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Hamburgum



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

eggertspiele
eggertspiele


Autor

Mac Gerdts


Bild



Sonstiges:

Der Titel des Spiels lässt es schon vermuten, Hamburgum aus dem Hause eggert-spiele verschlägt die zwei bis fünf Mitspieler nach Hamburg. Genauer gesagt ins Hamburg des 17. Jahrhunderts. Dort gilt es zu Wohlstand und dem damit verbundenen Prestige zu kommen. Waren werden verschifft und/oder vor Ort verkauft, Rohstoffe eingekauft, Gebäude errichtet um Bier, Zucker und/oder Tuch zu produzieren usw. um so an das notwendige Geld bzw. die notwendigen Ressourcen zum kommen, um den Bau von sechs Kirchen voran zu bringen. Denn Kirchenspenden bringen die Spieler prestigemäßig voran und damit dem Sieg näher.

Der Spielplan zeigt einen Stadtplan Hamburgs mit seinen Bauplätzen für Gebäude und Kirchen, eingeteilt in sechs farblich abgegrenzte Regionen. Jeder Bauplatz gehört einer dieser Regionen an und in jeder Region wird eine Kirche errichtet werden. Links unterhalb der Stadt befindet sich das Hafenbecken mit seinen drei Anlegestellen, um den Stadtplan herum ist die bestens bekannte "Kramer-Leiste" und in der linken oberen Ecke das auch immer bekannter werdende "Gerdts-Rondell", das sich schon bei Antike und Imperial bestens bewährt hat. Des Weiteren gibt es noch Ablageplätze für die Spendenplättchen jeder einzelnen Kirche, die Gebäude welche die Spieler im weiteren Spielverlauf errichten können, eine Warenpreisübersicht, eine Spendenübersicht, eine Übersicht der Preisstaffelung bei Rohstoffeinkäufen und für die noch nicht errichteten Kirchen.
Eine ganze Menge muss auf dem Spielplan Platz finden und trotzdem bleibt das Ganze relativ übersichtlich. Und wer jetzt vermutet Hamburgum wäre kompliziert ist auf dem Holzweg. Komplex ist Hamburgum durchaus, aber sicher nicht kompliziert denn eigentlich ist der Ablauf eines Spielzuges recht einfach.

Wer am Zug ist wählt zunächst eine Aktion auf dem Rondell, die er gerne ausführen möchte. Beim ersten Spielzug eines Spielers wird der sechseckige Spielstein auf dieser Aktion des Rondells eingesetzt, im weiteren Spielerverlauf wird dieser Spielstein von seinem momentanen Standort auf das neue Feld mit der gewünschten Aktion gezogen. Dabei sind drei Schritte auf dem Rondell "kostenlos", ab dem vierten Schritt, falls die gewünschte Aktion mal weiter entfernt sein sollte, muss pro Feld ein Prestigepunkt abgegeben werden.
Anschließend darf man die Aktion des auf dem Rondell erreichten Feldes ausführen und schon ist der nächste Spieler an der Reihe. Wenn das nicht einfach ist...

Zum einen gibt es drei "Warenaktionen", welche einem entweder Bier, Zucker oder Tuch einbringen. Einen Warenstein der entsprechenden Art erhält man in jedem Fall, für jedes diese Ware produzierende eigene Gebäude, das man errichtet hat, erhält man einen weiteren Warenstein.

Die Aktion "Werft" ermöglicht den Schiffsbau. Für je ein Holz darf ein Schiff gebaut werden, das im Hafen bei der Anlegestelle mit dem Wert "3" platziert wird. Da an jeder Anlegestelle maximal so viele Schiffe vorhanden sein dürfen, wie es Mitspieler gibt, kommt es zu Verschiebungen, sobald bei der Anlegestelle mit dem Wert 3 die maximale Schiffszahl überschritten wird. Alle Schiffe der Anlegestelle 3 werden um eine Position zur Anlegestelle 2 und diese wiederum zur Anlegestelle 1 verschoben. Schiffe, die sich bei der Anlegestelle 1 befanden verlassen den Hafen und werden an ihre Besitzer zurückgegeben.
Der "Wert" der Anlegestelle ist nicht unerheblich, denn er legt die Ladekapazität der dort befindlichen Schiffe fest. Ein Schiffe an der Anlegestelle zwei kann also beispielsweise bis zu zwei Warensteine einer Art verschiffen.

