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Stone Age



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

8 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Michael Tummelhofer


Bild



Sonstiges:

Ein jeder kennt sie, die "gute alte Zeit". Und obwohl nichts so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich ist, wie das schlechte Gedächtnis erinnert sich jeder ab und an gerne mal an das eine oder andere zurück, und das ist auch gut so. Stone Age versetzt uns nun zurück in eine sehr alte Zeit, die Steinzeit. Ob dies nun eine gute alte Zeit war, wer weiß das schon! Wie auch immer, genau wie heute noch gab es auch damals schon technologische und sonstige Fortschritte. Diese bestanden zwar nicht aus Kraftfahr-, Flugzeugen und Computern sondern aus ersten einfachen Werkzeugen, Ackerbau und dem Nutzen von Rohstoffen so wie einem beginnenden Tauschhandel, waren aber deswegen nicht weniger bedeutend.

Jeder Spieler versucht nun die Geschicke eines Steinzeitvolkes zu lenken und die Herausforderungen dieser längst vergangenen Zeit besser zu meistern als die bis zu drei Mitspieler. Viele Wege führen nach Rom heißt es und bei Stone Age führen viele Wege zum Sieg. Siegpunkte gibt es für den Hüttenbau aber auch für Zivilisationskarten, die, oft in Verbindung mit anderen Gegebenheit beispielsweise einer möglichst hohen Nahrungsversorgung, vielen Werkzeugen, zahlreichen Stammesmitglieder usw., besonders viele Punkte einbringen können.

Für jeden Mitspieler beginnt alles mit 12 Nahrungseinheiten und fünf Mitgliedern des eigenen Steinzeitvolkes. Fünf weitere Volksangehörige liegen bereit, stehen aber anfangs noch nicht zur Verfügung. Beides, Personen und Nahrungsmittel, legen die Spieler auf ihren Tabelaus ab, auf denen später auch die errichteten Hütten, Werkzeuge und die erwirtschafteten Ressourcen wie Holz, Steine, Lehm und Gold abgelegt werden. Ihre zunächst fünf Volksangehörigen entsenden die Spieler zu Beginn jeder Runde abwechselnd und reihum auf die verschiedenen Örtlichkeiten des Spielplans um anschließend, wenn alle ihre Spielfiguren platziert haben, die Funktion der entsprechenden Orte nutzen zu können.

Da gibt es beispielsweise eine Wiese, auf der beliebig viele Steinzeitmenschen, auch verschiedener Stämme, auf die Jagd gehen können. Nahrung ist ein wichtiger Faktor im Spiel. Während der Auswertung, unmittelbar nach der Einsetzphase, darf der entsprechende Spieler für jede seiner jagenden Spielfiguren einen Würfel werfen. Die abgerundete Hälfte des Gesamtergebnisses entspricht der Anzahl an Nahrungseinheiten, die man als Jagdertrag erhält und zur späteren Versorgung seiner Bevölkerung auf dem Tabelau ablegt.
Im Wald, der Lehmgrube, dem Steinbruch und dem Fluss lassen sich dringend benötigte Rohstoffe besorgen. Dort dürfen aber jeweils insgesamt maximal sieben Steinzeitler stehen. Wie bei der Jagd wird bei der Auswertung der Orte für jede dort eingesetzte Person ein Würfel geworfen, wobei die Erträge immer geringer ausfallen dürften, je wertvoller ein Rohstoff ist. So muss das Gesamtwürfelergebnis im Wald durch drei, in der Lehmgrube durch vier, im Steinbruch durch fünf und beim Goldwaschen am Fluss durch sechs geteilt und ggf. abgerundet werden um den erwirtschafteten Ertrag der Steinzeitmenschen eines Spielers zu ermitteln.

Bei der Hütte des Werkzeugmachers ist nur Platz für eine Spielfigur, genauso wie bei der Hütte vor den Äckern. Die Figur bei den Äckern erhöht den Getreideertrag und der entsprechende Markierungsstein darf auf der Nahrungsleiste um eine Position nach oben geschoben werden. Jede Runde erhalten die Spieler Nahrungseinheiten entsprechend ihres erreichten Wertes auf der Nahrungsleiste. Eine gute Grundlage für die Versorgung der eigenen Bevölkerung.
Beim Werkzeugmacher erhält man immer ein Werkzeug. Diese Werkzeuge können äußerst hilfreich sein, besonders wenn man sich nicht auf sein Würfelglück verlassen möchte. Jedes Werkzeug kann pro Runde einmal eingesetzt werden, um ein Würfelergebnis, mit dem Erträge ermittelt werden, um den Wert des Werkzeugs zu erhöhen. So kann eine Person auf der Jagd, für die nur eine eins gewürfelt wurde, immerhin noch eine Nahrungseinheit als Ertrag abfallen, wenn man ein Werkzeug einsetzen kann.

Eine der Hütten hat Platz für zwei Personen, welche sich zum Zwecke der Vermehrung dorthin zurückziehen können. Derjenige, der dort seine Bevölkerungszahl aufstocken will, muss zwingend beide Plätze mit seinen Leuten besetzen. Schließlich geht es ja um Vermehrung und dabei tut man sich alleine schwer und stammesübergreifende Fortpflanzung ist in diesem Spiel offensichtlich nicht zur Debatte. Wird die Hütte ausgewertet, nimmt der entsprechende Spieler seine beiden Figuren zurück auf sein Tabelau und zusätzlich eine weitere von seinem Vorrat. Ab der nächsten Runde steht nun ein Steinzeitmensch mehr zur Verfügung und kann produktiv in das geschäftige Treiben des eigenen Stammes integriert werden.

