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Der Herr der Ringe



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

8 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Reiner Knizia
Reiner Knizia


Bild



Sonstiges:

Mehr als 50 Millionen verkaufte Exemplare des Buches "Der Herr der Ringe" sprechen für sich, J.R.R. Tolkien hat ein Werk geschafften, daß einen Maßstab in der Literatur darstellt. Selbst mit Shakespeare wurde Tolkien schon in einem Atemzug genannt:
"Shakespeare schuf Charaktere und Entwicklungen, Tolkien dagegen Welten und Mythen (W.H. Auden)."

Bleiben die Fragen, ob sich ein solch komplexes Buch in einem Brettspiel umsetzen läßt ohne den Verlust dessen, was das Buch ausmacht und ist Reiner Knizia, ein Doktor der ("nüchternen") Mathematik, der geeignete Autor für diese Umsetzung?

Zumindest die zweite Frage läßt sich nach einigen Testrunden uneingeschränkt mit ja beantworten. Die Beantwortung der ersten Frage hingegen stellt mich da schon vor größere Probleme, zumal ich das Spiel inzwischen zwar recht gut kenne, mit dem Lesen des Buches aber gerade erst begonnen habe!

Mir bleibt daher vorerst nur die Vermutung, daß es sich in diesem Fall ähnlich verhalten könnte wie bei der Verfilmung eines Romans. Der Film kann noch so gut sein, in der Regel kommt er nicht an seine Romanvorlage heran!

Doch nun zum Spiel:
Über das Spielmaterial dürfte es eigentlich keine Diskussion geben. Die Spielpläne und Karten, der Ring, Sauron und auch die Hobbitfiguren sind äußerst ansprechend.
Der Hauptspielplan zeigt die einzelnen Orte der Handlung, die im Laufe des Spiels von den Hobbits (=Spieler) besucht werden, sowie die Finsternisanzeige, auf der die Hobbits im Licht und Sauron im Dunkeln starten und sich immer mehr aufeinander zu bewegen. Die Hobbits werden durch verschiedene Ereignisse immer weiter ins Dunkel gezogen und Sauron nähert sich immer mehr dem Licht um die Macht über Mittelerde zu übernehmen. Die vier Abenteuerspielpläne zeigen die Orte "Moria", "Helms Klamm", "Kankras Lauer" und "Mordor". Hier haben die Hobbits Abenteuer zu überstehen, auf ihrem Weg zum Vulkan in Mordor, an dessen Krater der Ring zerstört werden soll.

Auf Ihrem Weg werden die 2 bis 5 Hobbits durch sog. Hobbitkarten unterstützt. Diese helfen Gegenstände wie Schilde, Lebensplättchen und Verbündete (spezielle Hobbitkarten) zu sammeln und negative Ereignisse, welche Sauron ins Licht oder die Hobbits in die Dunkelheit ziehen, abzuwenden. Nachdem jeder seinen Hobbit ausgewählt hat (jeder hat eine ganz spezielle Fähigkeit), kann es losgehen.

Der Beginn des Spiels ist in Beutelsend, dort steht auch der Kegel, der den Spielfortschritt anzeigt, zuerst. An diesem Ort, der Heimat der Hobbits, drohen noch keine größeren Gefahren. Hier werden die Spieler u.a. mit 6 Hobbitkarten ausgestattet und weitere "Reisevorbereitungen" werden getroffen (ein gute Idee, die Verteilung des Spielmaterials an die Mitspieler teilweise ins eigentliche Spielgeschehen zu integrieren).

Ähnlich verläuft der Aufenthalt der Hobbits in Bruchtal. Hier treffen unsere Freunde auf die ersten Verbündeten (spezielle Hobbitkarten), tauschen Informationen aus (jeder gibt eine seiner Hobbitkarten an seinen linken Nachbarn weiter) und gründen die "Gemeinschaft des Ringes" (indem jeder eine Freundschaftskarte - Hobbitkarte mit dem Händesymbol - abgibt oder den Schicksalswürfel befragt).
In dieser "Gemeinschaft des Ringes" liegt auch die Besonderheit dieses Spiels. Wie im Buch, geht es auch hier nicht um den Erfolg des Einzelnen sondern um die gemeinsame Sache (Zerstörung des Ringes), die nur durch Zusammenarbeit mit Erfolg gekrönt sein wird. Es geht um den Kampf des Guten gegen das Böse, wobei alle Hobbits für das Gute streiten!

