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Rückkehr der Helden



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 150 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

9 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Lutz Stepponat


Bild



Sonstiges:

Rückkehr der Helden ist mehr als ein Spiel, es ist deine Geschichte...

Das ist doch ein verheissungsvoller Beginn einer Spielebeschreibung und macht richtig Lust aufs Ausprobieren. Doch kann das Spiel halten, was sich die Spieler aufgrund einer solchen Einleitung mögilcherweise von ihm versprechen? Ich meine ja.

Gleich in drei Versionen war dieses Spiel auf der Spielemesse 2003 in Essen erhältlich. Eine Standard-, eine Deluxe- und eine limitierte Deluxe Ausgabe wurden angeboten. Spielerisch unterscheiden sich die Ausgaben nicht, in optischer Hinsicht sehr wohl. Liegen der Standard-Ausgabe die Spielfiguren in Form von Pappfiguren die in Plastiksockel gesteckt werden bei, findet man in der Deluxe-Ausgabe Zinn-Spielfiguren, die in der limitierten Deluxe-Ausgabe auch noch handbemalt sind.
Gut, dieser Unterschied schlägt sich natürlich auch im Preis nieder und da in spielerischer Hinsicht nichts gewonnen ist, kommt man sicherlich bei seiner Kaufentscheidung ins Grübeln. Aber das gesamte Spielmaterial ist so gelungen und stimmungsvoll, dass die bemalten Figuren das Fantasy-Feeling so richtig abrunden. Ich bin jedenfalls mehr als froh eine der auf 300 Stück limitierten Ausgaben mit den bemalten Zinnfiguren ergattert zu haben.
Wer die Zeit und die Geduld aufbringt die Zinnfiguren selbst zu bemalen, kann sich die nochmals teurere limitierte Ausgabe sparen (die inzwischen wohl auch schon immer schwerer zu bekommen sein dürfte) und "nur" die Deluxe-Ausgabe kaufen. Zinnfiguren sollten es aber schon sein.

Der Spielplan wird aus 16 verschiedenen Gebietskarten entweder gemäss dem Einsteigerspiel oder beliebig oder sogar bis auf die Startgebiete der Spieler zunächst verdeckt, in einem 4 x 4 Raster ausgelegt. Die einzelnen Gebiete sind durch Wege miteinander verbunden, auf denen Punkte mit Zahlen zu sehen sind. Die Spielfiguren bewegen sich innerhalb eines Zuges von Punkt zu Punkt vorwärts. Einige Punkte sind farblich gekennzeichnet. Sie stellen versteckte Wege dar, die ein Charakter ersteinmal finden muss bevor er sie benutzen kann.
Dies wird normalerweise mit einem Würfelwurf überprüft, dessen Ergebnis kleiner oder gleich dem Wert auf diesem Punkt sein muss. Ist dies nicht der Fall, kann man im nächsten Zug "weitersuchen". Sollte man auch da keinen Erfolg haben, darf man sich spätestens im darauffolgenden Zug normal weiterbewegen.

