andere wehren Katastrophen ab oder erhöhen die Nahrungsproduktion usw.

Das Spiel endet im Solitärspiel nach 10 Runden, in denen man versucht möglichst viele Siegpunkte zu erreichen, ansonsten mit der Fertigstellung des letzten verfügbaren, noch nicht erstellten Monuments oder der fünften Entwicklung durch einen Spieler. Die Siegpunkte ergeben sich durch erworbene Entwicklungen, errichtete Monumente und ggf. Bonuspunkte durch einige der Entwicklungen. Katastrophenpunkte müssen natürlich in Abzug gebracht werden und der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt das Spiel.

Die Ausstattung des Spiels ist hervorragend. Für jeden Spieler gibt es eine massive Holzstecktafel mit passenden Holzsteckern um seine Nahrungs- und Warenvorräte zu verwalten. Ein recht großer aber dafür sehr übersichtlicher Block mit beidseitig bedruckten Wertungszetteln lässt einige Partien ins Land gehen, bis man sich um Nachschub kümmern muss. Er enthält gleichzeitig die für einen reibungslosen Ablauf benötigten Übersichten. Eine Übersicht über den Rundenablauf, eine Übersicht der Würfelsymbole, eine der Katastrophen, eine der Spielendebedingungen, eine der Monumente und eine für die Siegpunkte durch Entwicklungen und deren Auswirkungen so wie die Möglichkeit die Schlusswertung durchzuführen und festzuhalten sind ebenfalls auf dem Wertungsblatt untergebracht. Sieben Holzwürfel runden die Ausstattung ab. Einzig der benötigte Stift ist nicht enthalten.

Trotz der kurzen Spieldauer kommt das Gefühl eine Zivilisation aufzubauen rüber. Strategien sind bedingt möglich, müssen aber derart flexibel gestaltet sein, dass man auf die Unwägbarkeiten der Würfel reagieren kann. Und ja, wenn die Würfel mal so gar nicht wollen, dann geht natürlich nicht wirklich was voran. Das ist allerdings eher selten. Würfelglück und -pech halten sich in der Regel die Waage und es gilt in jeder Runde das Beste aus den Würfeln rauszuholen. Möglichkeiten dazu gibt es genug, die "Wege", die eingeschlagen werden können, sind zahlreich.

Sehr wichtig ist es in jedem Fall die Mitspieler im Auge zu behalten. So manches Mal endet ein Spiel bedeutend eher als der eigenen Strategie und damit den Siegpunkten gut tut. Hat ein Spieler seine vierte Entwicklung oder sind fast alle Monumente schon mal errichtet worden, dann gilt es nicht mehr langfristig zu planen sondern möglichst effektiv "zu Potte zu kommen". Umgekehrt kann man vielleicht die lieben Mitspieler auch mal mit einem schnellen Spielende überraschen.

Viele Würfel zur Verfügung zu haben ist natürlich immer gut. Allerdings muss für jeden Würfel auch eine zusätzliche Stadt versorgt werden und das gilt es zu berücksichtigen. Eine Strategie, die auf vielen Städten beruht, sollte am besten auch die Entwicklung "Ackerbau" beinhalten, damit die Nahrungssymbole mehr Nahrung abwerfen und die Versorgung der Städte nicht mehr und mehr zum Problem wird.
Viele Monumente bauen zu wollen erfordert viele Arbeiter und man macht sich das Leben bei dieser Strategie leichter, wenn man über die Entwicklung "Bauwesen" verfügt, denn da bringt ein Würfel mit Arbeitern einen zusätzlichen Arbeiter. Es gibt viele erfolgversprechende Ansätze, die sich ausprobieren und verfeinern lassen und das sorgt für Langzeitmotivation, auch wenn hin und wieder das Glück eine Strategie zerstört.

Im Wandel der Zeiten - Das Würfelspiel ist schon alleine deswegen toll, weil es eindrucksvoll zeigt was man alles mit ein paar Würfel machen kann und wie man auch mit einfachen Regeln komplexe Themen ansprechend umsetzen kann. Ich gestehe unter einem gewissen "Würfel-Vorurteil" gelitten zu haben und nun, wenn auch nicht geheilt so aber doch auf dem Wege der Besserung bin. Für mich ist das "kleine" Im Wandel der Zeiten eine klare Kaufempfehlung.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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