Die Aktion "Kontor" ist auf dem Aktionsrondell zweimal vertreten und ermöglicht entweder den Kauf oder den Verkauf von Ressourcen bzw. Waren. Wer kauft ermittelt an Hand der Preisstaffelungsübersicht, wie viel er für die gewünschten Rohstoffe (Holz, Ziegel, Kirchenglocke) bezahlen muss und nimmt sich die gewünschten Ressourcen. Je mehr man auf einmal einkauft, umso teurer wird das Ganze, aber dafür spart man Spielzüge und damit Zeit. Viel Zeit und Zeit ist ja bekanntlich auch Geld, welches man auch in diesem Spiel viel besser verwenden kann.
Beim Verkauf darf man, Schiffe mit entsprechender Ladekapazität vorausgesetzt, Waren verschiffen und dafür je Ware den auf der Warenpreisübersicht angegebenen Betrag einstreichen. Dieser bewegt sich zwischen 50 und 100 Taler, je nachdem wie viele produzierende Gebäude für eine Warenart errichtet wurden, streng nach dem Motto je größer das Angebot, desto niedriger der Preis.
Hat man keine oder nicht genügend Schiffe im Hafen, darf man auch vor Ort verkaufen, allerdings zum deutlich niedrigeren Festpreis von "nur" 30 Taler.

Die "Rathaus"-Aktion ermöglicht den Bau von Gebäuden. Diese dürfen, solange man noch keine Kirche fertig gestellt hat und damit als Kirchenbauer angesehen wird, nur in Nachbarschaft zu bereits errichteten eigenen Gebäuden gebaut werden, bzw. zu Kirchen an die man bereits gespendet hat. Nachbarschaft bedeutet, dass zwei Felder durch eine Linie miteinander verbunden sind. Die Bauplätze geben immer die Gebäudeart vor, die hier errichtet werden kann. Es gibt die produzierenden Gebäude für Bier, Tuch und Zucker, welche die Erträge bei der der Warenaktion erhöhen, aber auch Gebäude welche nur einen einmaligen Vorteil bringen, wie z.B. der Kaufmann (100 Taler) oder der Ratsherr (10 Taler pro Bürger der Stadt) um nur zwei zu nennen.

Die Aktion "Spenden" bringt dann letztlich die begehrten Prestigepunkte, bzw. die sog. Spendenplättchen, welche bei ihrer Wertung dann Siegpunkte einbringen. Für jede der sechs zu bauenden Kirchen können je fünf Spenden getätigt werden, dann gilt sie als fertig gestellt, wobei derjenige, der die letzte Spende tätigt als der Erbauer der Kirche gilt. Er darf fortan seine Gebäude beliebig auf dem Stadtplan errichten und erhält außerdem neben einem der Spendenplättchen Bonus-Prestigepunkte, deren Zahl aber von Kirche zu Kirche geringer wird.
Die meisten Siegpunkte erhält man aber für die Spendenplättchen. Für die erste Spende die eine Kirche erhält, bekommt der Spender immer das Plättchen mit den fünf Prestigepunkten. Bei allen folgenden Spenden darf man sich eines der noch vorhandenen Spendenplättchen aussuchen. Ein Plättchen bringt pro eigenem Bürger im Stadtteil dieser Kirche Prestigepunkte, ein anderes für jedes bereits erhaltene Spendenplättchen, das nächste zwei Siegpunkte pro eigenem Schiff im Hafen und das letzte 4 bzw. 5 Prestigepunkte pro eigenem Gebäude auf dem Spielplan.
Wenn eine Kirche fertig gestellt wurde wird eine der sechs Holzkirchen auf den Bauplatz gestellt und falls sich die Kirche trotz einer Spende weiterhin noch im Bau befindet, legt der Spender eine seiner runden Spendensteine auf den Kirchenbauplatz, ggf. auf die bereits vorhanden Spendensteine. Nun darf der Spender also auch Gebäude in Nachbarschaft zu diesem Kirchenbauplatz errichten.

