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Antiquity



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 180 bis 240 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

9 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Splotter Spellen
Splotter Spellen


Autor

Joris Wiersinga,
Jeroen Doumen


Bild



Sonstiges:

Alles beginnt in einer kleinen Stadt in Italien des späten Mittelalters. Sie hat zwar eine grosse Stadtfläche (7 x 7 Felder), aber keinerlei Gebäude. Noch keine Gebäude, denn 6 Rohstoffe Holz stehen den Spielern am Anfang zur Verfügung und schon bald werden die Bauaktivitäten in den Städten aufgenommen. Häfen, Universitäten, Wagenbauer, Wohnhäuser und vieles mehr kann in einer Stadt errichtet werden, wenn man die benötigten Rohstoffe hat und auch noch den erforderlichen Baugrund in seinen Städten. Aber auch ausserhalb der Städte, in deren Einzugsgebieten, werden Gebäude errichtet wie zum Beispiel Fischerhütten, Holzfäller, Getreidefarmen, Gasthäuser usw.
Bei den Gebäuden ausserhalb der Stadt ist es klar, was sie einem bringen! Entweder Rohstoffe (Holz, Stein), Nahrung (Fisch, Getreide usw.), Luxusgüter (Perlen, Wein usw.) oder eine Ausdehnung des Einzugsbereichs (Gasthäuser). Und mit diesen Rohstoffen bzw. in die ausgedehnten Einzugsbereiche baut man weitere Gebäude oder auch Städte (bis zu 4), ernährt seine Bevölkerung oder holt sich weitere Wohnhäuser mit arbeitender Bevölkerung in die Städte.
Die Gebäude in den Städten bringen dem Spieler, der sie errichtet und auch mit einem Bevölkerungsstein besetzt hat, Vergünstigungen. Mit einem Hospital kann man die Auswirkungen von Hungernöten abschwächen, Brunnen verringern die Verschmutzung der Felder um die eigenen Städte herum usw.

Der Spielplan ist variabel, zeigt eine Landschaft aus Gewässern, Ebenen, Wäldern sowie Bergen und die Zahl der eingesetzten Spielplanteile ist abhängig von der Mitspielerzahl. Jeder Spieler fängt in einer "Ecke" des Spielplan an, in dem er seine erste Stadt plaziert und breitet sich von dort ausgehend weiter aus. Ein klassisches Aufbau- und Optimierungspiel also, ohne jeglichen Glücksfaktor! Das bietet Raum für zahlreiche Fehler, Fehler die einen insbesondere als Neuling schnell in eine "Sackgasse" führen können. Gleich am Anfang eines Spiels ist der Wagenbauer wichtig, mit dem man überhaupt erst seine Stadtbewohner in Gebäude ausserhalb der Städte (in deren Einzugsbereich) einsetzten kann um dort zu arbeiten. Die Rohstoffe Wald und Steine sind anfangs natürlich auch unabdingbar! Ganz wichtig hier: Niemals das letzte Holz verbauen ohne dass man noch einen Holzfäller im Einsatz hat oder einen Marktplatz errichtet hat, um sich weitere Hölzer zu erhandeln. Wer das nicht beachtet, findet sich schnell in der bereits erwähnten "Sackgasse" wieder und kann diese Spielerunde abhacken!

Im weiteren Spielverlauf hängt die Wahl der Gebäude, die man baut, vom gewählten Spielziel ab. Irgendwann während des Spiels muss eine Kathedrale errichtet werden. In diesem Zusammenhang wählt man den Schutzheiligen, dem diese Kathedrale geweiht wird und der legt dann neben Vergünstigungen auch das zu erreichende Spielziel für diesen Spieler fest. Ein Ziel besteht beispielsweise darin, alle Gebäude mindestens einmal in eigenen Städten zu errichten, ein anderes 20 Bewohner in die eigenen Städte zu bringen. Insgesamt 5 Schutzheilige gibt es, jeder mit anderen Vergünstigungen und Spielzielvorgaben.