32 Plättchen (Aufgaben, Begegnungen, Gegner) werden verdeckt, immer je zwei pro Gebiet, auf Wegpunkte verteilt und jeder Spieler wählt sich einen (angehenden) Helden mit der dazugehörigen Charakter-Tafel.
Jeder dieser Helden hat bestimmte Fähigkeiten, d.h. er ist in bestimmten Fähigkeiten besser als andere Charaktere. Grundsätzlich hat jeder Charakter die Fähigkeiten Magie, Fernkampf und Nahkampf, aber es dürfte einleuchtend sein, dass ein Zauberer bessere Magiefähigkeiten hat, als ein Kämpfer, der seinerseits allerdings deutlich bessere Nahkampfwerte besitzt. Manch ein Charakter hat auch noch spezielle Fähigkeiten, die charakterabhängig sind und nur ihm zu Verfügung stehen, beispielsweise die Fähigkeit versteckte Wege leichter zu finden.
Die Fähigkeiten eines Charakters sind auf einem Ablagetabelau, dass vor den Spielern liegt, festgehalten. In jeder Fähigkeit haben die Charaktere Startwerte, die sie aber im Laufe des Spiels verbessern können. Auch die Beweglichkeit eines Charakters ist dort abzulesen und die Barschaft, die ebenfalls von Charakter zu Charakter anders ausfällt, wird hier abgelegt.
Neben den drei Fähigkeiten ist je eine Leiste zu sehen, auf denen Erfahrungswürfel abgelegt werden können. Diese verbessern zwar nicht den Wert in dieser Fähigkeit, haben jedoch ab einer gewissen Menge Einfluss auf die Anzahl der Würfel, die verwendet werden dürfen, um diesen Wert zu unterbieten. Normalerweise wird mit zwei Würfeln gewürfelt, wenn ein Charakter eine seiner Fähigkeiten einsetzen will, und dabei darf der Würfelwert nicht höher als der Wert der Fähigkeit sein. Da macht es schon einen Unterschied, ob man auf zwei Würfel angewiesen ist oder aus 3, 4 usw. Würfeln die besten Werte auswählen darf.
Um den Grundwert seiner Fähigkeiten zu verbessern muss man die entsprechenden Lehrer aufsuchen, die irgendwann aus dem Stoffsäckchen gezogen und ins Spiel gebracht werden. Gegen Bezahlung bilden sie einen in einer Fähigkeit aus. Hierzu wird eine Probe auf die Fähigkeit abgelegt und nur wenn man die Probe nicht besteht, das Würfelergebnis also höher als der Fähigkeitenwert ist, war die Ausbildung erfolgreich und man darf den Wert seiner Fähigkeit erhöhen. Es wird also immer schwer dazu zu lernen.

Der Zug eines Spieler beginnt mit der Bewegung von Punkt zu Punkt, solange die Bewegungspunkte des jeweiligen Charakters ausreichen oder an einem Ort eine Aktion ausgeführt wird. Auch diesen Bewegungswert kann man beispielsweise mit Kutsche, Stiefeln oder Pferd deutlich aufbessern. Das dürfte besonders für den kurzbeinigen Zwerg von Interesse sein.
Trifft man auf ein Begegnungsplättchen, wird diese umgedreht.
Wird ein Monster aufgedeckt, muss gekämpft werden. Der Spieler würfelt mit zwei Würfeln (oder mehr, wenn genug Erfahrungswürfel in der Fähigkeit vorhanden sind, die in diesem Kampf eingesetzt werden soll und kann) und darf mit seinem Würfelergebnis seinen Fähigkeitswert nicht übertreffen. Manchmal wird der Wert der Fähigkeit noch durch Ausrüstungsgegenstände verbessert. Leider kann nicht jedes Monster immer mit jeder Fähigkeit bekämpft werden. So mancher Gegner ist beispielsweise immun gegen Magie usw.
Verläuft ein Kampf erfolgreich, kassiert der Spieler die auf dem Plättchen angegebene Belohnung (z.B. Gold, Erfahrungswürfel), unterliegt er, ist sein Zug beendet und es muss ein Lebenspunkt abgegeben werden. Die Lebenspunkte sind äusserst wichtig. Gibt man seinen letzten ab, muss man wieder (fast) ganz von vorne Anfangen!
Deckt man eine Begegnung oder eine Aufgabe auf, kann man sich entscheiden, ob man seinen Zug beendet und das Plättchen aufnimmt oder ohne das Plättchen weiterzieht. Wird ein Plättchen vom Spielplan genommen (besiegtes Monster, Aufgabe) muss sofort Ersatz aus dem Stoffbeutel gezogen und auf dem Spielplan plaziert werden. Meist sind die genauen Koordinaten für das Plättchen angegeben, falls nicht, darf es beliebig, jedoch nicht in dem Gebiet in dem sich die eigene Spielfigur befindet, abgelegt werden. Da lassen sich die Wege der Mitspieler manchmal ganz schön beschwerlich machen.
Während erledigte Aufgaben ganz aus dem Spiel kommen, werden besiegte Monster immer wieder in den Stoffbeutel zurückgelegt.
Manche Plättchen enthalten die Lösung zu einer Aufgabe. Diese sind farblich passend zur Aufgabe umrahmt und es dürfte klar, dass die nur derjenige Aufnehmen kann, der auch die dazugehörige Aufgabe übernommen hat.