Vier Zivilisationskarten liegen ebenfalls offen auf dem Spielplan. Oberhalb ihrer Ablagefelder ist zu sehen, wie viele Rohstoffe, egal welcher Art, ein Spieler aufwenden muss, um diese Karte nehmen zu dürfen. Selbstverständlich muss zuvor eine Spielfigur auf der Zivilisationskarte eingesetzt werden und natürlich darf auf jeder dieser Karten nur eine Spielfigur stehen. Zivilisationskarten können sehr wertvoll sein. Sie bringen nicht nur unter Umständen sofortige Erträge (im oberen Bereich der Karte zu sehen), beispielsweise in Form von Rohstoffen, sondern meist auch bei der Schlusswertung am Spielende. Da können beispielsweise im unteren Bereich der Karte Werkzeugmacher zu sehen sein, die man anlässlich der Schlusswertung mit der Anzahl seiner Werkzeuge multiplizieren und das Ergebnis zu seinen Siegpunkten addieren darf usw.
Nicht selten fährt ein Steinzeitvolk die meisten Punkte anlässlich der Schlusswertung durch seine Zivilisationskarten ein.

Weiterhin gibt es noch vier Stapel an Hütten(-plättchen), auf denen immer die oberste offen zu sehen ist und mit einer Spielfigur besetzt werden kann. Gegen Abgabe der geforderten Rohstoffe darf man eine solche Hütte errichten, sie auf dem eigenen Tabelau abgelegen und sich die Siegpunkte auf der Wertungsleiste festhalten.

Sind alle Örtlichkeiten des Spielplans ausgewertet und alle Steinzeitmenschen zu ihren Besitzern mehr oder weniger erfolgreich zurückgekehrt, müssen diese mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Ohne Mampf keine Kampf! Jeder erhält zunächst Nahrungseinheiten entsprechend seiner Position auf der Nahrungsleiste und muss anschließend für jede Person auf seinem Tabelau eine Nahrungseinheit abgegeben. Wer nicht alle seine Dorfbewohner versorgen kann, darf dieses Defizit durch Rohstoffe ausgleichen. Kann oder will das ein Spieler nicht, wird gefuttert was da ist und die Unterversorgung schlägt mit 10 Minuspunkten zu Buche.

Sollten die ausliegenden Zivilisationskarten bei Bedarf auf vier ergänzt werden können und noch vier Gebäudestapel vorhanden sein, wird eine weitere Runde gespielt. Ansonsten endet das Spiel mit der Schlusswertung anlässlich derer die Zivilisationskarten das Punktekonto nochmals zum Teil drastisch aufbessern können. So manches Mal wird hier die Reihenfolge auf der Siegpunktleiste noch mal so richtig durcheinander gebracht.

Stone Age hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. War ich zunächst aufgrund der Würfel und deren Funktion bei den Ertragsermittlungen sehr skeptisch und befürchtete einen recht hohen Glücksfaktor, so wurde ich letztlich eines Besseren belehrt. Ein Glücksfaktor ist ohne Frage vorhanden, doch ist dieser nicht der dominante und entscheidende Faktor im Spiel. Entscheidend ist am Ende der taktische Einsatz der Spielfiguren.
Wer für sich den Glücksfaktor minimieren will, der kommt nicht umhin, sich mit dem einen oder anderen Werkzeug zu versorgen und immer mehrere Personen auf einmal mit der Beschaffung von beispielsweise Gold zu beauftragen. Je mehr Personen an einem Ort sind, desto mehr Würfel werden geworfen und desto höher ist folglich auch die Wahrscheinlichkeit auf einen (hohen) Ertrag. Wer mit nur einer Person und kaum Werkzeugen Goldwaschen geht braucht sich nicht zu wundern, wenn nichts vorwärts geht.
Punkte auf der Nahrungsleiste sorgen für einen regelmäßigen und sicheren Nahrungsertrag und man muss weniger oder im besten Fall gar keine Jäger losschicken um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Schließlich sorgt jedes Stammesmitglied, das nicht mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt werden muss, anderen Orts für Rohstoffe, die sich siegpunktträchtig verwenden lassen. Es soll aber auch ganz mutige Steinzeitvolksanführer geben die auf die Nahrungsbeschaffung gänzlich verzichten, das erzürnte Volk mit 10 Minuspunkten beschwichtigen und trotzdem recht erfolgreich abschneiden. Doch das eigene Volk hungern zu lassen habe ich noch nicht übers Herz gebracht und kann daher nichts darüber sagen ob und wie Erfolg versprechend diese Strategie sein kann.

Die Spielanleitung ist gut strukturiert und lässt keine Fragen offen. Da Stone Age trotz der zahlreichen Möglichkeiten die es den Spielern bietet nicht kompliziert, optisch sehr ansprechend ist und auch taktische Anforderungen an die Spieler stellt, scheint es mir für nahezu jeden Spielertyp geeignet. Einzige Ausnahme sind diejenigen, denen Kommunikation und Interaktion bei Spielen wichtig ist. Schreit das nicht nach einer "Spiel des Jahres" Auszeichnung!? Das könnte was werden!

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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