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Im Schutze der Burg



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

eggertspiele
eggertspiele


Autor

Inka Brand,
Markus Brand


Bild



Sonstiges:

Eine Burg bedeutete im Mittelalter vor allem Schutz. Und das nicht nur für die Burgbewohner selbst sondern ebenso für die umliegenden Ländereien und deren Bewohner. Der Spieletitel Im Schutze der Burg ist also nahe liegend und leicht nachvollziehbar genauso wie der Umstand, dass alle Mitspieler wie seinerzeit die Bewohner in der Nähe einer Burg an deren Fertigstellung interessiert sind/waren. Doch werden und wurden auch eigene Interessen verfolgt und so gilt es aus Prestige- oder sonstigen Gründen mehr als alle anderen zum Burgbau beizutragen.

Auch ohne die limitierte Auflage in der Holzbox sein eigen zu nennen, die, wie schon im Vorjahr beim Spiel Cuba, die Sammlerherzen höher schlagen ließ, hat man mit Im Schutze der Burg aus dem Hause eggert Spiele (wie gewohnt) wieder ein Spiel mit optisch sehr ansprechendem und auch funktionalem Spielmaterial. Neben der optischen Erscheinung eines Spiels kommt es natürlich in erster Linie auf den Spielreiz an und der, ich darf es vorweg nehmen, ist ebenfalls vorhanden (auch wenn es mal/schon wieder um das Verbauen von Rohstoffen geht).

Rohstoffe hat jeder Spiel anfangs einen Sandhaufen und einen Holzbalken in seinem Vorrat und versucht diese sowie seine finanziellen Mittel in Höhe von drei Talern mittels Händlern bzw. Boten zu mehren um sie schließlich mittels Arbeiter, Steinmetz, Maurer oder Baumeister für die Errichtung von Burganlagen zu verwenden. All diese Personen stehen jedem Spieler in Form von Karten zur Verfügung, von denen jeder während einer Runde (zunächst verdeckt und gleichzeitig) eine ausspielen und anschließend nutzen darf.
Alles was in, an und um die Burg herum gebaut werden kann liegt in Form von Bauplättchen auf dem Spielplan, der die Burg mit seinem unmittelbaren Umfeld zeigt, aus. Für errichtete Burganlagen, deren Plättchen dann vom Spielplan entfernt werden, gibt es Punkte für die Schlusswertung und/oder Geld. Manche Bauten sorgen aber nach ihrer Errichtung zusätzlich auch für Ausbildungsplätze, die man gegen Bezahlung mit seinen Gehilfen nutzen kann um weitere Siegpunkte bei Spielende zu erhalten.

Haben alle Spieler eine ihrer Personenkarten gewählt, werden diese in einer festgelegten Reihenfolge abgearbeitet. Zunächst erhält jeder Bote acht Taler. Anschließend dürfen alle die den Händler gespielt haben einen ihrer Gehilfen neben einen der auf dem Spielplan abgebildeten Fuhrwerke platzieren. Dort bringen die Gehilfen in jeder Runde, in der mindestens ein Händler gespielt wurde, Rohstoffe entsprechend des Fuhrwerks, neben dem sie stehen und in der dort angegebenen Höhe. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, das alle Gehilfen neben Fuhrwerken Rohstoffe erhalten, auch wenn der entsprechende Spieler selbst keinen Händler ausgespielt hat.
Von den Rohstoffen, die man durch den Händler erhält, muss man immer auch eine Abgabe an den Wehrturm leisten. Ein Stück von jeder Rohstoffsorte die man erhält muss auf dem Wehrturm abgelegt werden.
Zunächst müssen die eingesetzten Gehilfen die vier vorhandenen Fuhrwerke besetzen, wobei dort jeweils immer nur ein Gehilfe stehen darf. Sobald alle Fuhrwerke besetzt sind, dürfen Gehilfen anderer Spieler (die nicht gerade erst in dieser Runde platziert wurden) verdrängt werden. Außerdem kann ein Gehilfe dann auch neben dem Reiter platziert werden. Dieser führt Silber mit sich welches als eine Art Joker für jeden vorhandenen Rohstoff verwendet werden kann, also relativ begehrt weil hilfreich ist.

Kommen wir zum Maurer. Dieser darf sich beim Wehrturm bedienen und bringt seinem Spieler alle Rohstoffe einer Sorte, die sich auf dem Wehrturm befinden. Anschließend darf er auch gleich baulich tätig werden und bis zu zwei Gebäude errichten indem eine Kombination aus mindestens drei verschiedenen Rohstoffen abgegeben wird, welche den genau passenden Bauwert des entsprechenden Gebäudes erreichen. Ein Sandhaufen hat dabei den Bauwert 1, ein Holzbalken den Wert 2, eine Lehmplatte den Wert 4 und ein Steinquader den Wert 5. Da der genaue Bauwert erreicht werden muss, ist schon jetzt zu erkennen, wie wertvoll Silber in so einem Moment werden kann. Jeder verbaute Rohstoff bringt dabei einen Siegpunkt
Wurde mindestens ein Gebäude errichtet hat man noch die Möglichkeit gegen Bezahlung bis zu zwei seiner Gehilfen auf freie Gehilfenplätze einzusetzen, wo sie bis zum Spielende verbleiben. Diese befinden sich vor einigen der Burganlagen, binden zwar den Gehilfen für den Rest des Spiels, bringen dann aber am Ende mitunter reichlich Siegpunkte. Die genaue Punktezahl ist von Faktoren abhängig, die es im weiteren Spielerverlauf zu optimieren gilt, um möglichst viele Punkte zu erhalten. Einmal ist es wichtig, dass möglichst viele Türme errichtet werden ein anderes Mal, dass möglichst viele (oder wenige) Gehilfenplätze besetzt sind usw.

