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Löwenherz



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

8 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Klaus Teuber
Klaus Teuber


Bild



Sonstiges:

Nach den "Neuen Entdeckern" hat Kosmos nun mit Löwenherz wieder ein Teuber-Spiel nicht nur neu aufgelegt sondern auch - wiederum von Goldsieber - ins eigene Verlagsprogramm übernommen. Für mich und sicherlich viele andere gibt bzw. gab es an der "alten" Auflage eigentlich Nichts - oder zumindest nicht viel - zu verbessern, weshalb ich diesem Spiel zunächst auch eine gehörige Portion Vorurteil und Skepsis entgegen brachte.
Aber naja, die Optik alleine ist für meinen Geschmack schon Anreiz genug, wobei auch in diesem Punkt nicht alle übereinstimmen. Zumindest in unseren Spielerunden waren einige (wenige) der Ansicht die Farben wären zu grell und daher auch die Optik des Vorgängers besser. Wie auch immer, lassen wir also den König zurückkehren.

Doch was ist denn außer eine neuen Optik noch anders geworden. Von Regelstraffungen war zu hören, die das Spiel schneller und familientauglicher machen sollen. Klingt alles nicht wirklich gut, zumindest für Löwenherz-Liebhaber und Viel-Spieler, nicht wahr?!
Der Spielplan wäre da wohl als erstes zu nennen. Er wird zwar noch immer aus quadratischen Spielplanteilen zusammengestetzt und von einem Rahmen mit Wertungleiste umgeben, aber es sind jetzt 9 statt 6 Spielplanteile. Das hört sich nach mehr an, ist es aber nicht, im Gegenteil! Waren die Spielplanteile im "alten" Löwenherz noch 5x5 Felder groß, besteht ein Spielplanteil jetzt nur noch aus 4x4, also insgesamt weniger Feldern.
Es wird also enger und damit auch schneller "ungemütlich" im Königsreich! Hier beklagten einige Mitspieler die Übersichtlichkeit, des im Vergleich zum Vorgänger doch deutlich dunkler ausgefallenen Spielplanes. Doch die möglicherweise schlechtere Übersichtlichkeit wird in meinen Augen durch ein stimmigeres und schöneres Gesamtbild mehr als aufgewogen, zumal nach 2 bis 3 Spielen auch keiner mehr von einer Unübersichtlichkeit sprach.

Jeder Spieler besitzt wie gehabt 4 Burgen (von denen im Spiel zu dritt nur 3 ins Spiel kommen!) und eine Ritterstreitmacht, mit der man einmal abgegrenzte Gebiete verteidigt. Bisher gab es bei einer Gebietsgründung nach einem in der Spielanleitung angegebenen Schlüssel Siegpunkte und bei Erweiterungen pro dazugekommenes Feld 1 sowie 5 Siegpunkte zusätzlich für jede Stadt.
Neu ist also, dass jetzt jedes Waldfeld 1 und jedes Dorf 3 Siegpunkte einbringt sowie eine in der Spielplanmitte befindliche Königsstadt 5 Siegpunkte. Alle anderen Felder, auch die neu vorkommenden Minen bringen siegpunktmäßig keinen Vorteil, außer man kann in seinen Gebieten 3 oder mehr Minen der gleichen Art versammeln. Dies stellt eine Monopolstellung dar, die mit 5 Siegpunkten belohnt wird, solange man diese Monopolstellung halten kann. Das verhält sich während des ganzen Spieles so, also sowohl bei Gebietsgründungen als auch bei Gebietserweiterungen.
Trotzdem ist es auch wichtig seinen Gebieten (unterschiedliche) Minen einzuverleiben. Jede Minenart (Silber, Gold, Eisen und Diamanten) bringt zu Beginn eines Zuges seinem Inhaber je 1 Goldstück. Geld war beim ursprünglichen Löwenherz nur durch Wahl der entsprechenden Aktion zu verdienen und durch das dem Mitspieler Überlassen von Aktionen, nicht durch bestimmte Spielplanfelder.