Nicht nur dass das Spielziel variabel ist und jeder Spieler ein anderes Spielziel wählen kann, man muss sich auch nicht schon bei Spielbeginn entscheiden, sondern erst dann, wenn man die Kathedrale baut. Wer sich also länger nicht entscheiden kann, baut die Kathedrale einfach später, muss allerdings dann auch länger auf die Vergünstigung(en) seines Schutzheiligen verzichten, und die sind schon recht hilfreich.
Wer beispielsweise alle 20 Bürger in seine Städte bringen muss, kann, sobald er sich durch die Kathedrale für dieses Spielziel entschieden hat, jedes zweite Wohnhaus für seinen Bürger kostenlos errichten. Der Schutzheilige Santa Maria erfordert das erfüllen von zwei beliebigen Siegbedingungen anderer Schutzheiliger, bietet aber dafür auch die Vorteile aller anderen Schutzheiligen.

Wann sollte man sich also für sein Spielziel entscheiden? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung! Diese Frage ist Spielverlaufsabhängig. Grundsätzlich sollte man aber wegen der Vergünstigungen nicht zu lange warten. Ausserdem ermöglicht das Errichten der Fakultät "Theologie" das Abreissen und Neuerrichten der Kathedrale und damit das nachträgliche Ändern des Spielziels.

Doch ein fröhliches "Vor-sich-hinbauen" ist auch nicht ratsam! Jede Runde steigt der Nahrungsbedarf und wer darauf nicht vorbereitet ist, schlittert geradewegs in eine Hungersnot und muss einige seiner wertvollen Stadtfelder mit Gräbern besetzen.
Ein auch nicht zu vernachlässigender Aspekt ist die Verschmutzung. Jede Runde müssen für jede Stadt 3 Verschmutzungsplättchen in den Einzugsbereich eigener Städte plaziert werden. Wer nicht alle Verschmutzungsplättchen einsetzen kann, die er für seine Städte kassiert, der muss stattdessen Gräber in seine Städte setzen. Um das zu verhindern, müsste man seinen Einzugsbereich durch eine weitere Stadt oder Gasthäuser vergrössern. Doch wer will das schon tun, nur um Verschmutzungsplättchen dort zu platzieren? Dazu kommen noch die Verschmutzungsplättchen, die beispielsweise eine Farm auf allen abgeernteten Feldern hinterlässt und sie damit zunächstmal für eine weitere Verwendung unbrauchbar macht.

Jede Spielrunde ist in 10 Phasen unterteilt. Zunächst werden alle Bewohner, die in Gebäuden innerhalb der Stadt im Einsatz war zurückgenommen und können neu eingesetzt werden (Phase "Aufstand"). Bewohner die ausserhalb der Stadt, beispielsweise auf einer Farm arbeiten, müssen dort bleiben, bis alle Felder abgeerntet sind.

In der Phase Städtebau können dann Rohstoffe für den Bau neuer Gebäude verwendet werden und die arbeitende Bevölkerung wird auf Gebäude in der Stadt verteilt, je nachdem welche Gebäudefunktionen in dieser Runde benötigt werden. Das ist wohl die wichtigste Phase des Spiels, hier werden die Entscheidungen getroffen, die Sieg oder Niederlage bedeuten können. Die Planung dieser Phase soll geheim erfolgen, hinter Sichtschirmen, die dem Spiel aber leider nicht beiliegen.

Als nächstes wird die Spielreihenfolge festgelegt. Obwohl viele Aktionen gleichzeitig durchgeführt werden können (zumindest wenn man sich auf die Ehrlichkeit seiner Mitspieler verlassen kann) ist es hin und wieder wichtig zu wissen, wer wann welche Aktion durchführen darf. Ausschlaggebend sind hier die Bewohner, die auf den Gebäuden Wagenbauer oder Kundschafter eingesetzt wurden. Wer auf diesen Gebäuden in der Summe die wenigsten Arbeiter eingesetzt hat, der kommt im Zweifelsfall zuerst. Bei Gleichständen bleibt die bisherige Reihenfolge bestehen.

Anschließend können die auf den Wagenbauern eingesetzten Bewohner Gebäude in den Einzugsgebieten oder auch Städte errichten. Hierzu sind die erforderlichen Rohstoffe abzugeben und bei den Rohstofferwirtschaftenden Gebäuden muss der Bewohner auf dem Wagenbauer auf diesem neuen Gebäude auf dem Land eingesetzt werden. Unter diesem Bewohnerspielstein und auch allen umliegenden wird ein Verschmutzungmarker und darüber ein Marker mit der Ressource, die dieses Gebäude erwirtschaftet, gelegt. Jede Runde wird während der Erntephase (siehe weiter unten) von einem der Felder ein Ertragsplättchen weggenommen und zurück bleibt ein verschmutztes Landfeld.