Der Steinmetz ist am effektivsten, wenn viele Arbeiter ausgespielt wurden. Als Steinmetz darf man von jedem ausliegenden Arbeiter einen Rohstoff für einen Taler abkaufen und dieses Geschäft darf ein Arbeiter nur dann ablehnen, wenn es sich um seinen letzten Rohstoff handelt.
Anschließend dürfen auch mit dem Steinmetz bis zu zwei Gebäude errichtet werden, für deren Fertigstellung man die beim Gebäude angegebenen Siegpunkte erhält und wie beim Maurer dürfen, sofern mindestens ein Bauwerk errichtet wurde, bis zu zwei Gehilfen auf freie Gehilfenplätze eingesetzt werden.

Als Arbeiter hat man unmittelbar nach dem Aufdecken der Karte die drei angegebenen Rohstoffe erhalten und sie auf der Arbeiterkarte platziert. Sobald die Arbeiter an die Reihe kommen, erhalten die jeweiligen Spieler die auf der Karte verbliebenen Rohstoffe, die nicht für einen Taler an irgendwelche Händler verkauft werden mussten.
Auch der Arbeiter darf bis zu zwei Gebäude errichten, wobei man für einen Arbeiter allerdings nur die Hälfte der bei den Gebäuden angegebenen Siegpunkte erhält.

Zum Schluss kommt der Baumeister an die Reihe. Dieser bringt einem Spieler alle seine bereits ausgespielten Personenkarten zurück auf die Hand, so dass man im nächsten Zug wieder die volle Auswahl hat. Obwohl er sich Baumeister nennt darf er selbst keine Bauwerke errichten, profitiert aber von allen Bauwerken, die andere Spieler in dieser Runde errichtet haben. Er erhält für jedes errichtete Gebäude der laufenden Runde fünf Siegpunkte.

Nach einer von der Mitspielerzahl abhängigen Rundenzahl endet das Spiel. Zwar haben alle das Ziel "Fertigstellung der Burg" mehr oder weniger erreicht, es gewinnt dabei aber, wer insgesamt durch den Bau von Burganlagen und den geschickten Einsatz von Gehilfen, die nach der letzten Runde im Rahmen einer Schlusswertung punktemäßig berücksichtigt werden, die meisten Siegpunkte erhalten hat bzw. bei Gleichstand am meisten Taler im Säckel hat.

"Im Schutze der Burg" wird wohl keinen Innovationspreis erringen, dazu sind zu wenige neue Elemente im Spiel. Altbekanntes wurde jedoch gut kombiniert und umgesetzt wobei manches auch etwas konstruiert wirkt. Es werden nicht bestimmte Rohstoffe für bestimmte Bauten benötigt, vielmehr ist es egal welche Rohstoffe verwendet werden, so lange es nur drei verschiedene sind und der Bauwert erreicht wird. Daran muss man sich erst gewöhnen aber es funktioniert in spielerischer Hinsicht gut.
Auch die Funktion des Wehrturms ist spieltechnisch schon nötig und funktioniert, wirkt eben irgendwie unpassend. Da müssen einmal Rohstoffe an den Wehrturm abgegeben werden, damit man sich später mit einer anderen Person genau dort wieder bedienen kann. Naja.

Taktische Überlegungen sind jedenfalls gefragt. Die richtige Person zur rechten Zeit gewählt kann einen dem Sieg ein gutes Stück näher bringen also gilt es bei der Auswahl seiner Personenkarte auch die Mitspieler einzuschätzen. Bei großen Bauaktionen profitieren unter Umständen Mitspieler zu gut, die einen Baumeister gespielt haben und nichts ist ärgerlicher als ein Arbeiter, der sich mehreren Händlern gegenüber sieht. Taler sind ja schön und gut, aber würde man Taler und nicht Rohstoffe benötigen, hätte man den Boten gespielt.

Gut überlegt werden muss auch der Einsatz der Gehilfen in der Burg. Schließlich stehen sie den Rest des Spiels nicht mehr zur Verfügung um bei Fuhrwerken für Rohstoffnachschub zu sorgen und ihr Einsatz ist auch mit Ausgaben in Form von Talern verbunden. Da muss sich der Einsatz punktemäßig schon auszahlen und hinter den "guten" Gehilfenplätzen sind natürlich alle her. Auch hier ist das Timing von entscheidender Bedeutung. Meist kann man erst im Laufe einiger Runden einschätzen, welche Gehilfenplätze in einer Partie besonders interessant sind und dann gilt es vor den anderen diese zu besetzen. Besonders erwähnenswert ist der Umstand, dass Im Schutze der Burg auf zwei verschiedenen Spielplänen, einem Sommer- und einem Winterspielplan, gespielt werden kann. Die Burg ist dieselbe allerdings im Winter in eine passende Winterlandschaft eingebunden und es kommen sog. Winterkarten zum Einsatz. Jede Runde wird eine von ihnen aufgedeckt und entfaltet ihre Wirkung was zu mehr Unwägbarkeiten führt und möglicherweise nicht jedermanns Geschmack ist.

Alles in allem zeigt Im Schutze der Burg, dass Neues zwar meist schön und eigentlich immer interessant ist, aber auch altbewährte Mechanismen immer wieder reizvoll kombiniert und eingebracht werden können. Für mich ist auch dieses eggert-Spiel wieder eines, das man sich unbedingt zumindest mal ansehen sollte.

Vielen Dank an eggertspiele für das Rezensionsexemplar!


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