Diese "kleinen" Aufgaben und Begegnungen sind wichtig, denn bevor man sich den "grossen" Aufgaben des Spiels widmet (Heldentat, Kampf gegen den Namenlosen) ist es unumgänglich seine Fähigkeiten zu verbessern (es sei denn man hat einen suizidgefährdeten Helden erwischt) ;-)

Davon abgesehen kann das eigentliche Ziel des Spiels, das Besiegen des Namenlosen, auch nicht sofort angegangen werden. Als erstes muss man als Held anerkannt werden, in dem man eine von 8 Heldentaten vollbringt, die den Namen der Familie des Helden wieder herstellt. Die Belohnung ist ein Edelstein, der einen berechtigt nun auch gegen den Hauptbösewicht, den Namenlosen, vorzugehen.

Bis auf die zu vollbringende Heldentat werden alle übernommen Aufgaben auf der Heldentafel abgelegt, auf der "nur" Platz für vier solcher Aufgaben ist. Darunter werden evtl. gefundene oder gekaufte Ausrüstungsgegenstände plaziert, die das Heldenleben leichter machen. Doch auch hier muss man sich für vier Gegenstände entscheiden.

Wer seine Heldentat vollbracht hat und glaubt für den Namenlosen gut gerüstet zu sein, der macht sich auf diesen zu bekämpfen. Dazu muss erst mindestens einer seiner Gefolgsleute bezwungen werden, dann gehts gegen den Meister des Bösen selbst. Dieser ist der grosse Unbekannte bis zu dem Zeitpunkt, da er zum ersten Mal herausgefordert wird, denn der Namenlose wird zu Spielbeginn zufällig gezogen und verdeckt bis zu seinem Einsatz bereitgelegt.
Es ist also lange unklar, über welche Fähigkeiten der Gegner verfügt bzw. welche Fähigkeiten die Helden am besten besitzen sollten um im Kampf gegen ihn zu bestehen.

Während des Spiels gilt es also immer abzuwägen, ob man gut genug für den Namenlosen sein dürfte. Wer zu lange wartet muss zusehen, wie ein Mitspieler den Sieg davonträgt, wer zu bald mutig ist, verliert nahezu alles und die Mitspieler wissen jetzt, wer der Namenlose ist.

Doch letztendlich (nach kurzweiligen(!) 2 bis 3 Stunden) ist es soweit, der Namenloses fällt und der Bezwinger ist der Sieger des Spiels und ein wahrer Held.

Wem es mal an Mitspielern mangelt, der kann auch mit der Solovariante aufbrechen und den Namenlosen bekämpfen. 45 Runden stehen dem Spieler zur Verfügung und wer damit irgenwann keine Probleme mehr hat, versucht einfach seine Rundenbestleistung zu unterbieten.

Die Rückkehr der Helden ist nicht nur ein optischer Leckerbissen. Das Spiel hat eine ungeheuere Langzeitmotivation und man hofft bei diesem Spiel schon heute auf Erweiterungen, die bei anderen Spielen möglicherweise weniger gern gesehen sind und sich hier auch geradezu aufdrängen. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist wird sehr bald eigene Ideen haben und auch die eine oder andere im Rahmen einer Hausregel einbauen.
Sicherlich hat auch das Glück seine Finger im Spiel doch Spielentscheidend sollte dieser Faktor nur in Ausnahmefällen sein. Wer seine Spielzüge gut plant, auch die Aufgaben die er annimmt aufeinander abstimmt, die speziellen Fähigkeiten seines Charakters und die vielen Möglichkeiten des Spiels (Teleporter usw.) ausnützt braucht sich nicht allzusehr auf sein Würfelglück verlassen.
Einziger Kritikpunkt ist die Spielregel und einige Druckfehler auf den Plättchen bzw. Heldentaten. Die Regel ist als Gespräch angelegt und liest sich zwar recht schön und unterhaltsam aber zum "erlernen" eines Spieles und ganz besonders zum Nachschlagen ist sie aus meiner Sicht nicht unbedingt geeignet und lässt zudem einige (wichtige) Fragen unbeantwortet.

Aber alles in allem stimmt es schon: Rückkehr der Helden ist mehr als ein Spiel, es ist deine Geschichte...

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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