Nach dieser Bauphase sollten entweder alle Ressourcen, die man in der Erntebox hatte, aufgebraucht sein oder man sollte über ein entsprechend großes Lagerhaus verfügen, das auch mit einem Arbeiter besetzt ist. Alle nicht verbrauchten Rohstoffe, die nicht in einem Lagerhaus (oder der Kathedrale, wenn man die entsprechenden Schutzheiligen gewählt hat) untergebracht werden können, müssen nämlich ersatzlos abgegeben werden.

Und schon gibt es wieder Nachschub für die Erntebox. Jedes Gebäude auf dem Lande wirft nun Ertrag ab. Wie bereits oben schon erwähnt, wird bei jedem Gebäude ein Ertragplättchen von einem der Ertragsfelder dieses Gebäudes genommen und in die Erntebox gelegt. Wird das letzte Ertragsfeld, das unter dem Arbeiterspielstein, geleert, kommt dieser Arbeiter zurück neben die Stadt und kann in der nächsten Runde für neue Aufgaben eingesetzt werden.

Wer das entsprechende Gebäude gebaut hat kann in der nächsten Phase ein Kundschafterplättchen, die vor dem Spiel zufällig auf die entsprechend markierten Felder gelegt wurden, aufdecken. Man bekommt den entsprechenden Ertrag und eventuell wird der Marker für die Hungernot, der jede Runde ein Feld weitergesetzt wird, ein weiteres Feld weiterbewegt. Die Hungernot steigt also an.

Und schon in der nächsten Phase müssen genug Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, um den Wert des Markers auf der Leiste mindestens zu erreichen. Wer das nicht schafft, muss für jedes fehlende Nahrungsmittel einen Grabstein in seine Städte platzieren und die nehmen wichtigen Bauplatz weg.

Als ob die Hungersnot nicht schon Probleme genug verursachen würde, müssen in der Verschmutzungsphase auch noch 3 Verschmutzungsmarker pro eigener Stadt auf dem Spielplan im eigenen Einzugsbereich platziert werden. Wer das nicht schafft, der muss seine Städte nochmals mit Grabsteinen "verzieren"! Eine Deponie verhindet die Verschmutzung und sorgt vorallem dafür, dass es nicht zu Mülltourismus kommt und die lieben Nachbarn ihren Müll for die eigenen Städte abladen. Dies wäre nämlich möglich, wenn sich die Einzugsbereiche zweier Spieler überlappen.

Der letzte Vorgang einer jeden Runde ist festzustellen, ob es noch eine weitere gibt, d.h. ob noch keiner die Siegbedingung(en) erfüllt hat.

Mit Antiquity hat Splotter wieder ein geniales Spiel im Programm, dass in derselben Liga spielt wie Roads & Boats, allerdings nicht nur spielerisch sondern auch preislich. Das Spiel ist leider auch nicht ganz in deutscher Sprache. Die Spielhilfe, auf der auch das Stadtgebiet der ersten Stadt befindet, ist leider in englisch. Gut, das stört nicht wirklich, ist aber doch ein kleiner Schönheitsfehler. Wer sich zu sehr daran stört, kann sich auf www.boradgamegeek.com ein File mit der deutschsprachigen Fassung runterladen und ausdrucken.
Die riesen Menge Counter sind recht klein - aber anders geht das auch nicht, sonst kann man nur auf dem Fussboden spielen - und teilweise recht schwer zu unterscheiden (z.B. Getreide und Wein). Die Symbole aufgrund ihrer Größe und Farbgebung fast identisch.

Wer Roads & Boats von Splotter mochte, wird auch an Antiquity gefallen finden, obwohl die beiden Spiele ausser dem Preis, der vielen Counter, der grossen Spielschachtel und der Tatsache, dass es sich um Aufbauspiele handelt nicht viel gemeinsam haben. Das ist auch gut so, denn als Besitzer von Roads & Boats will man kaum für eine "Neuauflage" dieses Spiels gut 70 EUR ausgeben.

Vielen Dank an Splotter Spellen für das Rezensionsexemplar!


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