Und da wären wir dann auch bei der stärksten Abweichung vom Original, den Aktionen und wann bzw. wie sie die Spieler ausführen dürfen. Es gibt weniger Aktionen im Spiel. Die Aktion "Dukaten" ist nicht mehr nötig, dafür gibt es jetzt die Minen auf dem Spielplan und auch die Aktion "Politikkarte" ist weggefallen. Was bleibt ist die Möglichkeit Mauern zu setzen um Gebiete abzugrenzen, bestehende Gebiete zu erweitern und Ritter einzusetzen um seine Gebiete zu verteidigen oder die Möglichkeit zu bekommen, in feindliche Gebiete hinein zu expandieren, wenn man mehr Ritter hat.
Die in einer Spielrunde zur Verfügung stehenden Aktionen werden auch nicht mehr durch eine Aktionskarte festgelegt, für deren Aktionen sich die Spieler mittels Entscheidungskarten festlegen mußten. Interessierten sich mehrere Spieler für die selbe Aktion, wurde diese entweder garnicht oder nur nach einem mit Dukaten ausgetragenen Machtkampf vom siegreichen Spieler durchgeführt.
Jetzt haben die Spieler immer 3 Aktionskarten auf der Hand, von denen jede 1 oder 2 der zur Verfügung stehenden Aktionen ermöglicht. Und so kommt es, dass nach dem Kassieren von Geldern für Minen eine der drei Handkarten ausgespielt werden muss. Entweder um die Aktion durchzuführen, was mit Kosten die auf der Karte vermerkt sind verbunden ist, oder um sie auf dem Markt zum ebenfalls auf der Karte angegebenen Preis zu verkaufen. Letzteres ist die zweite und zu Spielbeginn, da es noch keine Gebiete mit Minen gibt, auch einzige Möglichkeit um an das für Aktionen so sehr benötigte Geld zu gelangen. Das dumme daran ist, dass ein Spieler als letzte Aktion entweder seine Handkarten vom verdeckten Nachziehstapel wieder auf drei ergänzt oder eine der offen auf dem Markt liegenden Karten auswählt.
Das bedeutet, dass jede Karte, die man verkauft, von den Mitspielern zunächst aufgenommen und später gegen einen verwendet werden kann. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass gerade die "interessanten" Karten am meisten Geld auf dem Markt erzielen?!?!
Zu erwähnen ist noch, das die Karten in 4 Stapel aufgeteilt sind (Rückseiten A, B, C und D), die getrennt voneinander gemischt und dann in alphabetischer Reihenfolge übereinander gelegt werden. Von Stapel zu Stapel werden die Aktionen teurer und während es am Anfang noch reichlich Gelegenheit gibt Mauern zu errichten, wird diese Aktion später immer knapper (und teurer).

Das waren jetzt doch schon so einige Neuerungen (Aktionen und wie sie ins Spiel kommen, Wertung der Gebiete, Markt), die zu einem ganz anderen Löwenherz-Feeling führen. Zwar kommt durch das anfängliche zufällige Verteilen der Aktionskarten und dem Nachziehen etwas mehr Glück als beim Vorgänger ins Spiel, dafür ist das Spielende jetzt vorhersehbarer.
Ein Königsplättchen befindet sich abhängig von der Mitspielerzahl auf einem Feld der Wertungsleiste und sobald ein Spieler den König erreicht bzw. an ihm vorbeizieht, beendet dieser das Spiel siegreich. Wird der König nicht erreicht bis alle Aktionskarten aufgebraucht wurden, erhalten die beiden vermögendsten Spieler nochmal ein paar Siegpunkte und gewonnen hat, wer dem König am nähesten gekommen ist.
Den Überläufer gibt es immer noch, auch die Ritter der Neuauflage sind hin und wieder korrupt, und auch der "Bündniszwang" ist noch vorhanden, wenn auch in einer verschäften Form. Ein aufgezwungenes Bündnis kann nicht mehr aufgekündigt werden, es gilt streng nach dem Motto "einmal Freunde immer Freunde" bis zum Spielende.

Für meinen Geschmack ist am "neuen Löwenherz" alles das besser, was mich am Vorgänger - wenn man überhaupt davon sprechen kann, denn ich fand dieses Spiel schon genial - gestört hat. Die Aktionskarten mögen mehr Glück ins Spiel bringen, aber zumindest kann es nicht passieren, dass man eine Aktion, die man unbedingt ausführen möchte nicht ausführen kann, weil ein Mitspieler diese Aktion ebenfalls ausführen will und über mehr Geld verfügt. Das Ende tritt auch nicht ganz so überraschend durch eine Königskarte, die irgendwo im letzten Spielstapel eingemischt wurde, ein.
Auch die Tatsache, dass man bei der Gebietsplanung jetzt noch besser aufpassen muss, da die Zusammensetzung der Gebiete nicht nur über Siegpunkte sondern auch über die dringend benötigten Einnahmen entscheidet, gefällt mir besser. Die Mauern, mit denen die Gebiete abgegrenzt und erweitert werden sind handlicher geworden, sie lassen sich aufgrund einer kleinen Erhebung auf der Oberseite wesentlich leichter auch in weniger gut zugänglichen Regionen einsetzen.
Über die Optik mag sich sicher streiten lassen, es ist halt, wie so vieles, Geschmacksache. Mir gefällt sie wesentlich besser und ich kann jedem, insbesondere natürlich denen, die das Löwenherz aus dem Hause Goldsieber nicht besitzen, nur empfehlen das neue Löwenherz mal auszuprobieren.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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