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Caylus



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 120 bis 180 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)



Verlag

Ystari Games
Ystari Games


Autor

William Attia


Bild



Sonstiges:

Der König hat sich entschieden. Caylus heißt das kleine Örtchen, in welchem sein neues Schloss entstehen soll. Kaum spricht sich das Bauvorhaben herum, ist es vorbei mit der Ruhe und der kleine Ort wird regelrecht zum Magneten für Handwerker und Geschäftsleute, die durch den Schlossbau zu Geld und Ansehen kommen wollen. Zwei bis fünf Spieler sind solche Geschäftsleute. Sie versuchen das grösste Prestige im Ort zu erlangen und beteiligen sich zum einen am Wachstum der Stadt und zum anderen am Schlossbau, denn neben dem schnöden Mammon und Gold ist es genau das, welches das Ansehen im Ort steigert.

Ausgehend vom Bauplatz des Schlosses führt ein Weg hinunter in den Ort, in dem schon einge Gebäude bzw. Einrichtungen wie z.B. ein Wirtshaus, ein Kontor, ein Turnierplatz usw. vorhanden sind. Eine Brücke führt dann in den stetig anwachsenden Teil von Caylus, in dem anfangs 11 Gebäude zu finden sind, wie z.B. ein Zimmermann, ein Sägewerk, ein Markt usw.
All diese Gebäude bieten den neuangekommenen Geschäftsleuten, den Mitspielern, gegen Bares ihre Dienste an und so kommt man zu Rohstoffen, Geld, Gold oder Baugenehmigungen um Prestigeträchtiges damit zu vollbringen. Das Problem ist, dass jedes Gebäude immer nur den Auftrag eines Spielers entgegen nimmt, d.h. wer zuerst kommt und einen seiner Arbeiter in ein Gebäude schickt, der nutzt dieses Gebäude in einer laufenden Runde als einziger, wenn ... ja wenn der Vogt "mitspielt"

Der Vogt bzw. seine Position in der Ortschaft, entscheidet letztlich, in welchen Gebäuden überhaupt gearbeitet wird. Nur die Gebäude, die sich nach dessen Bewegung nicht weiter entfernt von der Brücke befinden, als der Vogt selbst, werden aktiv.
Jeder Spieler hat einmal im Spiel das Recht den Vogt zu bewegen, was jedoch mit Kosten verbunden ist und nur bis max. drei Felder möglich ist. Etwas grösseren Einfluss kann der Spieler nehmen, der einen Arbeiter in der Händlergilde eingesetzt hat, aber letzlich bleibt fast immer ein gewisses Risiko beim Einsatz der Arbeiter. Wer diese recht weit von der Brücke und damit näher an der aktuellen Position des Vogts einsetzt läuft Gefahr, dass dieser nichts einbringt doch die relativ "sicheren&qout; Gebäude bieten nicht immer das, was man gerade braucht bzw. sind recht schnell besetzt.

Die Reihenfolge, in der die Spieler abwechselnd und reihum ihre Arbeiter auf die Gebäude einsetzen ist also oftmals von entscheidender Bedeutung, jedenfalls dann, wenn relative viele Spieler dabei sind. Diese Spielerreihenfolge wird anfangs zufällig ermittelt und der "Startspielervorteil" durch ein unterschiedliche hohes Startkapital ausgeglichen. Später im Spiel kann Einfluss auf die Spielerreihenfolge genommen werden, in dem man auf einen seiner Arbeiter in die Ställe schickt. Die ersten drei, die dort einsetzen, kommen in der folgenden Runde auch in dieser Reihenfolge als erste zum Zug.

Doch jede Runde beginnt zunächst mit dem Kassieren von Einnahmen. Zwei Denare bekommt jeder Spieler in jeder Runde doch man kann dieses karge Einkommen aufbessern, indem man Wohngebäude errichtet oder eine Bibliothek oder gar ein Hotel.
Anschließend setzen die Spieler abwechselnd in Spielerreihenfolge einen ihrer sechs Arbeiter auf ein Gebäude ein. Die Kosten richten sich danach, wieviele Spieler schon gepasst und aus dieser Einsetzrunde ausgestiegen sind. Ist anfangs nur ein Denar zu zahlen steigen die Kosten mit jedem passenden Spieler um einen Denar an. Nur wer eigene Gebäude sein eigen nennt und auch nutzt, zahlt dafür immer nur einen Denar, genauso wie derjenige, der einen seiner Arbeiter im Wirtshaus untergebracht hat.
Wer recht früh passt sorgt dafür, dass das Einsetzten der Arbeiter für die anderen teurer wird, hat aber in der Regel nur wenige Arbeiter im Einsatz und das ist eigentlich immer schlecht. Desweiteren kommen die Spieler in der Reihenfolge, in der sie hier passen, an die Reihe den Vogt um bis zu drei Felder (pro Feld ist ein Denar zu bezahlen) zu bewegen und es dürfte einleuchtend sein, dass es von Vorteil ist möglichst spät an die Reihe zu kommen, denn dann hat man oftmals die Chance Arbeiter der Mitspieler zur Untätigkeit zu verdammen oder einen eigenen doch noch aktivieren zu dürfen.