Jedes Mal nach einer Spende darf man beliebig viele Spendenplättchen werten und die erreichten Prestigepunkte werden auf der Kramerleiste festgehalten. Man muss allerdings werten, wenn man zwei gleiche Spendenplättchen besitzt, und zwar mindestens eines davon. Bei allen anderen Spendenplättchen kann man auf die ideale Spielsituation, in der möglichst viele Punkte erreicht werden, warten bzw. versuchen diese Situation herbeizuführen. Hat man beispielsweise ein Spendenplättchen, welches Siegpunkte für Schiffe im Hafen einbringt und hat dort keines oder nur sehr wenige, macht es Sinn dieses Plättchen später zu werten, wenn man für mehr Schiffe im Hafen gesorgt hat. Gewertete Spendenplättchen bleiben vor den Spielern liegen, werden allerdings umgedreht und so als bereits gewertet gekennzeichenet.
Bei Spielende noch nicht gewertete Spendenplättchen müssen/dürfen spätestens dann gewertet werden.

Sobald die sechste Kirche fertig gestellt wurde endet das Spiel. Alle Spendenplättchen werden gewertet, alle Rohstoffe und Waren bringen 50 Taler und pro 100 Taler erwirbt man einen Prestigepunkt. Wer dann auf der Prestigeleiste am weitesten vorn sitzt, gewinnt das Spiel.

Hamburgum hat nicht nur den gleichen Autor und das gelungene Aktionsrondell wie Antike und Imperial sondern ist auch spielerisch vom gleichen Kaliber. Zwar geht es weniger aggressiv aber genauso strategisch zu Werke wie bei den vorgenannten Spielen dieses Autors, was manche als positiv bewerten, andere möglicherweise vermissen.
Die vielfältigen Aktionsmöglichkeiten verführen so manchen das eigentliche Spielziel aus den Augen zu verlieren. Nicht er reichste Spieler gewinnt sondern derjenige mit dem größten Prestige, welches man nur durch Ausgeben des eigenen erreichten Wohlstandes erreicht. Manchmal vergisst man die Spendenaktion beinahe, weil ja so viel anderes zu tun wäre.

Das Spielmaterial ist einwandfrei und passend, die Spielregel lässt keine Fragen offen. Metallglöckchen für den Kirchenbau, kleine Ziegelsteine als Rohstoff und viel Holzmaterial werten Hamburgum in jeder Hinsicht auf. Wie auch bei Antike und Imperial ist auch hier der Spielplan beidseitig bedruck, auf der Rückseite ist eine Karte von London zu finden.

Ob zu zweit oder zu fünft, in jeder Besetzung macht Hamburgum Spaß und funktioniert prima, wobei es mit weniger Spielern dahingehend "gemütlicher" zugeht, als die Konkurrenz um die Bauplätze und Spendeplättchen natürlich geringer ist.
Varianten und weitere Amtsgebäude bringen auch nach etlichen Spielen wieder frischen Wind ins Spiel und liegen dem Spiel gleich bei.

Ich kann die Eggert-Neuheit (mal wieder) nur als Highlight bezeichnen. Einziger hin und wieder vorgebrachter Kritikpunkt ist die grafische Gestaltung der Spieleschachtel, die im Allgemeinen als nicht sehr ansprechend bezeichnet wird. Mich persönlich hat das gar nicht gestört, aber ich habe ja trotz gestalterischer Mängel seinerzeit auch das Potential in Neuland erkannt, das meiner Meinung nach wesentlich unansprechender gestaltet war. Glücklicherweise wird auch dieses Spiel bald wieder mit besserer Optik erhältlich sein, doch das nur am Rande.

Vielen Dank an eggertspiele für das Rezensionsexemplar!


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