Das erste richtige Abenteuer erwartet die Spieler dann in Moria, dem ersten Abenteuerspielplan. Drei Spielleisten, an deren Anfang je ein Spielkegel steht, und bis zu 6 Ereignisse warten dort.
Der Spielzug eines Hobbits besteht aus zwei Teilen. Zunächst wird ein Ereignissplättchen aufgedeckt. Zeigt das Kärtchen eines der vier Symbole der Hobbitkarten (Baum, Beine, Hände oder Axt mit Schwert), darf der Kegel auf der entsprechenden Leiste um ein Feld nach vorn gezogen werden. Alle anderen Ereignisplättchen haben bestimmte Ereignisse und das Aufdecken eines weiteren Ereignisplättchens zur Folge, und zwar solange, bis eines der Symbole aufgedeckt wird!
Der zweite Teil eines Zuges besteht entweder aus dem Ausspielen von bis zu zwei Hobbitkarten (eine muß grau, die andere weiß sein!), dem Nachziehen von zwei Hobbitkarten bzw. aus dem Ziehen der eigenen Hobbitfigur aus der Dunkelheit zurück ins Licht und zwar um genau ein Feld.
Durch das Ausspielen von Hobbitkarten kann man den Kegel der entsprechenden Leiste voranziehen und erhält dafür die auf diesen Feldern abgebildeten Gegenstände oder Verbündete (spezielle Hobbitkarten), mit denen sich unliebsame Ereignisse abwenden und das Bestehen des Abenteueres voranbringen läßt. Wer jedoch Karten ausspielt, darf keine Karten ziehen und auch seinen Hobbit nicht zurück ins Licht ziehen und so gilt es immer abzuwägen (meist ist es sinnvoll dies zusammen mit den Mitspielern zu tun) welche Aktion zur Zeit die beste ist.
Einmal pro Abenteuer kann der Ringträger (bei Spielbeginn ist das Frodo, die gelbe Spielfigur) seinen Ring einsetzen, um auf einer der Leisten evtl. einen größeren Sprung nach vorne zu machen. Hierzu würfelt er einmal mit dem Symbolwürfel und darf den Kegel einer beliebigen Leiste um 4 Felder minus der Anzahl der gewürfelten Symbole voranziehen, wobei die dabei betretenen Felder keine Auswirkungen haben.

Sobald entweder der Kegel auf der Hauptleiste das Ende erreicht hat oder das 6. und letzte Ereignis eines Abenteuers ausgewertet wurde, ist ein Abenteuer (mehr oder weniger gut) überstanden. Der Kegel des Haupspielplanes wird zum nächsten Ort weitergezogen und neue Abenteuer sind zu überstehen auf weiteren Abenteuerspielplänen.

Erreicht zumindest der derzeitige Ringträger den Vulkan, kann er versuchen den Ring zu zerstören, indem er würfelt. Übersteht der Hobbit die Auswirkungen des Würfelwurfes, ist der Ring zerstört und jeder Spieler hat 60 Punkte.
Scheitern alle Hobbits reihum an der Zerstörung des Ringes, gewinnt Sauron, der das Böse verkörpert. Alle Spieler erhalten die Punktzahl, die über dem erreichten Feld der Haupleiste steht.

Das ungewöhnlichste dieses Spiels ist wohl der Kooperative Aspekt, den man eigentlich nur von einigen Kinderspielen kennt, der aber im Bereich der Erwachsenenspiele eine absolute Neuheit sein dürfte.

Wer sich nur schwer mit dieser Kooperation anfreunden kann oder am Ende einen Sieger haben muß, für den gibt es auch gleich eine Variante. Einziger Unterschied ist, daß jeder Spieler zu der Punktzahl auf der Hauptleiste, die Summe seiner Schildwerte dazuzählen darf. Damit dürfte dann ein Sieger feststehen.
Diese Variante ist aber auch deswegen reizvoll, da jeder versuchen wird das Spiel zu gewinnen, trotzdem aber das erste und wichtige Ziel, die Zerstörung des Ringes, nur gemeinsam erreicht werden kann. Somit entsteht immer das Dilemma, seine Schilde für den Sieg sparen zu wollen aber trotzdem hin und wieder für die gemeinsame Sache einsetzen zu müssen.

Eine weitere Variante bietet eine weitere, recht hinterlistige Möglichkeit das Spiel zu gewinnen. Trifft ein Spieler auf der Dunkelheitsanzeige auf Sauron, so scheidet dieser Hobbit aus dem Spiel aus. Nicht so jedoch, wenn er zu diesem Zeitpunkt drei oder mehr Ringplättchen besitzt. In diesem Fall kann er zu Sauron überlaufen. Schaffen es die verbliebenen Hobbits nicht, den Ring zu zerstören, gewinnt der/die Überlaufer!

Das Brettspiel "Der Herr der Ringe" wird man wohl entweder lieben oder hassen. Die wenigsten werden eine weniger extreme Einstellung zum Spiel finden. Aber mit etwas Fantasie oder einem Faible für den Bereich "Fantasy" ist das Spiel auf jeden Fall geeignet, einen in das Reich des Ringes zu entführen.

"Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden. Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden im Lande Mordor, wo die Schatten drohn."

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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