Früher oder später errichten die Spieler auch eigene Gebäude, die den Arbeitern aller Spieler zur Verfügung stehen. Das bringt nicht nur Prestigepunkte und die Möglichkeit dort immer für nur einen Denar einsetzten zu können, sondern auch immer dann einen Prestigepunkt, wenn ein Mitspieler einen Arbeiter dort einsetzt. Wer also beim Errichten eines Gebäude gut abschätzen kann, welches Gebäude wohl auch für die Konkurrenz interessant ist, der kann mit einem Gbäudebau eine ungeahnte Prestigepunkte-Quelle auftun.
Am prestigeträchtigsten ist jedoch das Errichten von Prestigegebäuden wie der Bibliothek, einer Statue usw.
Diese Gebäude verschlingen aber nicht nur eine Menge Rohstoffe, nein sie müssen auch noch auf einem Bauplatz mit eigenem Wohngebäude errichtet werden, welches dann einfach überbaut wird. Und ein Wohngebäude muss auch erstmal errichtet werden, denn dafür braucht man den Notar und ein neutrales oder beliebiges eigenes Gebäude, das mit dem Wohngebäude überbaut werden kann. Alles in allem also keine leichte Sache, so ein Prestigegebäude zu bauen, aber dafür winken auch Prestigepunkte satt!

Weiterhin können Arbeiter natürlich auch für den Schlossbau abgestellt werden. Am Schloss wird immer gebaut, unabhängig wo sich der Vogt aufhält, wenn dort Arbeiter sitzen. Doch wer hier einsetzt, sollte auch Bauen können, denn sonst verliert man einen Teil seines hart erworbenen Prestiges wieder.

Haben alle Spieler in der Einsetzphase gepasst, werden die Gebäude vor der Brücke der Reihe nach aktiviert d.h. der Spieler der dort Arbeiter hat, bekommt die entsprechende Vergünstigung(en) der entsprechenden Gebäude. Anschließend bewegen die Spieler nacheinander den Vogt, wenn gewünscht, bevor dann die restlichen Gebäude von der Brücke bis zur aktuellen Position des Vogts aktiviert werden.
Als letztes wird ggf. im Schloss gebaut und anschließend rückt auch der Seneschall voran. Dieser zieht normalerweise ein Feld weiter, befindet er sich allerdings näher an der Brücke als der Vogt, zieht er sogar zwei Felder. Mit dem Voranschreiten des Seneschall rückt auch das Spielende bzw. die Wertung eines der drei Bauabschnitte des Schlosses näher.

Das Schloss ist in drei Bauabschnitte unterteilt, die nacheinander errichtet werden müssen. Ein Bauabschnitt, der vollständig bebaut ist oder den der Seneschall durch erreichen des entsprechenden Feldes für beendet erklärt, wird gewertet. Wer sich jetzt nicht mindestens minimal engagiert hat, der verliert Prestigepunkte und die fleissigsten erhalten unter Umständen gar die Gunst des Königs.

Die Gunst des Königs kann man aber auch gewinnen, in dem man den Turnierplatz aufsucht oder in einer Runde mehr für den Baufortschritt am Schloss tut als die anderen. Entweder besteht die Gunst des Königs in einem direkten Prestigeanstieg oder in einer Finanzspritze, kostenlosen Ressourcen oder dem Recht Gebäude ohne einen Arbeiter exklusiv nutzen zu können. Und interessant daran ist, dass eine Gunst des Königs jedesmal grosszügiger ausfällt, je öfter man diese wählt.

Sobald der dritte Bauabschnitt beendet wurde, endet auch das Spiel. Geld, Rohstoffe und Gold werden noch in Prestigepunkte umgerechnet und schon steht der Gewinner fest. Schon? Naja, zwei bis drei Stunden sind schon einzuplanen, doch die Zeit verfliegt geradezu und am Ende ist man überrascht, wie lange man letztlich gespielt hat.

Die ersten beiden Spiele sind Kennenlern-Spiele. Man kennt die Gebäude und damit die zahllosen verschiedenen guten Möglichkeiten die begeehrten Siegpunkte zu erlangen noch nicht und auch die anderen Feinheiten erschließen sich erst im Spiel. Auch erfordert Caylus unterschiedliche Vorgehensweisen in unterschiedlichen Besetzungen. Ist im Spiel zu fünft die Spielreihenfolge oftmals äußerst wichtig, wechselt diese im Spiel zu zweit automatisch und dieses wichtige Element ist eigentlich bedeutungslos.
Auch das insgesamte Vorgehen der Spieler erfordert eine entsprechende Strategie. Ein aggressives Einsetzen des Vogtes kann schon mal zu Ressourcenknappheit allerorts führen oder das Spielende schneller näherrücken lassen als eigentlich geplant. In solchen Fällen erlangt die Händlergilde möglicherweise eine stärkere Bedeutung als sonst.
Sind einige dabei, die gerne mal schnell passen und die Einsetzphase der Arbeiter dadurch verteuern kann das Wirtshaus umkämpfter sein als das normalerweise der Fall ist.
Das Gute dabei ist, dass jede Partie anders verlaufen kann und es eine einzig richtige Strategie nicht gibt.

Caylus hat zugegebenermaßen eine relativ hohe Einstiegshürde, aber der Aufwand lohnt sich! Das Kennenlernen der Gebäude kommt von alleine und das Spiel als solches ist eigentlich gar nicht kompliziert, bietet aber eine Fülle von Möglichkeiten. Die zwei bis drei Stunden Spielzeit verfliegen im nu und man würde am liebsten gleich eine zweite Partie spielen.
Caylus ist ein Stern am Spielehimmel, an dem man eigentlich nicht vorbei kommt.

Vielen Dank an Ystari Games für das Rezensionsexemplar!


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